Von Einhörnern und Turnieren

…werde ich wohl mindestens heute Nacht noch träumen. 22 Mal habe ich nach Reizwörtern, manchmal auch nach dem Sinn gesucht.
Gott sei’s gedankt – ich habe fertich. Ein paar Opfer musste ich bringen (s.Foto), aber nun stehen die Noten drunter und Punkt 2 (von 5) auf meiner Liste ist „just in time“ abgehakt!

Da ich alle werten Leser dieses Blogs ja nun schon seit Wochen mit diesen Aufsätzen genervt habe, möchte ich euch auch die Highlights nicht vorenthalten. Achtung, es gab zwei Themen zur Auswahl – Begegnung mit dem Einhorn oder Ritterturnier – wundert euch also nicht über inhaltliche Inkonsequenz 😉

Der spanender Kampf Wo gehobelt wird…
Im Wald war es gruselich und überall waren Bäume. Ach, echt?
Artus musste gegen Horst. Aha.
Artus stoß Horst beim 7 mal vom Pferd runter und war der Sieger.
Am nächsten morgen ging er zum Turnier mit Lanzen und der schwarze Ritter hat gewonnen.
Nun konnte er ganz getchilt auf das Einhorn drauf. Ey, das heißt gechillt!
Schließlich feierten sie bis zum Morgengrauen auf den Prince Hermann. 🙂
Der Ritter fragte: Wollen wir Freunde sein?“ Das Einhorn sagte: „Ja, können wir.“ Die Ka fragte das Einhorn: „Können wir auch Freunde sein? Darf ich dann mit auf deinem Regenbogen reiten???“
Ein Knappe half ihm seine Rüstung anzulegen und saß ihn mit einem Kran auf das Pferd.
Friedrich wurde später ein sehr berümter Ritter und lebte bis an sein Ende. Das will ich auch schaffen, mal sooo alt zu werden.

In diesem Sinne: Ich geh jetzt gechillt auf meinem Sofa und suche bei die Einhörner…

Ka

Kleidung im Mittelalter

… ist ein doch recht faszinierendes Thema für die Kinder in der 4. Sie fanden es sehr ungewohnt, dass man an der Kleidung eines Menschen seinen Stand ablesen konnte und umgekehrt bestimmte Kleidungsstücke, Stoffe etc. bestimmten Ständen vorbehalten bleiben. Überhaupt war das Ständewesen für sie ein seltsames Konstrukt. Da zeigt sich doch mal wieder positiv, dass die kinder doch noch recht unverdorben und weniger in Schubladen denken als wir Großen. Denn für uns gibt es ja auch heute noch Stände, Schichten, oder wie man es nennen will und ich glaube, wir orientieren uns dabei auch (vielleiht unbewusst) an der Kleidung der Menschen.

Damit nun aber die Kinder etwas intensiver in das Thema hineinkommen, habe ich neben kurzen Infotexten vor allem Bildmaterial angeboten. Einerseits in Form von Büchern, die ja eh schon in der Klasse liegen und zum Zweiten mit Bildern aus dem www.
IMG_0427Ich habe mir in der Bildersuche mehrere passende Bilder zu einzelnen Ständen oder der Ständeübersicht gesucht und gespeichert und lasse diese morgen über den Beamer als Diashow laufen. Die Kinder arbeiten in kleinen Gruppen an je einem Stand (die Ritter zählen dabei extra wegen der Rüstung) und bearbeiten AB Kleidung mit Stichworten. Dazu sollen sie eine Zeichnung (A4) anfertigen, die dann zusammen mit den Zetteln ausgehängt werden wird.
Wer nicht beamern kann/möchte, der kann ja einzelne Bilder ausdrucken und auslegen. Bilder transportieren einfach am besten, wie es denn nun aussah, was kein Text so schafft…
Eine Differenzierungsaufgabe nach oben ist dann noch die Beschriftung der Zeichnungen mit den korrekten namen der Kleidungsstücke. Hemd und Rock hatten zum Beispiel ja schon eine andere Bedeutung als heute.

