Reisesteine

Was mit dem Fund eines in Krefeld bemalten Steines auf Langeoog begann, hat erst meinen Möppel und mich (selbst ja bekennende Ostwestfalen) bewegt, selbst Steine zu bemalen und auszulegen und ist nun ein Unterrichtsprojekt für eine dritte Klasse geworden. Die eigentliche Planung wurde leider stark verzögert wegen meiner Tollpatschigkeit, die mit einem Bänderris und somit einer wochenlangen Krankschreibung bestraft worden war.

Alle Interessierten nehme ich mit in den geplanten Ablauf der Sequenzen inkl. ungefährer Zeitangaben:

1. Das Konzept der Wandersteine/Kreativsteine wird erklärt: man bemalt einen Stein, legt ihn an einem Ort aus, wo er auch gefunden werden kann. Der Finder meldet den Stein (bislang meist in facebook-Gruppen*) und legt ihn an anderer Stelle wieder aus. Hausaufgabe: einen passenden Stein mitbringen – Kriterien: etwas handtellergroß, rundlich / nicht kantig, einigermaßen glatt, sauber (ca. 1/2 bis 1 Stunde)

2. Die SuS bemalen im Kunstunterricht ihre Steine mit Acrylfarben und Wunschmotiven. Ob es ein Motto gibt, kann man selbst entscheiden. Die Vorderseiten der Steine werden fotografiert.** (ca. 2 Stunden)
Ich habe für dieses Projekt ein günstiges 12er-Set Acrylstifte vom Versandriesen gekauft, Klarlack gab es grad günstig beim Discounter und Acrylfarbe für die Grundierung in der Schule.

3. Es wird ein Padlet o.ä. angelegt, in dem die FinderInnen ihren Fund mit Foto dokumentieren können. Hier könnte entweder die Regalform gewählt werden, so dass jeder Stein eine eigene Spalte hat, in der seine Fundorte nachzulesen sind, oder die Version „Karte“, so dass FinderInnen via GoogleMaps den aktuellen Fundort jedes Steins markieren können***. Zweitere Version bietet sich an, wenn in Sachunterricht eine Verknüpfung mit Geografie geplant ist. Die SuS lernen die Handhabung des Padlets kennen und einigen sich auf Titel und Untertitel. Bei uns wurde es „Reisesteine“.
4. Es wird überlegt, wie der Link zur gewählten Seite auf den Stein kommt. Lange URL lassen sich aus Platzgründen nicht darauf schreiben, so dass die Arbeit mit einem Kurzlink vorgeschlagen wird. Der Name für den Kurzlink wird gemeinsam abgestimmt. (3. und 4. passt in eine Stunde)
Wir haben t1p als Linkverkürzer verwendet, da die Basis-URL dort sehr kurz ist und man das Wort dahinter selbst festlegen kann. Andere Systeme generieren vierstellige Zahlencodes, die sich aber eben nicht so gut merken lassen wie unser Schlagwort.

5. Die SuS tragen ihre Steine mit Foto in das Padlet ein. Jeder Stein bekommt eine eigene Spalte, einen Namen und eine kurze Beschreibung.
Bild 1: Erste Einträge ploppen auf – große Verwunderung, gefolt von Begeisterung:
2020-01-21 10.06.08
Bild 2: Nun sind alle Steine eingetragen:
Reisesteine Padlet
Jeder, der über den Kurzlink Schreibzugriff auf das Padlet hat, kann darin eine neue Spalte und/oder einen neuen Beitrag anlegen. Die Lehrkraft muss darauf achten, dass zwar Schreibrecht, aber kein Editierungsrecht erteilt wird, sonst könnten Beiträge der SuS von Besuchern gelöscht oder verändert werden.

6. Die fertig bemalten Steine werden auf der Rückseite mit dem Kurzlink beschriftet, dann mehrfach mit Klarlack überzogen und nach dem Trocknen in der Umgebung der Schule ausgelegt. Ein Unterrichtsgang oder eine Nachmittagsaktion bieten sich an (wieder Anknüpfungspunkt Geografie, Heimatort). (1 Stunde)
Auslageorte sollten gut sichtbar sein und kein Stein sollte wegen Hundealarm direkt am Boden liegen.

7. Nun heißt es: Abwarten und regelmäßig überprüfen, ob bzw. welcher Stein gefunden wurde und einen Eintrag bekommen hat. Mit Hilfe des Kurzlinks können die SuS auch von zuause aus nachsehen, ob ihr Stein gefunden wurde.

