Portraitwerkstatt Teil 4

Irgendwie ist nach dem Teil 1 und Teil 2/3 der Porträtwerkstatt die Fortführung im Blog glatt untergegangen…
Deshalb hier nun ein paar weitere Inhalte der Viertklässler:

  • Portraits malen wie Paul Klee
  • Portraits malen wie Pablo Picasso
  • Portraits von einer Kinderbuch- bzw. -filmfigur zeichnen

Im weiteren Sinne kann man auch die Themen „Keith Haring“ (Link) und „Edvard Munch – Der Schrei“ (Link) zu den Portraits zählen. Die habe ich aber in anderen Formaten angelegt, weshalb sie am Ende nicht in unsere Portraitmappe kommen werden…

Hier ein paar Eindrücke:

1. Ein Portrait malen wie Paul Klee: mit Hilfe eines Tellers und eines Lineals entwickelten wir schrittweise (s. Diashow) eine eigene Version des berühmten Kopfes von Paul Klee. Dann legte sich jeder eine Farbrichtung fest, also eher warme, helle oder kalte Töne. Einzelne kleine Akzente durften wie im Vorbild auch mit einer gegenteiligen Farbe gesetzt werden. Sehr spannend und für Kunstnoten sehr aussagekräftig, wer die Anweisungen genau befolgen und umsetzen kann… (ca. 3 Schulstunden)

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2. Ein Portrait malen wie Pablo Picasso: Auch hier gab es zuerst eine Bildbetrachtung von Bildnissen der Dora Maar und anderen Bildern. Die Eigenheiten der Gesichter wurden intensiv analysiert. Dann gab es einige kurze Anweisungen, wie das Gesicht mit Bleistift auf A4 angelegt wird und danach durfte möglichst leuchtend bunt angemalt werden. Klappte größtenteils gut in einer Doppelstunde.

3. Portraits von einer Kunstfigur zeichnen. Mit dem Auftrag „Suche ein Bild deiner liebsten Kinderbuch- oder Filmfigur“ durften die 4er unter Aufsicht mal die google-Bildersuche nutzen. Einige Minuten lang durften sie nun ihre Figur betrachten und möglichst gut einprägen, dann mit Buntstiften auf A4 zeichnen. Erstaunlich fand ich neben der erwartet unterschiedlichen Zeichenkompetenz die Auswahl der Figuren: von den Olchis übder Masha (von Masha und der Bär, Kika) bis zu Pacman war alles dabei… [Ein paar Bilder kommen hoffentlich noch!]

Einen künstlerisch wertvollen Tag wünscht euch
Ka

Is this a real „Haring“?

Arbeiten in anderen Formaten als A4 oder A3 reizen mich ja immer mal wieder. Diesmal sind also Quadrate dran gewesen, ca. 10cm Kantenlänge. Werke von Keith Haring wurden betrachtet – hierfür nutze ich übrigens immer wieder gern den Beamer. So kann ich mehrere Werke kostenneutral zeigen, ohne mit Bilderrahmen, Drucken oder sonstwas hantieren zu müssen… [Bilder findet man online ja genug, und nur zum Betrachten dürften wir sie ja nun doch wohl nutzen, meine ich!?]

Der AA war es nun, vier Motive auszuwählen und in angemessener Größe auf je ein Quadrat zu zeichnen. Eine Vorlage mit vielen kleinen Bildern findet sich in einem der Bergedorfer-Kunst-Sammelbände. Schmierpapier habe ich den Kindern dringend empfohlen, um erstmal ein Gespür für die eigentümliche Linienführung und die richtige Größe zu bekommen. Dann nur noch mit schwarzem Filzer nachzeichnen, einfarbig bunt anmalen und den Hintergrund färben – fertich!

Ach nein, die größte Heerausforderung kommt ja noch: 4 Bilder gleichmäßig und gerade auf ein großes Quadrat kleben! 😀

Ka

Malen wie Munch

So ein richtig lauter Schrei – der liegt uns doch allen mal während eines zauberhaften Schulvormittags auf den Lippen, oder???
Den Viertklässlern lag er wohl dann doch eher in den Wachsmalern…

Nach ausführlicher Bildbetrachtung und -beschreibung inkl. Vermutungen über den Grund für den berühmten „Schrei“ von Edvard Munch zeichneten wir mit Bleistift auf A3 im Hochformat das Grundgerüst für unsere Bilder.
Mit Hilfe von Hilfspunkten und -größen konnten so fast alle die Verhältnisse ganz gut schaffen: zuerst den Himmel, etwa eine Handbreit vom oberen Bildrand weg eine Wellenlinie zeichnen; dann den Menschen, ungefähr handgroß unten mittig; dann das Geländer von der rechten unteren Ecke bis etwas zur Mitte des linken Randes…

Ich finde, dass da ein paar echt coole Schreie herausgekommen sind. Und ich finde, dass die „Großen“ da echt mal was Anspruchsvolles geschafft haben! *stolz*

Ka

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Eisbären im Schnee

Wieder eine Unterbrechung der Portraitwerkstatt, jahreszeitbedingt: Vielleicht schaffen wir es ja, uns den Schnee herbeizumalen!

