Büchertisch „Migration und Flucht“

2015 gab es die große Flüchtlingswelle aus Syrien, seit 2022 kommen viele Familien mit schulpflichtigen Kindern aus der Ukraine nach Deutschland, um hier sicher leben zu können. Die erste Situation habe ich als Lehrerin miterlebt und erinnere mich auch noch an mehrere Kinder und Familien aus dieser Zeit. Die zweite Welle von kein bis wenig deutschsprechenden Kindern erlebe ich fast ausschließlich als Seminarausbilderin mit, also quasi „second hand“. Den größten Unterschied sehe ich in den technischen Möglichkeiten der Übersetzungstools, manche davon mit KI im Herzen: viele meiner LAA nutzen sie, um eine Basiskommunikation mit den Kindern aufzubauen oder auch um Arbeitsaufträge und Material in der Muttersprache der Geflüchteten zu übersetzen. Das ging so 2015 für mich noch nicht so gut und ich erinnere mich an viele, teils lustige Gespräche mit Händen und Füßen, die ich sowohl mit einer jungen Syrerin in meiner Klasse als auch mit ihrer Familie führte. Was mir beim ganzen Thema Krieg, Flucht und Migration oft zu kurz kommt ist die Tatsache, dass diese Kinder nicht einfach nach Deutschland gezogen sind, sondern dass es gewichtige Gründe für die Flucht der Familien gab und nicht selten traumatische Erfahrungen gemacht wurden. Immer, wenn auf dem nahe gelegenen Truppenübungsplatz geschossen wird, geht mir dieser Gedanke durch den Kopf. Wir hier in Frieden Aufgewachsene, also auch die Majorität unserer Schüler:innen, kann sich gar nicht vorstellen, was so ein Kind alles erlebt haben kann.

Aus diesem Grund möchte ich euch heute einige Bücher vorstellen, die mir als Lehrkraft rund um das Themenfeld „Migration und Flucht“ als sehr geeignete Lektüre zur individuellen Weiterbildung einerseits und andererseits für den Einsatz im Unterricht erscheinen.

Teil 1: Bücher, um sich selbst einzulesen und zu sensibiliseren
Das Integrationsexperiment“ von Anant Agarwala war das erste Buch, das ich aus diesem Themenfeld gelesen habe. Es zeigt gut, wie schwierig es für Zugewanderte ist, die geforderte Integration auch zu erreichen. Die aktuellen Diskussionen um z. B. die Streichung von Mitteln für Sprachkurse passen dazu gut.
Zuletzt habe cich zwei Bücher von Aladin El-Mafaalani gelesen: „Das Integrationsparadox“ & „Kinder – Minderheiten ohne Schutz„. Besonders das zweite Buch fand ich schon harten Tobak für einen so positiv denkenden Menschen wie mich. Aber die Erklärungen zu superdiversen Kindheiten, also dem extrem unterschiedlichen Aufwachsen vermeintlich homogener Gruppen wie „Kinder mit Migrationshintegrrund“, regen sehr zum Nachdenken und genaueren Hinsehen im Alltag an.

Teil 2: Bilderbücher für den Einsatz im Unterricht
Meine Erfahrung zeigt mir, dass gerade „schwierige“ Themen mit Kindern immer gut ausgehend von einem fiktiven Stoff im Kinder- bzw. Bilderbuch angegangen werden können. Auch beim Thema Flucht stellt man natürlich nicht ein frisch zur Klasse gestoßenes Kind in den Mittelpunkt und erklärt, was es wohl durchgemacht hat. Typische Flucht- bzw. Migrationsgeschichten ermöglichen den Kindern das Einfühlen statt bloßen Bemitleidens, das verstehen von Hintergründen. Diese drei Bücher aus meinem Regal kann ich auch dafür ans Herz legen:
Zuhause kann überall sein“ hat mich sehr beeindruckt. Die tolle Sprache der Farben und die Symbolik zum Erlernen einer neuen Sprache sind unheimlich gut dargstellt. Jedes Kind dürfte sich in die Hauptfigur hineinversetzen, die im neuen Land zuerst nichts Vertrautes finden kann.
In der Schlange der Träume“ erzählt eindrücklich davon, wie anstrengend, beängstigend und gefährlich die Flucht aus einer Kriegsregion ist. Beide Bücher lassen sich also hervorragend kombinieren.
Zuletzt habe ich noch „Yaras Sternenhimmel“ gelesen, das einen späteren Zeitpunkt in den Blick nimmt: die Sprache gelernt haben, integriert sein und dennoch eine andere Heimat zu fühlen. Auch dieser Aspekt kann von den Kindern gut nachvollzogen werden.

Ich hoffe, ich konnte dir ein paar Anregungen mitgeben. Die wichtigste ist und bleibt aber für mich, immer den Menschen im „Flüchtlingskind“ zu sehen und das System mit seinen Ansprüchen auch mal zurechtzubiegen.

Katha

Jahresabschluss, Rückblick und Neubeginn 2026

Liebe treue Leserinnen und Leser, die auch trotz unsteter Folge an Beiträgen und Rezensionen hier mitlesen! Danke, dass es euch gibt und danke für einige nette, bestärkende Kommentare auf dem Blog!