Abschließend noch ein paar Überlegungen zur Frage, ob dieses vielleicht ein „zeitgemäßes“ Unterrichtsprojekt ist. Es gibt mehrere Gründe, die dafür sprechen könnten: das Projekt trägt ein bisschen Lebenswelt (mancher SuS zumindest) in die Klasse – sicher aber trägt es bei den meisten SuS einen Unterrichtsinhalt in die Lebenwelt hinein: über den Kurzlink kann man daheim oder unterwegs schauen, was sich im Padlet getan hat. Das lässt sicherlich kaum jemanden kalt, wie es dem eigenen Stein ergeht.
Außerdem kommen „neue“ Medien zum Einsatz, wenn auch erstmal nur am Rande. Nicht jedes Kind kann anfangs beim Erstellen der Seite aktiv am PC arbeiten, aber jedeR kann mitdenken und mitplanen. Den eigenen Stein kann dann jedes Kind selbst in das Padlet einpflegen; entweder geschieht das mit schuleigenen mobilen Geräten oder mit Hilfe von Digitalkamera, Datenkabel und PC. Und daheim nachschauen kann auch jedes Kind.
Nicht zuletzt geht es hier um eine gemeinsame Erfahrung, die Kreativität und kollaborative Ansätze beinhaltet und Kommunikation zwischen den SuS und im Nachhall mit Menschen aus der Umgebung anregt.

Herzliche Grüße
Katha

* An dieser Stelle kann man je nach Lernausgangslage der Klasse auch überlegen, warum man sich eben nicht an die facebook-Gruppen anhängt, sondern eine unabhängige Plattform nutzen sollte, die auch ohne Anmeldung via Link zugänglich ist.

** Bei uns wurden die Fotos dann auf den PC übertragen und den Kindern im Schulaustauschverzeichnis zum späteren Hochladen zur Verfügung gestellt.
Einige Bilder mussten wir nachholen, was ich aufgrund von Zeitmangel dann so gelöst habe: Padlet am Handy aufrufen, Fotos mit dem Handy machen, Fotos direkt ins Padlet hochladen – die Kinder waren begeistert.

*** Beim Teilen muss die Option „kann schreiben“ aktiviert sein, damit BesucherInnen der Seite die bestehenden Einträge nicht ändern können, selbst aber ihren Fund eintragen können.

Sprechende Bilder (mit QR-Codes)

2020-01-21 13.05.42

2020-01-21 13.05.54Eine liebe Kollegin im zweiten Schuljahr hat ein klassisches Thema mit ihren Schützlingen angepackt: Das Gedicht „Ich male mir den Winter“ von Josef Guggenmoos. Ich traf sie, wie sie die Bilder in unserer Halle ausstellte und wir bewunderten sie gemeinsam. Als sie mir erzählte, dass die Kinder das Gedicht auch vorzulesen geübt hatten, schlug ich vor, eben dieses Vorlesen aufzunehmen und mittels QR-Code auf die Bilder zu kleben, so dass die Eltern mit ihrem Smartphone den Kindern zuhören können. Da die Kollegin begeistert von der Idee war und wir ja gerade frisch zwei iPads an die Schule bekommen haben, war fix ein Date gemacht, um die Aufnahmen zu machen.

Für die Aufnahmen nutzten wir eine App, die ich erst vor Kurzem entdeckt hatte: chirp.qr. Hiermit kann man…
– intuitiv Sprache aufnehmen (Vögelchen antippen startet und beendet die Aufnahme),
– das Aufgenommene zur Kontrolle anhören und
– dann direkt einen QR-Code erzeugen und speichern.
Kleiner Tipp für den mehrfachen Einsatz wie in unserem Fall: man gibt den Codes beim Speichern zwar Namen, aber die tauchen beim Exportieren der Bilder nicht auf. Also Reihenfolge der Sprecher notieren – handschriftlich oder in einer Notizen-App (in die man zur Sicherheit auch die Codes einfügen kann).

Was wir nun also gemacht haben? Mit den beiden vorhandenen Tablets haben wir uns in zwei ruhige Räume verzogen und nach und nach alle SuS das Gedicht vorlesen lassen. Jede Aufnahme wurde in einen QR-Code umgewandelt und gespeichert. In Ermangelung eines USB-Lightning-Speichersticks und eines WLAN-Druckers habe ich die Codes dann via AirDrop an mein iPhone übertragen und von dort an meine Schuladresse gemailt. Dann waren die Codes flott ausgedruckt. Zuletzt wurde jeder Code auf das dem Kind gehörende Bild geklebt und schon hat man Zeichnung und Sprache verbunden. Für interessierte, aber nicht so erfahrene Techniknutzer habe ich eine kurze Anleitung für die QR-Codes zu den Bildern gehängt (s. Foto).