Wollen wir mal sehen, was morgen dabei heraus kommt. Zwei Parallelklassen dürfen morgen ran, was mir dann immer eine gute Rückmledung über die Qualität der Planungen gibt. 🙂

Ka

reizende Reizwortgeschichten schreiben

Tja, nun geht es ans Eingemachte: Die zweite Übung steht an, bevor es zu Wochenbeginn an den dritten Aufsatz geht.

Nachdem wir bei der Vorbereitung für die erste Geschichte sehr kleinschrittig vorgegangen sind (siehe Tafelfotos unten) und die Kinder eigentlich „nur“ die Geschichte allein geschrieben haben, mussten sie sich diesmal auch allein bzw. im Austausch mit Mitschülern die Stichwörter zur Vorbereitung allein ausdenken. Geschrieben wird diesmal als HA – da bekomme ich zwar nicht unbedingt reine Eigenproduktionen der Kinder, aber die Eltern bekommen einen guten Einblick in die Anforderungen, die der Aufsatz stellen wird…

Nun aber nochmal genau: Unser Lehrwerk (ABC der Tiere) arbeitet beim Verfassen von Geschichten in 3 und 4 mit der Ideenspinne. Wir haben diese für die Reizwortgeschichte etwas modifiziert und das Spinnennetz in Einleitung, Hauptteil und Schluss unterteilt (s. Foto). Darin sammeln die Kinder dann über die (1-2-1 vorgegebenen) Reizwörter hinaus  eigene Ideen. Die müssen nicht verpflichtend in der Geschichte vorkommen, helfen aber beim Planen der Handlung. Danach wurden auf einem weiteren AB oder im Heft nochmal Stichwörter zu den Reizwörtern gesammelt und die Personen, Gefühle etc. näher definiert.
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Die in den letzten Tagen hier gebloggten AB zu Wortfeldern und Satzbau / Satzbildung habe ich parallel dazu eingesetzt, da sie ja die sprachliche Arbeit auch inhaltlich unterstützen können (AB Sätze umstellen  AB Sätze ausschmücken  AB Mittelalterliche Wortfelder).

Damit die Kinder von vornherein eine Transparenz über die Anforderungen haben, geben wir gern ein Bewertungsraster auch schon in die Übungen. Hier können es die Kinder (ggf. Eltern) allein oder in einer wie auch immer gearteten Schreibkonferenz nutzen, um ihre Geschichte zu überprüfen bzw. überprüfen zu lassen. Aus verschiedenen Vorlagen habe ich dieses Reizwortgeschichte RasterB verfasst, das auch als Schreibhilfe dient. Die Datei hat zwei Seiten: Eine Version für Übungen und eine für den Aufsatz. Da ja nicht jeder eine Ideenspinne nutzt, gibt es heute mal wieder eine Word-Datei, die man vor allem bei diesem ersten Punkt individuell anpassen kann. Hier könnte man auch über Punkte statt Smileys nachdenken, wenn man möchte: Reizwortgeschichte RasterB

Soweit für heute der kurze Einblick in meinen Klassenraum. Und wehe, irgendwer nölt jetzt wieder über eine zu schlecht geputzte Tafel…

Eine reizende Zeit bis zu den Ferien wünscht
Ka

Wer tut was auf der Burg

Man kann meinem Blog entnehmen, dass ich doch gern sachunterrichtliche themen auch in meinen Deutschunterricht aufnehme. Sachunterricht ist eben immer auch Sprachunterricht, so habe ich es schon im Seminar gelernt.
Deshalb kommt hier noch eine Übung, die beiden Fächern zuzuordnen ist. Da doch viele von uns die Kombi D-SU in der eigenen Klasse geben, ist das ja auch niht so schlimm…

Es geht darum, dass Burgbewohnern Tätigkeiten zugeordnet werden müssen, um daraus korrekte Sätz zu bilden. Diesmal etwas Leichteres als die anderen AB von heute! 🙂
AB Wer tut was auf der Burg

Ka

Sprachgebrauch-Übungen mit Bezug zum Mittelalter

Da ja (wie schon erwähnt), der nächste Aufsatz ansteht und wir dafür in der Schule auch fleißig üben werden, wie man eine Reizwortgeschichte schreibt, brauchte ich noch geeignete Übungen, um das auch daheim tun zu können.