2025 neigt sich überraschend plötzlich dem Ende entgegen und ich möchte wieder kurz darauf zurückschauen, was alles passiert ist. Denn es war doch ein spannendes Jahr, das ich für mich unter das Motto „Weitergehen“ gesetzt hatte. Und wie es teilweise weiterging!

Im März war ich zum ersten Mal auf der Leipziger Buchmesse und durfte dort mit einer meiner liebsten Begleiterinnen referieren (Danke, M.!), vor allem aber staunen und genießen. Auch im September bei der Tagung mobile.schule waren sie und ich dabei und haben wieder zusammen Workshops gegeben. Unter anderem haben wir uns an unser Herzensthema „Ein Plädoyer für Digitalität in der Grundschule“ herangewagt und hoffentlich ein paar Samen unserer eigenen Begeisterung säen können. Verfestigt hat sich spätestens bei diesen Gelegenheiten die Idee, unsere Aktivitäten „öffentlicher“ zu gestalten und gemeinsam grundschulbezogene Fortbildungen anbzubieten. Was meinst du – gute Idee?

Dann gab es relativ spontan im April eine große Veränderung für den kleinen Prima(r)Blog: den Start bei Instagram. Unter dem Handle @primarblog versuche ich seitdem den Spagat zwischen Sichtbarkeit, Qualität und dem Vermeiden von Beliebigkeit, indem ich das meiste auf beiden Plattformen veröffentliche. Für Profis mögen meine knapp 800 Follower:innen in nem guten halben Jahr lächerlich wirken – ich freu mich trotzdem darüber!

Veröffentlicht habe ich insgesamt 55 Beiträge (vor diesem), von denen der beliebteste der über die „Arbeit mit textfreien Bilderbüchern“ war. Überhaupt waren Bilderbücher für mich 2025 immer noch, wieder und sowieso ein Thema. Viele meiner Käufe und Rezensionen waren Bilderbücher, viele Unterrichtsbeispiele in Fortbildungen basierten auf ihnen. Gerade die Verbindung zu digitalen Medien lässt sich im Sinne des handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterrichts hervorragend nutzen, da Bilderbücher ansprechen, tolle Inhalte bieten sowie im Umfang überschaubar und somit für alle durchdringbar sind. Hier wird mein Fokus auch im neuen Jahr sicher noch bleiben.

Apropos Rezensionen: Neben Anfragen von Verlagen haben mich dieses Jahr auch mehrfach Autor:innen direkt kontaktiert, was irgendwie seltsam war, aber durch den direkten Austausch auch sehr spannend. Meine Highlights waren 2025 folgende Bücher:
Bilderbuch: Selma, du machst das falsch und Das große Monster-ABC
Vorlesebuch: Nachts in der Bibliothek
Fachbuch: Lernmythen aufgedeckt und (kommt dieser Tage noch) Validieren.

Beruflich-schulisch hielt 2025 einen Umbruch für mich bereit, denn ich habe zum ersten Mal eine Versetzung beantragt und genehmigt bekommen. Nach 16 Jahren hatte ich das Gefühl, an meiner alten Schule alles gegeben zu haben und nichts mehr bewegen zu können. Leider fing ich an der neuen Schule erstmal als Karteileiche an, da aktuell meine Stunden alle der Lehrerausbildung gehören. Aber im neuen Halbjahr werde ich dann auch wirklich etwas mehr Teil des neuen Kollegiums, das ich zum Glück teilweise schon kenne, weil ich früher dort bereits aufgebildet habe.

Beruflich am Seminar gab es wenig Neues, außer dass mein Kernseminar-Team nun auch die engste Kollegin aus dem Fachseminar beinhaltet und wir somit noch etwas enger zusammen arbeiten als zuletzt schon. Oft haben wir es von Frühjahr bis Spätherbst mit dem Rad zur Arbeit geschafft, wo wir dann auf dem gemeinsamen Rückweg quasi direkt eine gute Evaluation des Seminars vornehmen konnten (Danke, W.!). Ich wünsche euch an dieser Stelle auch Kolleg:innen (zumindest eine), mit der ihr die besten Ideen habt, gut denkerisch Pingpong spielen könnt und auch mal loslästern könnt!
Auch haben wir es geschafft, neue Folgen für unseren seminarinternen Podcast aufzunehmen und haben noch zwei Zusagen von (inzwischen ehemaligen) LAA für zwei weitere Folgen. In diesen Aufnahmen zeigt sich immer wieder, was für tolle Menschen wir dort in ihrer Ausbildung begleiten dürfen!

Der Familie ging es 2025 gut, soweit ich das beurteilen kann. Es gab noch einen Schulwechsel und die Zeit als Grundschulmutti liegt nun endgültig hinter mir. Wir haben es geschafft, die ein oder andere kulturelle Aktivität zu buchen und ich durfte tolle Lesungen und Konzerte hören. Nachdem ich früher jeden Pfennig mehrfach umdrehen musste, genieße ich es umso mehr, dass das heute geht!