Hier könnt ihr mal anonym in zwei Aufnahmen hineinhören. Dabei wird auch ganz gut die Bandbreite der Leseleistung deutlich. (Einige Kinder haben auch nur die erste Strophe eingelesen…).

Für uns ein sehr rundes kleines Projekt, für das sich sicher viele Kunst-Themen oder Lesestücke eignen. Gerade bei dem Gedicht, das die Kollegin ausgewählt hat, passt das Vorgehen einfach toll, denn der Text beschreibt ja exakt das Gemalte bzw. das Gemalte richtet sich nach dem Text des Gedichts.

Beste Grüße
Katha

Thementag „Medienkonzept“

Wie viele andere Schulen auch, befinden wir uns momentan mitten in dem Prozess, ein Medienkonzept zu verfassen. Gerade haben wir (Steuergruppe und Mediengruppe) dazu einen „Thementag“ als SchiLf bzw. Pädagogischen Tag durchgeführt. Hier kommen daraus ein paar Eindrücke.

LesespielZum Start haben wir mit allen KuK ein Reaktions-Lesespiel* durchgeführt. So ging es ein bisschen lockerer los als mit dem direkten Input und wir haben schonmal ein paar Argumente ausgetauscht. Die Idee, solch ein Lesespiel auch außerhalb von Unterricht durchzuführen, kommt vom letzten LAA-Jahrgang, die eines bei ihrer Verabschiedung aus dem ZfsL einsetzten. Hier gibt es die Vorlage zum Lesespiel Aufwärmen – je nach Personenzahl müsste man es verlängern oder kürzen…

MK1Der eigentliche Beginn war dann ein Inputvortrag von mir, in dem ich die Begründung für die Arbeit dargestellt habe und warum ich dieses Konzept anders als diverse andere Konzepte und Arbeitspläne, die wir in den letzten Jahren schreiben mussten, sinnvoll finde. Kritisches und die erwartbaren Widerstände sind darin direkt eingeflossen, um nicht zu euphorisch und dadurch realitätsfern zu wirken. U.a. hier:

Inhalt war neben demMedienkompetenzrahmen NRW als Pflichtteil auch das SAMR-Modell, um eine leichte theoretische Unterfütterung des größtenteils praktischen Tages zu gewährleisten.
SAMR_BadDiese Visualisierung des Modells von Ruben Puentedura gefällt mir deshalb so gut, weil die zurückhaltenden KuK sehen können, dass sie sich gar nicht sofort „ganz in die Tiefe“ der Digitalität begeben müssen, sondern auch erstmal ein wenig unter die Oberfläche schauen können. Wichtig allerdings ist, dass man sich bewegt und nicht am Rand stehen bleibt!

Nach dem Input hatten wir einen „Digitalen Klassenraum“ ausgebaut: es gab verschiedene Angebote zum Ansehen und vor allem Ausprobieren.
> BeeBots – kleine gelbe bienenfärmige Roboter, deren Laufweg man programmieren muss
> eine Übung, bei der Satzglieder im Textverarbeitungsprogramm markiert und verschoben werden
> die digitale Version unseres Deutschlehrwerks
> die App Anton
> unser digitales Aufnahmegerät
> eine Präsentationskamera (aka Visualizer) und eine tote Biene zum Heranzoomen
> eine Sortierübung zu den Wortarten erstellt mit Learningapps

Eifrig wurde hier niederschwellig getestet und besprochen. Im Anschluss gab es drei etwa 20minütige Probierangebote, die die KuK in 4er-Gruppen nacheinander besuchten:
> mit BookCreator am Tablet eine Zahlvorstellung herstellen
> mit den Calliope Minis am PC erste kleine Programmierungen versuchen
> (allein) den Link zu einem Padlet öffnen und darin eine Geschichte planen (s. alter Blogeintrag)
Daran schloss sich ein Austausch an über Erlebtes, Festgestelltes, Schwierigkeiten und Wünsche.