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Leider finde ich die Homepage nicht mehr, auf der ich diese Bären mal entdeckt habe, ich würde sie hier gern zitieren. Wenn jemand etwas erkennt, bitte melden! [edit: zwei mögliche Quellen findet man unten in den Kommentaren – meine Quelle war es bislang nicht, aber irgendjemand bekommt zumindest so die credits…]

Die Viertklässler waren etwas erstaunt, mit Kreide arbeiten zu dürfen und haben fleißig gemalt und geschmiert. Sie bekamen: ein Stück blaues Tonpapier (A3), ein kleineres Stück schwarzes Tonpapier, ein weißes Blatt (A4) und ein Stück Kreide. Aus ihrem eigenen Fundus benötigten sie Schere, Kleber und schwarzen Wachsmaler. Und so ging’s:

Auf das schwarze Tonpapier mit der Kreide einen Eisbärenumriss (Kopf mit Ohren und Schultern) zeichnen und mit der Kreide füllen; dann mit den Fingern die Kreide verschmieren. Darauf dann mit schwarzem Wachsmaler Augen, Nase, Mund und das Innere der Ohren malen. Den Kopf zuletzt ausschneiden.

Das weiße Blatt wird im Querformat mittig durchgerissen, dabei Bögen oder eine Rundung bzw. Unebenheiten entstehen lassen. Mit der glatten Seite nach unten auf das hochformatig liegende blaue Tonpapier kleben – so müsste die Breite genau passen. Im Ergebnis haben wir einen verschneiten Boden, der mit Risskante viel effektiver ist als geschnitten. Mit der Kreide werden dann noch mit jeweils drei sich kreuzenden Strichen Schneeflocken auf dem ganzen Blatt verteilt gemalt. Unbedingt erst die Flocken malen und dann den Bärenkopf aufkleben, da sonst der Schnee immer um den Bären herum einen Rahmen bildet und nicht einfach fliegt.

Naja, zuletzt den Bären aukleben! Dabei darauf achten, dass auch die untere Kante des Bären an der Blattkante anliegt, sonst sieht er so abgeschnitten aus…

Wie das aussehen kann, seht ihr hier. Ich mag ja Ausstellungen, in denen nicht alles schablonenhaft gleich aussieht…

 

Viel Spaß mit euren Eisbären!

Ka

Weihnachtskarten-Variante 1027

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Zum Kartenbasteln bin ich in der Schule kaum noch gekommen, bevor diese Woche meine letzten Kunststunden anbrachen. Wichtiger war mir dann aber trotzdem das beenden der letzten Aufgaben, so dass die Karten ratz-fatz gehen mussetn. Deshalb diese sehr flotte und schnell vorzubereitende Kartenvariante im Schnelldurchlauf…

Material: Tonkarton in Wunschfarbe auf A5 geschniten, grünes Papier auf A6 geschnitten, weißes oder farbiges Papier mit Weihnachtswünschen in ansprechenden Schriftarten

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Vorgehensweise: Zuerst wird die Karte mittig gefaltet und gefalzt. Aus dem grünen Rechteck wird ein Dreieck freihändig geschnitten. Ein Hilfsknick mittig der kurzen Seite hilft, dies einigermaßen gleichmäßig hinzubekommen. Das Dreieck wird dann frei Schnauze mit geraden, geschwungenen oder gezackten Linien durchschnitten, am besten mindestens viermal. Die Einzelteile werden mit kleinen gleichmäßigen Abständen aufgeklebt – unten beginnen! Achtung: Manche Kinder neigen zum Verdrehen der Teile und schmieren den Kleber dann auf die falche Seite. Ergibt dann sehr lustige Bäume – eher so die nach-Kyrill-Optik. Zuletzt wird einer der Weihnachtswünsche ausgerissen (!) und auf die Karte geklebt. Fertich!

Wenn’s mal schnell gehen muss, eine hübsche kleine (fast!) kopierfreie Alternative.

Portraitwerkstatt Teil 2 und 3

So, endlich konnte ich in der Vierten mal wieder Kunst erteilen und die Arbeit an der Portraitwerkstatt fortsetzen. Hier der aktuelle Stand:

  • Nach dem „blind“ gezeichneten Portrait in PA haben die Kinder auf A4 mit Buntstiften ein klassisches realistisches Selbstportrait gezeichnet. Als Hilfestellung gab es kleine Spiegel zum sich-Betrachten.
  • Dann ging es an die Kamera: In Dreiergruppen zogen die Kinder los mit der Aufgabe, gegenseitig ein Bild in der Halbtotalen aufzunehmen – also den ganzen Körper mit wenig Platz drüber und drunter. Sie durften sich dazu im Schulgebäude oder auf dem Schulhof jeder ihren liebsten Platz aussuchen. Bis auf zwei haben das mit der Perspektive auch alle gut hinbekommen. Die Bilder habe ich dann während des Selbstportrait-Zeichnens auf den PC gezogen und jeweils zweimal nebeneinander auf ein A4-Blatt ausgedruckt. [Einfach alle Bilder kopieren und in den selben Ordner einfügen. Beim Drucken dann die Option „zwei auf eine Seite“ auswählen und dann erhält man ohne Schnibbeln und Kleben dieses Ergebnis. Geht natürlich am besten am Laserdrucker oder Kopierer, da beim Tintendrucker die Farben nicht „sicher“ sind.] Den linken Ausdruck sollten die Kinder dann unberührt lassen; am rechten durften sie sich „austoben“: mit Bunt- und Filzstiften durften/sollten sie sich verändern, verkleiden, umgestalten… Hier mal ein sehr ruhiges Bsp. für den ersten Eindruck; ich reiche mal noch andere nach. Cappys, Tattoos, Hintergründe und Frisuren wurden schon gesichtet.

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  • Diese Woche ging es endlich in die zweite Fotorunde. Diesmal habe ich von allen Kindern vor ruhigem Hintergrund (weiße Wand) eine Nahaufnahme gemacht, also nur Kopf und etwas Schulter. Die habe ich dann auf A3 ausgedruckt, was fast Lebensgröße entspricht. Die Kinder schneiden dann ihren Kopf aus und kleben ihn auf graues Tonpapier (halber Bogen). Vorab wurde jeweils ein Bogen Zeitungspapier (mgl. sw und viel Text) mit einem Farbton grundiert und trocknen gelassen. Der wird nun zerschnitten, wie es beliebt und damit der eigene Kopf verwandelt. Hier ist es schwierig mit Beispielen, finde ich immer. Gibt man eins vor, arbeiten viele genau das nach. Gibt man keins und nur vage Erklarungen, kommen seltsame Ergebnisse dabei raus. Ich habs diesmal ohne Beispiel gewagt und warte nun mal ab. Fotos folgen dann demnächst.

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Soweit zur Zeit. Nach nächstem Dienstag bin ich vielleicht schlauer…

Ka

Namensgraffitis

Bei einer lieben Kollegin habe ich mir diese wunderschöne Idee abgeschaut und vor den Herbstferien mit den frischgebackenen Drittklässlern umgesetzt:

1. Hintergrund: Zuerst wird ein Blatt (A3) grau grundiert. Ich habe dafür statt des winzigen Deckweißtübchens den Kindern lieber weiße Wandfarbe bzw. Abdeckfarbe zur Verfügung gestellt, die sie sich löffelweise in kleine Behälter abfüllen und dort mit schwarzer Wasserfarbe mischen konnten. Es sollte ein heller Grauton entstehen. Nach dem Trocknen wird die vorhande Farbe dann noch etwas dunkler gemischt, also mehr Wasserfarbe eingerührt und ein schlichtes Steinmuster auf den Grund gezeichnet. Bestenfalls ergibt sich dann der Eindruck, dass eine graue Mauer zu sehen ist.

2. Graffiti: Auf ein weiteres Blatt der gleichen Größe wird dünn mit Bleistift der Name des Kindes in Schreibschrift geschrieben. Viele Kinder brauchen hier Hilfe, damit die Buchstaben gleichmäßig groß werden. Das ließ sich aber selbst bei meinen 25 Schätzchen gut bewältigen! Dann wird der Name dick mit einer Wachsmalfarbe nachgeschrieben. Mit einer neuen Farbe wird dann der gesamte Namenszug umrandet – dabei keine „Löcher“ in den Buchstaben auslassen und darauf achten, dass die Umrandung auch wirklich rundherum geht. So geht das weiter, bis (mindestens) sechs Farben zum Einsatz gekommen sind. Achtet auf die Deckkraft beim Malen, dann „leuchten“ die Namen nachher besser…

3. Fusion: Der Name wird ausgeschnitten und mit Flüssigkleber auf die Mauer aufgeklebt. Tadaaa! Fertig. Ich war begeistert. Zwei Doppelstunden Aufwand für einen tollen Flurschmuck.

Materialtipps: Für Mischaktionen und die Arbeit mit Kleinteilen habe ich in der Schule eine kleine Auswahl an kostenfreien Behältern: Zazikibecher, 1l-Joghurteimer mit Deckel und sowas. Darauf kann man dann zum Beispiel hier zurückgreifen, nachher einfach einmal durch die schulische Spülmaschine und weiter geht’s. Flüssigkleber sehe ich perönlich nicht gerne in den Händen/Fächern/Ranzen der Kinder. Deshalb steht auf unserer Materialliste immer ein klebestift. Für die seltenen Fälle, in denen der nicht geeignet ist, habe ich für die Kunstklasse aus der Klassenkasse 6 Tuben Flüssigkleber angeschafft, die im Schrank ruhen und nur dann zum Einsatz kommen, wenn man sie wirklich braucht.

So, viel Spaß mit diesem netten Kunstprojekt – schonmal  danke für Kommentare, Vorschläge oder Rückmeldungen!

Ka