Für das neue Jahr stehen schon die ersten Veranstaltungen im Kalender, so dass es mit Tagungen etc. nicht langweilig wird. Spannend wird die Bandbreite von didacta über zweitägiges Barcamp und bak-Tagung bis private SchiLf. Das Projekt der eigenen Fortbildungen will an den Start gebracht werden und der ganz normale Alltag mit einem Fachseminar, einem Kernseminar und Praxissemestergruppen geht ja auch weiter. Ein paar Stunden an der neuen Schule kommen dazu, worauf ich mich sehr freue. Und zum Ausgleich gibt es auch schon konkrete Pläne für Familien- und Kulturaktivitäten (🤩).

Und das Motto für 2026? Eigentlich hätte ich gern wieder eines, weil mir das die letzten beiden Jahre gut gefallen hat. Die Wege-Symbolik erscheint mir aber nicht mehr so wirklich passend, so dass ich aktuell am ehesten mit „Flügel ausbreiten und los!“ liebäugele. Mal sehen, ob es das letztendlich wird.

Danke fürs Lesen und euch allen einen guten Rutsch und einen prima Start ins neue Jahr! Vielleicht mögt ihr eure Vorhaben oder euer Motto ja mal als Kommentar teilen!

Katha

Verlosung beendet

Vielen Dank für alle Kommentare hier und bei Instagram! Freitag Abend habe ich die Gewinnerin ausgelost, die dieses Mal be Insta ihr Los in den Lostopf geworfen hatte.
Vielen Dank auch an dieser Stelle noch einmal an den Verlag Klett Kinderbuch dafür, dass Sie das Buch „Fritzi war dabei“ zur Verfügung gestellt haben!

Güße an alle Teilnehmenden und eine schöne Adventszeit!
Katha

Nikolaus-Verlosung: „Fritzi war dabei“

Passend zum heutigen Nikolaustag habe ich ein tolles Buch für euch: Die Wendewundergeschichte „Fritzi war dabei“ von Hanna Schott mit Bildern von Gerda Raidt, veröffentlicht bei Klett Kinderbuch. Gerade wurde die verfilmte Serie der Geschichte von Fritzi und wie sie die deutsche Wiedervereinigung erlebt, mit dem Emmy ausgezeichnet, was meiner Meinung nach äußerst verdient ist. Selten hatte ich ein Buch in der Hand, dass ein so komplexes Thema wie den Mauerfall für Kinder so nachvollziehbar und erlebbar macht!

Nachdem ich das Buch bereits seit Jahren im Regal stehen habe, darf ich jetzt an eine oder einen von euch ein nagelneues Exemplar verlosen. Und so läuft’s:
🧱 Schreibe einen Kommentar und erzähle, wie du die Wiedervereinigung erlebt hast. (Instagram-Kommentare zählen natürlich auch.)
🧱 Bis zum 12.12.25 hast du dafür Zeit, da ich abends an besagtem Freitag die Auslosung durchführen werde.
🧱 Teilnehmen kannst du nur mit Postadresse in Deutschland.

Weshalb sich die Teilnahme unbedingt lohnt? „Fritzi war dabei“ ist ein wunderbares Buch zum Vorlesen oder Selberlesen ab acht. Fritzi möchte gern mit ihren Eltern zu den Leipziger Montagsdemonstrationen gehen, aber ihre Eltern erlauben es nicht. Zu gefährlich!, finden sie. Als dann auch noch die Familie ihrer besten Freundin Sophie aus der DDr flieht, muss Fritzi eine Lösung finden, sie wiederzusehen. Dabei begleiten wir als Lesende Fritzi in die Schule, in die Stadt und vor den Fernseher, der viel Zeitgeist transportiert.
Durch seinen überschaubaren Umfang ist das Buch auch hervorragend als Klassenlektüre geeignet, die sich perfekt mit einer Sachunterrichtseinheit über Deutschland (historische Perspektive) verbinden lässt. Erfreulicherweise findest du auf der oben verlinkten Seite von Klett Kinderbuch auch ein umfangreiches pädagogisches Begleitmaterial.

Nun bleibt mir nur noch, euch einen schönen Nikolaustag und insgesamt ein wunderbares zweites Adventswochenende zu wünschen und natürlich viel Erfolg!

Katha

Grundlagen für die Planung guten Deutschunterrichts

Als mein voriger Ausbildungsdurchgang begann, habe ich einen Grundsatztext über integrativen Deutschunterricht verfasst. Anderthalb Jahre später ist dieser Jahrgang fertig und verabschiedet und die ersten Kern- und Fachseminarseitzungen mit den neuen LAA und LiA finden statt. Manchmal lese ich dann nach, was mir „früher“ in dieser Phase wichtig war und überlege, ob sich daran etwas geändert hat. In diesem Fall kann ich jedes Wort vom Juni 2024 absolut unterstreichen und werde sehr ähnlich mit meinem neuen Fachseminar beginnen. Der Fokus liegt ganz klar darauf, den Tendenzen zu falsch verstandener Individualisierung entgegen zu wirken und den Blick der angehenden Lehrkräfte auf den integrativen Ansatz des Deutschunterrichts zu lenken.