Am Nachmittag ging es dann in den (z. T. erweiterten) Fachkonferenzen darum, fachbezogen konkrete Ideen zu sammeln und diese dem MKR zuzuordnen. Es gibt ein tolles sehr großes Poster des MKR, auf dem wir dann jede Idee als Klebezettelchen dokumentieren konnten. Jedes Fach hatte eine eigene Klebezettelfarbe bekommen, um später die Übersicht zu erhalten. Der Arbeitsauftrag beinhaltete das Wünschen und Fantasieren. Wie vielen anderen Schulen auch stehen wir ja vor dem Spagat, den Einsatz von Medien in unseren Unterricht zu implementieren, die viele von uns nicht kennen/nutzen. Deshalb sollten alle Ideen notiert werden unabhängig von ihrer Realisierbarkeit und den technischen Mitteln.
Nun stehen wir vor dem nächsten Schritt: Die Zettelchen müssen ausgewertet und ggf. nachsortiert werden, damit dann daraus eine Art von Mediencurriculum für unser Medienkonzept werden kann.

Abgeschlossen wurde der Tag mit einer Zielscheibenumfrage mit oncoo, einem Tool des Studienseminars Osnabrück. Hier gab es fünf Fragen zur eigenen Haltung gegenüber Medien und wie sich diese evtl. am Päd. Tag verändert hat.

Es war ein sehr spannender Tag für mich als sehr medienaffine und -sichere Lehrerin, die sich in manche Bedenken erstmal selbst eindenken musste. Ich wünsche mir, dass wir einen Prozess anstoßen konnten nicht nur einen weiteren „toten“ Papiertiger namens Medienkonzept schaffen…

Tschüss!
Katha

* Für diejenigen, die damit (noch) nichts anfangen können, habe ich in diesem alten Blogeintrag mal die Funktion beschrieben.

Rezension: „Fips will keine Schildkröte mehr sein“

Fips (1)Titel: „Fips will keine Schildkröte mehr sein“
Verlag: KaleaBook (hier klicken)
Autorin: Simone Gruber
Illustrationen: Jacqueline Kauer
ISBN: 978-3-906234-09-0

 

Zum Inhalt:
Fips ist eine Schildkröte und findet es langsam ziemlich langweilig: immer nur in der Sonne liegen und dann auch noch den schweren Panzer mitschleppen…
Zum Glück trifft Fips aber den munteren Hasen, der einem Tausch nicht abgeneigt ist. So tauschen die beiden Fell gegen Panzer und erleben nun, wie es in der Haut des jeweils anderen so ist. Schnell merkt Fips, dass das Hasensein als „Fellkröte“ sehr gefährlich ist und tauscht noch einmal, später dann noch mit einem dritten Tier. Jedes Mal aber merkt die kleine Schildkröte, dass alle mit ihren Problemchen zu kämpfen haben – leichte Beute zu sein bzw. gejagt zu werden ist auf die Dauer echt anstrengend.

Letztendlich finden die vier Tiere der Geschichte aber eine Lösung, mit der sie alle zufrieden sind.

Im Buch findet man am Ende einen Anzieh-Fips, also eine stabile Pappseite mit einer Ausschneideschildkröte und diversen Outfits, die diese in alter Anziehpuppenmanier passen. Weitere Vorlagen gibt es online zum Download, so dass auch Geschwisterkinder oder alle Kinder einer Gruppe/Klasse eine eigene Puppe haben können.
Fips (2)

Meine Meinung:
Die Geschichte von Fips beginnt mit einem Thema, das vielen Kindern sehr nah ist: Aspekte des eigenen Lebens oder der eigenen Persönlichkeit stören mich und ich bin unzufrieden oder sogar traurig. Ich wünsche mir, jemand anderes zu sein, mehr zu dürfen/können, anders auszusehen etc.
Die meisten Menschen, auch und vor allem Kinder, können mit Fips mitfühlen und die kleine Schildkröte auf ihrem Weg begleiten. Fips kann etwas, dass wir nicht können: er schlüpft in eine andere Haut. Er merkt aber auch, dass das Gras drüben vielleicht doch nicht immer grüner ist. Hier wird viel Wertearbeit betrieben, ohne den mahnenden Zeigefinger zu heben. Das macht das Buch für mich sehr liebenswert und zu einem unverzichtbaren Bestandteil unseres Familienbücherregals. Ein Lebensmotto kann man, wenn man will, mitnehmen:
Fips (4)

Was mir und meinen Kindern (4, 8) neben der lustig erzählten Geschichte sehr gut gefallen hat, sind die Illustrationen von Fips und den anderen Tieren und die Hintergründe, die einige kleine Überraschungen zum Entdecken anbieten. Toll finde ich es auch, dass je nach Situation mit der Schriftgröße, -art und -farbe gearbeitet wird. Die Aussagen der Tiere sind in einer für sie passenden Farbe gedruckt, Lautmalereien werden so hervorgehoben.