Zuerst deshalb hier ein AB, bei dem Wortfeldarbeit betrieben wird: Eine Menge Adjektive werden angeboten, die die Kinder zu Nomen zuordnen müssen: AB Mittelalterliche Wortfelder
Dann zwei AB zur Satzebene: Kurze S-P-O-Sätze sollen beim ersten ausgeschmückt werden durch adverbiale Bestimmungen, Adjektive, vielleicht Orts- oder Zeitergänzungen: AB Sätze ausschmücken
Beim Zweiten muss man ausgeschmückte Sätze umstellen, so dass z.B. ein djektiv oder eine Zeitergänzung vorne steht statt immer der…, der… usw.: AB Sätze umstellen

Mal sehen, ob mein Anpruchsdenken da mal wieder zu hoch greift, oder ob es den Kindern für ihre Geschichten eine Hilfe sein kann, einfach schonmal mit den potenziell vorkommenden Wörtern gearbeitet zu haben…

Ka

Reizwortgeschichte

Der nächste Aufsatz wird genau eine solche. Heute morgen haben wir dazu das Hilfsmittel Ideenspinne kennengelernt, um eine Geschichte zu planen (aus dem ABC der Tiere). Fotos und Eindrücke kommen in den nächsten Tagen dazu mal, auch an einem Überarbeitungs- und Bewertungsraster arbeiten wir gerade noch.

Meine persönliche Reizwortgeschichte heute enthält die Begriffe Telefonanbieter – Kindergarten – Hotline – Spontaneität.
Macht was draus! 😉

Ka

Schaltjahr-Lesetext mit Fragen

Da ich gerade kein Diktat, keinen Grammtiktest und (noch) keinen Aufsatz vorbereiten muss, habe ich morgen wirklich mal wieder ein bisschen zeit, etwas zu lesen. Da die LB-Texte gerade nicht gut passen, nehme ich mal den guten alten Lebensweltbezug mit ins Boot und habe mir einen interessanten Text über die Entstehung des Schltjahres gesucht. Im SWR-Kindernetz bin ich fündig geworden. Und da Viertklässler ja lesetechnisch auch etwas belastbar sind sein sollten, gibts dazu auf die Rückseite ein paar Fragen (Schalttag Fragen Lesetext) mit unterschiedlichen Anforderungsniveaus…

Hier habe ich dann auch noch eine sprachhistorische Erklärung für den Namen gefunden: http://sprachgestoeber.de/schaltjahr/.

Ka

Die mittelalterliche Burg – Prolog

Vorhin habe ich das Pferd etwas von hinten aufgezäumt: Die Beschreibung meiner Burgenbaubeginnstunde habe ich schon gebloggt, bevor ich die Hinführung beschreiben habe… Deshalb hier nun die 2 Stunden davor im Schnelldurchlauf:

1. Welche Teile / Gebäude / Einrichtungen hatte eine durchschnittliche Burg?
Die Kinder arbeiteten in den sieben Gruppen, die sich fürs Bauen schon gebildet hatten, an einem AB mit der Abbildung einer Burg, die beschriftet werden sollte. Findet ihr in jeder gängigen Ritter-Werkstatt oder im Netz (Bildersuche „burg“ hilft weiter). Dazu habe ich alle meine Ritterbücher mit Post-its auf den passenden Seiten versehen und den Gruppen verteilt. Der Klassiker „Schlag nach im Sachunterricht“ hat auch eine schöne Seite dazu und in manchem Deutsch-Lehrwerk finden sich auch passende Infos. Nun wurde in drei Phasen mit wechselnden Büchern gearbeitet, um möglichst viele Teile der Burg zu erkennen und zu benennen.