Dazu wird u.a. wieder ein Planungsraster zum Einsatz kommen, das Beate Leßmann zur Verfügung stellt. Es zeigt durch seinen Aufbau wunderbar deutlich, welchen Blick wir auf den Deutschunterricht brauchen. Es ist ein ganzheitlicher, themenorientierter Blick, der die Inklusion direkt mitdenkt und Wert auf all das legt, das gemeinsam gelernt wird. Neben den Lehrplanbereichen gibt es in Leßmanns Raster auch Felder für Überlegungen zu Wahrnehmung, Kommunikation/Sprache, emotionalem Handeln und Lernstrategien.
Natürlich gibt es auch Bereiche im Fach Deutsch, die eher ein individuelles Bearbeiten nahelegen (Rechtschreibung üben z.B.), aber vieles kann gemeinsames Thema sein, an dem jedes Kind auf dem eigenen Niveau und im eigenen Tempo arbeiten kann, um am Ende in einen gemeinsamen Austausch zu kommen.

Um diesen Blick bei meinen LAA von Beginn an zu schärfen, nutze ich die Arbeit mit einem Bilderbuch als Beispiel. Viele Bilderbücher ermöglich es geradezu idealtypisch, den verschiedenen Bereichen des Lehrplans gerecht zu werden sowie den Unterricht projektartig und für die Kinder bedeutsam zu gestalten. In der engeren Auswahl hatte ich in den letzten Tagen „Ausflug zum Mond“ von John Hare (vgl. hier), „Die zauberhafte Wortverlosung“ von Jutta Degenhardt, „Der Wortschatz“ von Rebecca Gugger (vgl. hier) und „Die Geschichte vom Löwen, der nicht schreiben konnte“ von Martin Baltscheit (vgl. hier). Letztendlich fiel meine Wahl auf den Löwen, da der für unser estes Fachseminar eine entspannte Vorlesesituation ermöglicht und sehr niederschwellig Ideen zum Buch gesammelt werden können: Briefe schreiben in verschiedenen Varianten, szenisches Spiel, Wortschatzarbeit, Sprache untersuchen (Briefaufbau), Lesen (der Briefe im Buch) …

Symbolbild, generiert mit ChatGPT

Wenn ich eine neue Unterrichtseinheit plane, nutze ich die für mich bewährte Vorgehensweise:
1. Brainstorming – also alles sammeln, was zum Thema passen könnte, was ich gern machen würde, was mich und die Kinder interessiert
2. (Aus)Sortieren, Gliedern, Strukturieren – also eine sinnvolle Progression in die Reihe bringen sowie die Lernziele und zu erwerbenden Kompetenzen festlegen
3. Material suchen & Lernaufgaben formulieren, passend zu den Lernzielen und Kompetenzen
4. Flexibel bleiben und auch im Laufe der Einheit Anpassungen vornehmen
Das oben verlinkte Planungsraster kann für den ersten Schritt eine richtig gute Grundlage darstellen. Und Online-Recherche (vor allem bei Eduki & Co) sollte nicht vor Schritt 3 erfolgen! Sonst planst du leicht eher vom Material aus als vom Inhalt her (hier moralischen Zeigefinger vorstellen)!

Wie handhabt ihr das? Wie plant ihr eine integrative Einheit in Deutsch? Ich freue mich hier in den Kommentaren, bei Instagram oder als Mail über deine Ideen und Tipps!

Katha

P.S.: Danke an Franziska für den Hinweis, dass ich die Kompetenzerwartungen und Lernziele zwar mitgedacht, aber nicht explizit erwähnt hatte – das ist jetzt geändert!

App-Tipp „ChatterPix“

Heute möchte ich eine neue Kategorie erschaffen, die ich auf Instagram schon eingesetzt habe: den App-Tipp. Den Anfang darf hierbei die Audioaufnahme-App ChatterPix bzw. ChatterPix Kids machen (ich finde bis auf kleine Varianten im Layout keinen Unterschied zwischen den beiden Versionen). Die App ist kostenlos für Tablets und Smartphones herunterzuladen.

In ChatterPix kann man Fotos zum Sprechen bringen:
1. Man fügt ein Bild ein oder nimmt es direkt in der App auf.
2. Man zeichnet mit dem Finger eine Linie dorthin, wo der Mund sein soll.
3. Man zeichnet ein Audio auf (max. 30 Sekunden).
4. Es gibt Rahmen, Sticker, Filter zum Ver“schönern“.
5. Download des Ergebnisses als Video.
Die Handhabung ist sehr intuitiv (immer oben rechts auf weiter tippen) und kinderleicht – in der Coronazeit hatten meine Jungs damit viel Spaß.
Dass das Ergebnis im Videoformat gespeichert wird, ist ein großer Vorteil für den weiteren Gebrauch. Ergebnisse können in einem LMS oder eine dig. Pinnwand wie TaskCards gesammelt werden, auch das Teilen mit Eltern ist unproblematisch, weil Videos auf jedem Gerät abgespielt werden können. Ein klares Plus für die „Usability“.