Aus der fachlichen Ecke der Deutschdidaktikerin möchte ich noch hervorheben, dass „Fips will keine Schildkröte mehr sein“ sehr repetitiv aufgebaut ist. Jede Begegnung läuft nach dem gleichen sprachlichen Muster ab, so dass die Zuhörer schnell auch schon Teile mitsprechen können. Im Sinne des sprachsensiblen Unterrichts sind Bilderbücher mit solchen aus dem Fremdsprachenunterricht bekannten „repititive structures“ meine Favoriten.

Leseempfehlung:
Als Vorlesebuch ist Fips‘ Geschichte ab etwa drei Jahren geeignet; die Anziehpuppe unterstützt hier handelnd das Verständnis der Geschichte. Tiefergehende Gespräche über die eigene Persönlichkeit, Wünsche und Nöte kann man ausgehend von diesem Bilderbuch sicher bis ins Jugendalter noch führen – die Zielgruppe liegt aber m.E. bei Vor- und Grundschulkindern.

In der Grundschule kann ich mir Fips deshalb auch hervorragend vorstellen: In Ethik oder Religion, in Klassenstunden etc. wäre das Gespräch über die eigenen Fähigkeiten, was man gern mal wäre/könnte und warum man doch gern man selbst ist, gut mit der gelangweilten kleinen Shcildkröte anzustoßen.
Im Fach Deutsch fände ich es einen ganz tollen Schreibanlass, Fips noch ein anderes Tier treffen zu lassen, so dass sich ein neuer Name für die Schildkröte, Fellkröte, … ergibt und welche Nöte Fips dann wohl erleben könnte. Ein ganzes Klassen-Geschichten-Buch kann so entstehen, an dessen Ende dann wieder die Lösung des Problems aus dem Buch stehen würde.

Vielen Dank an den schweizerischen Kalea-Verlag für das druckfrische Rezensionsexemplar!

Beste Grüße,
Katha

Doppelrezension: Gewaltfreie Kommunikation (GFK)

Titel: „Zauberbuch Familienfrieden konkret“ und „Was brauchst du?“
Verlag: edition riedenburg (hier klicken)
Autorin: Hanna Grubhofer, Sigrun Eber
Illustrationen: Barbara Weingartshofer
ISBN: 978-3-99082-015-5 und 978-3-99082-022-3

Zum Inhalt:
1. „Was brauchst du?“

In diesem Büchlein werden verschiedene Streitfälle zwischen immer zwei Tieren erzählt und mit Bildern visualisiert. Jedes Mal kommt die Giraffe, das Symboltier für die gewaltfreie Kommunikation, helfend hinzu. Sie ermittelt die Bedürfnisse der Streitenden und hilft, Lösungen zu finden. Im hinteren Teil gibt es Ausfüllseiten, die sich mit den „Fällen“ noch einmal intensiver beschäftigen und quasi eine Schablone anbieten, wie man in Streitsituationen vorgehen kann.


2019-09-29 14.30.512. „Zauberbuch Familienfrieden konkret“
Autorin Hanna Grubhofer beschreibt sehr ausführlich Situationen aus ihrem Großfamilienleben und wie sie die GFK dort einsetzt bzw. was wichtig ist. Sie bietet Notizseiten an, auf denen der Leser seine eigenen Erfahrungen, Haltungen und Ideen festhalten kann.

Meine Meinung:
1. „Was brauchst du?“

Hier bekommt man entweder als Elternteil oder als Lehrkraft eine sehr konkrete Arbeitshilfe an die Hand, mit der man „streitbare Kinder“ vielleicht ein bisschen sensibilisieren kann. Sie werden in die Geschichten einbezogen und erhalten so Handlungsmuster, wie man sich auch in einem aufgebrachten Zustand in sein Gegenüber hineinversetzen kann. Das Formulieren von Bedürfnissen wird durch Satzmuster hier gut unterstützt und vor allem die wiederholten Abläufe in allen Geschichten können in den Kindern sicher einiges bewegen. Die Giraffensprache, die ich schon in meiner Ausbildung kennenernte, kommt so wieder zu mir zurück und erfreut mich aufs Neue.
2. „Zauberbuch Familienfrieden konkret“
Von diesem Buch hatte ich mir ein bisschen mehr erwartet oder vielleicht eher „ich hätte mir etwas Anderes darunter vorgestellt“. Beim Lesen nimmt die Autorin mich mit in ihr Leben, ihre Erfahrungen und Entscheidungen. Das „konkret“ im Titel ist also bezogen auf ihre Familie absolut treffend. Ich hätte bei „konkret“ eher Tipps oder Entscheidungshilfen erwartet, die sich jedoch von der vorgestellten Familiensituation mit sieben Kindern und einem sehr alternativen Lebensstil kaum auf meine Familie bzw. die meisten mir bekannten Familien übertragen lassen.
Es ist schon interessant, die Konsequenz in der Anwendung der GFK so mitzulesen, aber es wurden kaum Konflikte mit Kindern aufgezeigt (die es scheinbar durch die Art der Erziehung in der Familie kaum gab) – gerade dies war jedoch meine Leseerwartung…
Die Reflexionsseiten finde ich persönlich innerhalb eines solchen Buches wirklich gut – man kann sich so nochmal ganz persönlich mit dem Thema bzw. den Impulsen beschäftigen und liest dann auch ein bisschen anders.