Bei jedem Klingeln meines Klangstabs wurden die Bücher getauscht. Da sie alle auf sehr unterschiedlichen Niveaus liegen und zum Teil abweichende Begrifflichkeiten verwenden, haben wir also Differenzierung und Wortschatzarbeit gleich mit erledigt…

2. Wofür gibt es all dieses?
Nach dem vergleichenden Beschriften der Burgabbildung via OHP-Folie (so richtig ganz klassisch mit Folienstift und so!) haben wir dann mal sortiert, welchen ganz konkreten Zwecken die Gebäude etc. dienen. Auf drei Plakaten habe ich die Erklärungen der Kinder sortiert und am Ende suchten wir gemeinsam Überschriften für die Themen: „Schutz & Sicherheit“, „Versorgung“ und „Vorteile / Privilegien“ kamen dabei heraus.
Hier hat sich nochmal bewiesen, dass es für die Kinder gut war, am Anfang der Einheit den Film über das Leben der Bauern im Mittelalter gesehen zu haben – so konnten sie vor allem die Privilegiertheit der höheren Stände gut herausarbeiten und den Luxus bzw. die Sicherheit fester Mauern erkennen. Auch das regelmäßige und bessere Essen war für sie eher zu verstehen.

So, Pferd umgedreht. Jetzt kam die erste Burgenbaustunde, in der zuerst die Urkunden eingereicht und dann die Genehmigungen erteilt wurden. Sobald der Schreiber der Gräfin von seiner Pfeilverletzung genesen ist, wird er die Genehmigungsurkunden auch schriftlich ausstellen und durch die Gräfin übergeben lassen 🙂

Ka,
… deren frühere Fachleiterin SU diese Stunde irgendwie schonmal gesehen hat, nur mit anderen Kindern…

Materialtipp: Freiarbeit

Immer wieder stehen wir ja alle mal vor dem Problem, was die schneller arbeitenden Kinder tun können oder womit man Freiarbeitszeiten füllt und vielleicht sogar die Kinder dazu bringt, sich privat mal nicht vor einen Bildschirm zu klemmen…

Ich nutze seit Jahren gerne dieses Rätselbuch:

Da drin stecken 8 Rätselgeschichten oder Krimis, die jeweils ca. 10 Doppelseiten lang sind. Verschiedenste Rätsel müssen gelöst werden, damit am Ende der Hundedieb, der Dieb des Fußballpokals, der Einbrecher oder andere Schurken gefasst werden können.

Leseförderung ist übrigens inklusive – ohne „Textarbeit“ verpasst man ja die wichtigsten Tipps und Hinweise.

Wie in den Vorjahren lieben die Viertklässler diese Geschichten und nehmen sie teils wirklich mit nach Hause. Oft genug werde ich um neue Krimis angebettelt…

Ka

Die mittelalterliche Burg

Die Gräfin von und zu… hat inzwischen allen sieben Gruppen den Bau ihrer beantragten Burg genehmigt. Zur Bedingung hatte sie gemacht, dass die Gruppen eine Urkunde vorlegen, die ihren adligen Familiennamen und ihr Wappen enthält. Dieser Aufforderung konnten letztendlich alle bei der zweiten Audienz der Gräfin [die wieder allen viel Spaß gemacht hat] nachkommen:

Die Familien „vom Wald“, „vom Königsstein“, „von und zu Lippe“, „von und zu Bavaria“ und die anderen haben inzwischen begonnen, aus ihren daheim gesammelten Baumaterialien ihre Burgen zu errichten. Kartonverpackungen und Tesafilm lassen in Union schon erste Grundzüge erkennen. Wieder einmal bezeichnend ist es, wie geplant und vorbereitet manche Gruppen an solch ein Projekt herangehen: sie überlegen gleich beim Sammeln schon, welche Kartons sie brauchen können und bringen zum Beispiel Schaschlikspieße für ein Fallgitter mit. Andere stehen nach einer Woche Ankündigung mit einem Cornflakes-Karton vor mir und wundern sich, was sie daraus machen sollen. Wieder andere schmeißen jegliche Planung über Bord und arbeiten sich in einen Rausch. Auch interessant, dass für einzelne Kinder ein Team wirklich nur „toll, ein anderer macht’s“ bedeutet…
Hier mal erste Eindrücke:

Ich bin mal gespannt, wie’s weiter geht. Die nächste Audienz der Gräfin wird nächste Woche wohl wieder anreisen und den Baufortschritt begutachten.

Ritterliche Grüße,
Ka