DuckDuckMoose ist ein amerikanischer Anbieter von Apps für Kinder und Erwachsene, was den Datenschutz betreffend erstmal problematisch ist. Auf ihrer Homepage schreiben die Betreiber aber, dass sie keine persönlichen Daten sammeln und speziell „we comply with the Children’s Online Privacy Protection Act“. Da man bei einem schulischen Einsatz der App ChatterPix ganz einfach ohne Namensnennung auskommt, sollte der Einsatz insgesamt also unproblematisch sein.

Einsatz in der Schule
a) Buchvorstellungen (Deutsch): Die Aktion „talking books“ habe ich euch schon einmal hier beschrieben. Das Foto (⤴️) stammt aus diesem Projekt.

b) Englisch / Fremdsprachen: Jeder möglich Gegenstand kann zum Sprechen gebracht werden. So sinkt die Hürde, die Fremdsprache anzuwenden, weil ein Stellvertreter genutzt wird.

c) Deutsch: Das Klassentier, eigene Plüschtiere, (KI-)Bilder von berühmten Kinderbuch- oder -serienfiguren können Geschichten oder Witze erzählen. Mündliches Erzählen ist bei den kleinen ja oft eh noch nicht so lang, dass die 30 Sekunden eng werden* und kurze Witze oder Scherzfragen machen allen Spaß.

d) Sachunterricht: Ein historischer Gegenstand kann mit Hilfe von ChatterPix erklären, was er ist und wozu er genutzt wurde. Genausogut können Tierbilder genutzt werden, um das Tier kurz vorzustellen. Der Fantasie sind hier (außer zeitlich) keine Grenzen gesetzt.

e) Kunst, Musik, Religion: Ich bin hier nicht so firm, stelle mir aber auch für Musiker:innen, Künstler:innen, Kunstwerke oder Figuren aus biblischen Geschichten den Einsatz der App als lohnenswert vor.

Was bei Audioaufnahmen immer schwierig ist, ist die Tonqualität. Hier lassen sich aber gute Effekte erzielen, wenn man…
– die Kinder verteilen kann, so dass nur 2-3 SuS an verschiedenen Ecken eines Raumes gleichzeitig aufnehmen.
– man mit Schallschluckern arbeitet, zum Beispiel einfachen Kisten. Diese werden auf die Seite gelegt, das Tablet hineingestellt und so die Umgebungsgeräusche schon erheblich reduziert.

Für heute sage ich: „Viel Spaß beim Ausprobieren!“ Und wenn ihr Lust habt, lasst doch euer Klassentier mal sprechen und ladet das Video unter meinem Insta-Beitrag zu ChatterPix hoch. 🙂

Katha

* Und sollten 30 Sekunden doch mal nicht reichen, nimmt man einfach mehrere Schnipsel auf und schneidet sie in iMovie zusammen. Das ist wirklich ebenso ein Kinderspiel!

Digital mit Literatur arbeiten: Zootier-Recherche

Vor einer Weile habe ich euch die beiden Bücher „Drei Wasserschweine brennen durch“ und „Drei Wasserschweine wollen‘s wissen“ von Mathäus Bär empfohlen, die beim heutigen Hervorholen direkt wieder Begeisterung beim Junior ausgelöst haben. Heute ergänze ich dazu eine Idee für ein digitales fächerübergreifendes Unterrichtsvorhaben Deutsch/Sachunterricht. Habt ihr Lust? Dann los!

Wie man das Buch oder auch die Bücher an die Kinder bringen kann, hängt von den eigenen Vorlieben und finanziellen Bestellmöglichkeiten ab: Klassenlektüre für alle, Vorlesebuch oder auch Vorlesen mit Erzählanteilen, um etwas zu beschleunigen. Prinzipiell kann ich mir zwei Herangehensweisen vorstellen: Entweder zuerst das Buch kennenlernen und dann die Tiere erarbeiten oder die Tiere erarbeiten lassen und dann an den passenden Stellen der Geschichte stellt jede Gruppe ihr Tier vor. Optimal wäre es auf jeden Fall, wenn die Kinder sich im imaginären Zoo unserer drei Capybaras ein wenig auskennen, was mit Hilfe der Zookarte jeweils hinten im Buch einfach ist. Die verschiedenen Tiere, die die drei Freunde treffen, summieren sich auf sieben Arten im ersten Buch (plus einige, die aber nur kurz erwähnt werden) sowie weitere sechs im zweiten Band. Eine Auswahl kann man also beliebig treffen.

Durch den sehr unterschiedlichen Bekanntheitsgrad der Tierarten hat man direkt ein Mittel zur Differenzierung an der Hand: über Elefanten und Flamingos lassen sich deutlich leichter und mehr kindgerechte Informationen finden als über Waldrappe und den Urson. Natürlich kann ich als Lehrkraft auch über die Quellen differenzieren. Vielleicht gibt es Kinder/Gruppen, für die ich tatsächlich vereinfachte Texte vorbereite (KI kann auch Texte vereinfachen 😉) oder sogar zum Anhören anbiete.