Leseempfehlung:
1. „Was brauchst du?“
Für Eltern von Vor- und Grundschulkindern sowie für päd. Fachleute in diesem Altersbereich finde ich das Buch zur Giraffensprache wirklich sehr konkret einsetzbar. Die Geschichten sind so konstruiert, dass die Kinder sich inhaltlich sicher darin wiederfinden können und die Satzmuster bzw. Ausfüllvorlagen sind zielführend und hilfreich.
2. „Zauberbuch Familienfrieden konkret“
Ein Ausflug in eine etwas andere Familienwelt und das Eintauchen in eine Haltung, die der Gewaltfreien Kommunikation – wer den wagen will und sich interessiert, für den ist dieses Buch genau richtig. Wer aktuell Probleme daheim hat und Vorschläge sucht, wie diese mit Hilfe der GFK angegangen werden können, der ist hier nicht ganz so richtig und sollte mal im Sortiment des Verlags stöbern, was dort noch im Angebot ist.

Vielen Dank an den Verlag edition riedenburg für das druckfrische Rezensionsexemplar und das liebevolle Päckchen, das mir geschnürt wurde!
Familienfrieden (3)

Beste Grüße,
Katha

Bald ist wieder … Vorlesetag!

Ich zitiere an dieser Stelle einen bzw. gleich zwei alte Einträge und füge eigentlich nur noch etwas Material für die Organisation hinzu…

Hier habe ich schon öfter für die Teilnahme am bundesdeutschen Vorlesetag geworben, weil ich die Idee dahinter einfach toll finde und sie gern weiter trage. Wer Interesse hat, an der eigenen Schule solch eine Aktion zu organisieren, dem stelle ich hier meine Vorlagen zur Verfügung.

Die Anschreiben, die weit genug vorher an die in Frage kommenden Menschen herausgehen müssen (Lehrkräfte, OGS-Kräfte, Eltern…):
Erstes: Vorlesetag 1. Anschreiben – an alle möglichen Beteiligten
Zweites: Vorlesetag 2. Anschreiben – an die Vorleser

Die Listen zum Überblickbehalten:
Organisatorenliste: Vorlesetag Übersichtsliste für Teilnehmer Räume Bücher
Eintrageliste: Vorlesetag Liste zum Aushängen

Und zu guter Letzt die Ticketvorlage, wenn man den Kindern so etwas an die Hand geben möchte: Vorlesetag Ticket

Beste Grüße
Katha

 

Die 4-Wochen-Schreibaufgabe

Bereits in meinem Vorbereitungsdienst daaaamals hieß es, dass Aufsätze im Sinne der klasischen Aufsatzerziehung (also: jetzt schreiben alle auf Kommando den gleichen Text) verpönt sind. Ich stehe total hinter dieser Auffassung und darf sie ja nun als Fachleiterin auch an meine LAA weitergeben.

Heute möchte ich zwei Ideen mit euch teilen, die in diese Richtung zielen – eine von mir und eine gefundene.

Zuerst die selbst erprobte und für gut befundene „4-Wochen-Schreibaufgabe„. Wie der Name verrät, zieht sich dieses Projekt über vier Wochen hinweg (wenn es organisatorisch rund läuft…). Ziel ist es, dass die Kinder in dieser Zeit, am besten in festgelegten Schreibzeiten, drei Geschichten verfassen, eine davon überarbeiten und zur Bewertung abgeben. Somit kann man leicht mehr Gestaltungsmöglichkeiten in die Hand der SuS legen und dennoch den Zeitraum überschaubar halten. Durch die passende Textformauswahl (also z.B. nur fiktionale Texte schreiben) lassen sich auch die Kriterien = Überarbeitungstipps und das Bewertungsraster einheitlich für alle Ergebnisse nutzen.