Was recherchieren?
Bestenfalls entwickelt man mit der Klasse ein paar Zwischenüberschriften wie Aussehen, Ernährung, Lebensraum, Gefährdung o.ä. Diese können in der Pinnwand für die Kinder auch vorgegeben werden, indem ich den SuS direkt Kacheln anbiete.
Geklärt werden muss je nach Rechereche-Erfahrung der Klasse, dass man nicht die Quelltexte abschreibt, sondern die dort gefundenen Informationen auswählt und in eigene Stichworte oder Sätze umformuliert. Hier geht es also schwerpunktmäßig um schriftliche Kompetenzen (Deutsch, Texte verfassen).

Wo recherchieren?
Die meisten Tiere lassen sich auf klexikon.de recherchieren – das ist quasi Wikipedia für Kinder. Der Vorteil ist, dass dort nur von ausgewählten Personen speziell für Kinder verfasste Texte veröffentlicht werden, was gleichzeitig der Nachteil in Form kleiner Bandbreite ist. Nach dem Aus der Blinden Kuh bleibt aber fragfinn.de als gute Kindersuchmaschine erhalten, wo die Kinder zumindest auf kuratierte Webseiten geleitet werden. In unserem Fall sind das teils Zooseiten, teils Kinderinfoseiten wie das SWR Kindernetz. Diese Suchseiten können den Kindern als Adresse oder QR-Code zugänglich gemacht werden. Somit geht es hier um sachunterrichtliche Kompetenzen.

Wie kommen wir an Bilder?
Medienkompetenz bedeutet in diesem Fall vor allem auch, nicht einfach Screenshots aus der Google-Bildersuche zu machen (bei meinen SuS bislang der beliebteste Vorschlag), sondern den Kindern legale Wege zu zeigen, wie sie an Bilder für Pärsentationen kommen. In diesem Beitrag habe ich die Suche und das Speichern mit Pixabay schon einmal erklärt – genauso kann man hier auch vorgehen. Einmal gemeinsam durchgeführt, danach als Schritt-für Schritt-Anleitung oder Screencast in der Klasse als Hilfsmittel verfügbar – so reicht es meiner Erfahrung nach aus.

Wo sammeln?
Für mich ist dieses Thema mal wieder ein klarer Fall für TaskCards. Ich als Lehrkraft lege ein Pinnwand an, auf der alle Tierarten vertreten sind und je eine Spalte bekommen. So könnte eine Pinnwand aussehen (in diesem Fall mit Links zu Informationen):

Während des gesamten Arbeitsprozesses, der sich über mehrere Stunden zieht, kann ich den Fortschritt aller Gruppen einsehen und sie ggf. unterstützen.

Dann definiere ich verschiedene Zugriffsrechte, so dass jede Gruppe nur ihre eigene Spalte sieht und darin auch schreiben kann. Erst ganz am Ende des Arbeitsprozesses bekommen alle Kinder Leserechte für die gesamte Pinnwand und können sich so über alle Tiere informieren. (Auch das Anlegen dieser Berechtigungen habe ich im o.g. Blogbeitrag erklärt.) Auf dem Foto seht ihr, wie ich die Karten für die Gruppen gestalte, mit denen jede Gruppe unabhängig vom zuletzt genutzten Gerät wieder zu ihrer Pinnwand kommt.

Wer lieber anders arbeiten mag, kann natürlich auch eine Präsentationssoftware wie BookCreator oder Keynote bzw. Powerpoint nutzen. Da müsste ich dann als Lehrkraft am Ende die Ergebnisse der Gruppen zusammenfügen für ein gemeinsames Produkt. So oder so werden Kompetenzen im Bereich Produzieren und Präsentieren gefördert.

Auch wenn man solch ein Projekt auch allein im Sachunterricht durchführen kann, so sehe ich doch in der Verknüpfung mit den Capybara-Büchern einen echten Mehrwert: die Recherche zu den Tieren ergibt Sinn und vertieft das Verständnis der Geschichte. Und die Abenteuer der drei Wasserschweine sind auch einfach lustig, was das Lernen in meinen Augen immer besser macht.
Ich hoffe, ihr könnt mit dieser Idee etwas anfangen, sie nutzen, übertragen, remixen, … schreibt gern mal hier einen Kommentar oder eine Mail, wenn ihr eigene Erfahrungen gemacht habt.

Katha

Klassenregeln – ein leidiges Thema?

Im Rahmen meiner Arbeit als Ausbilderin vertiefe ich mich ja immer wieder neu in bestimmte didaktische Felder. Zuletzt waren u.a. Klassenregeln dabei, die wir sowohl im Kernseminar als auch (reduziert) im Praxissemester in Bildungwissenschaften thematisieren. Deshalb gibt es heute dazu eine kleine Sammlung an Gedanken, Erfahrungen, Theorie und Beispielen.

Symbolbild „Ohne und mit Regeln“, generiert mit ChatGPT

Disclaimer: Mir ist bewusst, dass es an euren Schulen ganz unterschiedliche Schulregeln oder sonstige Verbindlichkeiten gibt. Wenn eure Schule ein übergreifendes Regelwerk bereitstellt, habt ihr vielleicht wenig Spielraum einerseits, dafür andererseits aber mehr Verbindlichkeit gegenüber den Schüler:innen. Wie Regeln allgemein zustande kommen (egal ob für die Schule oder die Klasse) und wie sie sein sollten, das ist vielleicht dennoch interessant…

Gerade zu Beginn des Schuljahres geht es darum, die in der Klasse geltenden Regeln zu überprüfen und ggf. anzupassen bzw. im ersten Schuljahr überhaupt erstmal Regeln zu erarbeiten.
Und da geht es direkt los: Regeln, die ich als Lehrkraft meiner Klasse überstülpe, sind zwar inhaltlich oft korrekt und wichtig, aber leiden von Beginn an oft an mangelnder Toleranz. Soll heißen: Die Schüler:innen sollen an den Klassenregeln mitwirken. Das bedeutet nicht, dass die Kinder allein die Regeln entwickeln und ich als Lehrkraft keinen Einfluss habe. Natürlich kann und muss ich ggf. Regeln einbringen und kann sie auch ohne Mehrheit durchsetzen – es geht hier vor allem um den Prozess des Überprüfens einer Regel auf Wichtigkeit, Realitätsnähe und Konsequenzen. Gert Lohmann stellt in seinem Buch „Mit Schülern klarkommen“ drei mögliche Wege zum Erarbeiten von Regeln vor – einen offenen, einen halboffenen und einen lehrerzentrierten*.
Aus eigener Erfahrung bei der Entwicklung von Schulregeln kann ich eine Vorgehensweise beschreiben, die tendenziell dem offenen Weg entspricht und die ich genau so auch immer wieder für meine Klassenregeln genutzt habe: Vor Jahren ging es darum, dass es für alle geltende Schulregeln an meiner Schule geben sollte, die auch im Forum visualisiert und als Vertrag an die Kinder und Eltern ausgegeben werden sollten. Dazu haben wir dann in allen Klassen mit den Kindern gesprochen und die Vorschläge der Kinder gesammelt. Einige Lehrkräfte schrieben zentral mit, andere erhoben die Ideen der Kinder mit Zetteln. Aus allen sich doppelnden und ergönzenden Vorschlägen extrahierten wir damals etwa 20 Regeln, die nummeriert und jeweils auf einem A4-Zettel an einem Fenstergang entlang aufgehängt wurden. Nach einer Woche „Einwirkzeit“, in der jede Klassenleitung einmal mit ihren Kindern alle Regeln gelesen und ggf. geklärt hatte, bekamen alle Kinder drei Klebepunkte und sollten diese auf die für sie wichtigsten Regelzettel kleben. Um die Beeinflussung durch Freund:innen oder schon geklebte Punkte zuminimieren, sollte vorab jedes Kind seine drei Regeln (Nummern) auf einen kleinen Zettel schreiben. So ergab sich ein gutes Stimmungsbild, das noch zwei Tage hängen blieb, bevor wir dann unsere Schulregeln zusammenstellten. Es waren letztendlich genau zehn Regeln, die deutlich am häufigsten bepunktet worden waren. So ging das Ganze dann seitdem an alle Eltern und Kinder (in den Kreis, den Schülerinnen gezeichnet hatten, konnte jedes Kind sich selbst als Teil der Schul- und Regelgemeinschaft einzeichnen):

Die Kinder, die diese Regeln mit enwtickelt hatten, hatten ein gutes Gespür für deren Bedeutung. Man merkte aber auch, dass nach zwei, drei Jahren eigentlich der Prozess ernaut hätte laufen müssen, um dieses Gefühl wiederherzustellen, denn für alle neu hinzukommenden Jahrgänge waren die Schulregeln „auferlegt“…

Einige der Aspekte der folgenden Übersicht zum Entwickeln von (Klassen)Regeln findet ihr in meinem obigen Text schon: Regeln erarbeiten, Regeln visualisieren, Regeln hinterfragen. Dass Regeln positiv, verständlich und klar formuliert werden müssen, dürfte jedem ebenfalls klar sein.

Schwieriger wird es da schon mit der „Pflege“ und Anwendung der eingeführten Regeln. Wie oft erinnere ich mich und die Kinder an Regeln? Wie penibel bin ich bei deren Einhaltung? Wie ist es mit einer Ausnahme für das ADHS- oder Förderkind?
Grundsätzlich wichtig ist Konsequenz! Wenn ich Regelbrüche wahrnehme, muss ich sie ansprechen und ggf. vereinbarte Konsequenzen ziehen. Unerlässlich ist es dazu, dass das gesamte Klassenteam Bescheid weiß und nicht plötzlich bei anderen Lehrkräften andere Regeln gelten. Wenn es Ausnahmen gibt, müssen die wohlüberlegt und gut begründet sein. Gespräche im Klassenrat können hier hilfreich sein. Auch ein Ritual wie die Regel der Woche / des Monats mit einer Reflexion am Ende des Tages oder der Woche dienen dazu, immer wieder an die Regeln zu erinnern. Deutlich konkreter als die Regel der Woche sind Konzepte wie das KlasseKinderSpiel oder das Sozialziele-Center. Beide Methoden fokussieren eine Regel, setzen sie jedoch in konkret beobachtbare Verhaltensweisen und/oder Aussagen um, deren Einhalten deutlich einfacher überprüft werden kann als die eigentliche Regel. Ich lege euch beides sehr ans Herz!