Im abgelaufenen Schuljahr gab es für meine Drittklässler folgende Angebote:
4WSA AUfgaben.PNG

Zur Idee Nr. 2 hier mal ein Eindruck meiner Kiste (ganz eays ein Pappkarton mit ein bisschen Gedöns drin):

Begleitet wurden die Kinder in diesen Wochen mit Übungen zum Präteritum, das als Zeit vorgegeben war und Wiederholungen zum Verfassen von Geschichten. Unsere Geschichtenmaus wurde aus dem Schrank geholt und Satzanfänge ergänzt. Auch die geübten Rechtschreibstrategien sollten zum Ende des Schuljahres noch einmal beim Überarbeiten Berücksichtigung finden.
Geschichtenmaus.jpgHier findet ihr die genutzten AB zum Anpassen an den eigenen Bedarf in Word bzw. als pdf-Dateien:
Aufgabenzettel: 4-Wochen-Schreibaufgabe bzw. 4-Wochen-Schreibaufgabe
Bildkarten: MAT 4-Wochen-Schreibaufgabe bzw. MAT 4-Wochen-Schreibaufgabe
Bewertung: 4-Wochen-Schreibaufgabe Raster bzw. 4-Wochen-Schreibaufgabe Raster
Und für alle, die Interesse haben, noch die Zettelchen für die Maus: MAT Geschichtenmaus Zettelchen

Die zweite Idee habe ich im Verfuchsten Klassenzimmer gefunden. Hier wird die ganze Schulzeit über ein Ordner geführt, der als Register alle denkbaren Textarten besitzt und in den die Kinder ihre Texte (mit Hilfe der Lehrkraft) einsortieren. „Verwendete“ Textarten werden im Register farbig markiert, so dass Schüler und Lehrer schnell einen Überblick haben. Wenn ich nochmal eine Klasse einschulen darf, dann werde ich das definitiv nutzen!

Beste Grüße und viel Spaß beim Schreiben(lassen)!
Katha

 

Lehrerplaner a la Mompitz

Mein neues Aufgabenfeld in der Lehrerausbildung hat im vergangen Jahr dazu geführt, dass ich mit meinem klassischen Planer, an dem alle Wochentage gleich aussehen, überhaupt nicht mehr zurecht kam: der Seminartag war nicht vernünftig einzutragen, die Unterrichtsbesuche bei meinen LAA ebenfalls nur schwer, die Klassenlisten brauche ich nicht in der Menge, dafür aber gern LAA-Listen und irgendwie eine Unterteilung beim organisatorischen Kram in Schule und Seminar. Lange habe ich nun geschaut, was ich da alternativ finde und sogar mit einem Bullet-Journal geliebäugelt. Darin hätte ich aber selbst zeichen oder einkleben müssen, was den Aufwand für ein Jahr m.E. nicht rechtfertigt.

Deckblatt

Ergo habe ich mich an das gemacht, was ich kann: Word nutzen, alles so zusammenbasteln, was ich brauche und selbst drucken. Der örtliche Copyshop soll mir dann noch eine schöne Bindung dranpacken und dann versuche ich es im neuen Jahr mit meinem ganz eigenen Seminar- und Schulplaner… Da der dann ja nur für mich ist, ist der Seminartag mit passenden Zeitblöcken versehen, er beginnt und endet mit dem Schuljahr in NRW und ich habe alle Ferienwochen weglassen können, da ich keine anderen Bundesländer abdecken muss. Außerdem stehen die Daten, Schul- und Kalenderwochen drin.

Obwohl oder weil es in den vergangenen Jahren oft einen Run auf selbstgemachte Planer gab, habe ich mich entschlossen, meine Version hier zur Verfügung zu stellen: die Komplettdatei des Lehrerplaners als Word-Dokument (.docx).
Ihr müsst sie dann aber eben so nehmen, wie sie für mich (als FL in NRW) ist und so zurechtfrickeln, wie ihr sie brauchen könnt. Da ich ja grundsätzlich in Word arbeite, dürfte das für die meisten ja kein Problem sein*. Beim Ausdrucken bitte auf evtl. nötige leere Zwischenseiten achten – ich habe die Vorlage doppelseitig eingerichtet, so dass der innere Rand schmaler ist. Probiert es also erstmal mit ein paar Seiten aus, bevor ihr die Gesamtdatei druckt…
Zu den benutzten Bildern und Schritarten findet ihr die Infos hier unten unter den Fotos – ggf. müsst ihr euch die Fonts herunterladen oder ersetzen.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Die Mompitze und ich teilen uns ja fast den Namen. Das ist ein Grund, warum ich sie so mag. Hier findet ihr sie alle: www.mompitz.de

Die (Hello-Fonts“-Schriften von Jen Jones liebe ich seitdem ich sie heruntergeladen habe sehr und verwende sie häufig. Hier findet ihr den Weg zu ihnen: https://www.teacherspayteachers.com/Product/Hello-Fonts-Personal-Non-Commercial-Use-301730

* Also gut, die Wochenplanung für Lehrer, die fünf Tage in die Schule gehen, hänge ich als Vorlage hier nochmal an: Doppelseite Wochenplanung nur Schule

Beste Grüße
Katha

Abschiedsvorfreude

Wenn man einen beliebigen Idioten auf dem Parkplatz wegen fahrerischen Unkönnens mal so richtig anbölkt, dann ist man wohl ferienreif… Ich bin also spätestens seit heute definitiv in dieser Kategorie, nachdem ich eigentlich in den letzten Wochen viel geschafft und mich dabei noch ganz ordentlich gefühlt habe.

2019-05-27 17.04.22.jpg

Nachdem inzwischen die Zeugnisse für meine Monster geschrieben, gesiegelt, eingetütet und verteilt sind, alle Beurteilungen für die LAA in dreifacher Ausfertigung abgegeben sind und die letzten „Unterrichtsstunden“ erteilt wurden, gilt es morgen nur noch ein Frühstück und den Abschied er Vierer zu überstehen, bevor die unterrichtsfreie Zeit beginnt! So dezent, wie meine Schätzchen sind, habe ich gestern auch gar nicht mitbekommen, dass sie alle auf einer Karte haben unterschreiben lassen. Ich weiß also schon recht sicher, dass ich morgen mit einer rosafarbenen Karte beglückt werde und befürchte, dass sich evtl. noch etwas dazu gesellt. Das ist schon ein verflixt komisches Gefühl, diese Truppe nach „nur“ drei Jahren übergeben zu müssen, obwohl ich ja nicht die Schule verlasse (aber eben zu wenige Stunden dort bin durch die Fachleitertätigkeit).

Ein materielles Geschenk brauche ich gar nicht, auch wenn (typisch Primimaus!?) jede Karte ordnungsgemäß gesammelt wird. Das größte Dankeschön waren die vielen Umarmungen und (auch wenn es sich doof anhört), die Tränen bei der Bekanntgabe meines Abschieds als Klassenlehrerin.

Es kann also sein, dass ich morgen meinen letzten Tag als Klassenlehrerin habe. Seltsamer Gedanke irgendwie – aber auch die Vorfreude darauf, wieder eine Menge Überfachliches zu schaffen. Das nämlich klappte bei meinen letzten zwei klassenfreien Jahren ganz hervorragend. Einfach, weil man ohne Klasse nunmal deutlich weniger feste Termine mit Eltern hat, weniger Korrekturzeit in der Regel auch und dadurch deutlich mehr Konzentration übrig z.B. für die Medienarbeit.

So, für heute soll es gut sein mit dem Gedankenteilen. Allen, die bis hierher gelesen haben, wünsche ich entweder weiterhin schöne Ferien oder einen guten Start in selbige oder aber einen guten gesunden Endspurt dorthin!

Katha

Rein in die Geschichte

… zu kommen, das fällt vielen meiner SuS oft schwer. Gerade erst habe ich als Ergebnis der Vier-Wochen-Schreibaufgabe mindestens 10 Mal den Start „Es war einmal…“ gelesen, obwohl es gar keine Märchen waren!

Auf Twitter habe ich eben die Idee eines „Mix and match“ auf der Seite flippity.net entdeckt und direkt mal einen spontanen Entwurf für die GS aus der englischen Vorlage gemacht (Screenshot der Seite):
flippity

Mit einem Klick auf das mittlere Zeichen oben mischen sich die Satzteile aus den vier Spalten beliebig und man hat interessante Geschichtenanfänge beisammen.

Hier kommt ihr zu einem (englischen) Tutorial, das ziemlich gut zeigt, wie man dieses Template nutzt. Und hier könnt ihr meinen ersten, unreflektierten, ungetesteten Versuch. Dann noch ein Link zu einer ebenfalls englischen Seite mit weiteren Ideen, um die Kids ans Schreiben zu bekommen.

Viel Freude und herzliche Grüße
Katha