Nochmal kurz zurück zur Theorie. Gert Lohmann nennt acht „Regeln für Regeln„: Sie sollen wenige, vernünftig, verständlich, positiv, verbindlich, beobachtbar, kompatibel und durchsetzbar sein. Mit diesen Merkmalen lassen wir die Praxissemesterstudierenden immer die aus ihren Klassen mitgebrachten Regeln überprüfen. Sie sind immer etwas erstaunt und die Bandbreite der Qualität der Regeln ist jedes Mal wieder enorm. Ihr könnt es ja mit euren Regeln auch mal probieren. Und vor allem auch jegliche Eduki-99-in-1-Super-Sonderangebote zu Klassenregeln. Nur, weil sie hübsch aussehen, sind diese Regelpakete noch lange nicht zweckmäßig oder gar sinnvoll…

Zum Schluss habe ich noch zwei Gedanken zur ersten Klasse, die ich teilen möchte. Gerade zu Beginn, wenn die Kinder mit verschiedenen Regelsystemen aus ihren Kitas und Familien zusammenkommen, sind wenige einfache Regeln sinnvoll, die klar in Handlungen zu übersetzen sind. Nicht umsonst werden dazu gern Fotos von Kindern gemacht und ausgehängt, um das Melden, die Freundlichkeit etc. zu visualisieren. Gute Erfahrungen habe ich außerdem mit kleinen Merksprüchen oder Versen gemacht, wie ich es hier schon einmal ausführlicher beschrieben habe. Unter anderem das „Gib mir fünf“ hat sich anfangs in meiner Klasse sehr bewährt. Die fünf Schritte waren klar visualisiert, leicht anzuwenden und haben sehr geholfen, zur Ruhe zu kommen.

So, nun ist es heute doch mal wieder etwas länger geworden. Ich hoffe, dass meine Mischung aus Praxis und Theorie dir dennoch weiterhilft und wünsche einen guten Start ins neue Schuljahr!

Katha

* Ich habe die 14. Auflage von 2022, darin sind die Wege auf S. 127ff. beschrieben. Insgesamt ist das Buch echt ein Lesetipp, obwohl Sekundarstufe drauf steht!

Anfangsunterricht SU: Ich-Buch re-reloaded

Scheinbar immer noch eines der Highlights in diesem Blog ist das Ich-Buch, zu dem mich jeden Sommer mehrere Anfragen erreichen. Da ich bislang immer nur die bildfreie Version weitergeben konnte (siehe hier), habe ich mich nun endlich mal daran gemacht, dies zu ändern. Jetzt bekommt ihr das komplette Ich-Buch mit selbstgezeichneten Grafiken!

Wie immer gilt, dass ihr das Material gern nutzen und für euch anpassen könnt. Verkauft es nur bitte nicht irgendwo als eure Idee…

Katha

Weitergehen heißt manchmal auch fortgehen.

Für dieses Jahr habe ich mir „Weitergehen“ als Motto gesetzt (falls es dich interessiert, kannst du hier nachlesen). Zum Ende der ersten Hälfte von 2025 geht es für mich defintiv weiter, nämlich weg von meiner Stammschule. Sechzehn Jahre lang war ich dort, nachdem ich zweieinhalb Jahre lang zuvor in Vertretungsstellen beschäftigt war. Die erste feste Stelle, dann auch noch so schön nah dran an Zuhause – das ist schon etwas Besonderes. Auch, weil ich dort von der Junglehrerin zur zweifachen Mutter und Fachleiterin gereift bin… Ich war Klassenlehrerin, Fachlehrerin, Medienbeauftragte, Steuergruppenmitglied, Mentorin … und zuletzt immer weniger dort, weil wir im Seminar aktuell so viele LAA und LiA und Praxissemesterstudierende haben wie nie.

Dennoch war es mir ein Bedürfnis, mal wieder neue Ufer zu erkunden und so habe ich den Antrag auf Versetzung gestellt, der erfreulicherweise auch genehmigt wurde. Bis auf „nicht zu weit weg“ hatte ich keine Einschränkungen angegeben, und so beginne ich nur wenige Kilometer weiter meinen Dienst an der Schule, an der ich schon meine ersten Praktika absolviert habe (in Klasse 9 und im IEP, also bei Studienbeginn). Vorerst bin ich zwar leider eine „Karteileiche“ an meiner neuen Schule, aber das wird sich ja auch wieder ändern. Schön ist es, dass ich die Schule, die Leitung und einige Kolleg:innen schon kenne, da ich dort bereits LAA ausbilden durfte. Auch zwei meiner ehemaligen LAA arbeten bereits dort. Ich starte also nicht komplett unbekannt.

Danke fürs Lesen dieses heute mal wieder privateren Beitrags. Vielleicht magst du ja mal kommentieren, was du rund ums Thema Versetzung für Erfahrungen gemacht hast.

Katha