Irgendwie ging die Zeit nach den Sommerferien wahnsinnig schnell rum und plötzlich beginnen schon die Herbstferien. Hier war es ein bisschen aufregend, weil auch „das Möppelchen“ jetzt eine weiterführende Schule besucht und die Umstellung von gebundenem Ganztag auf Halbtagsschule und Buskindsein viel Begleitung erforderte. Die üblichen Elternabende und überhaupt viele Abendtermine prägten vor allem den September. Auf zwei Dinge bin ich ein bisschen stolz: ich bin zwar wieder Pflegschaftsvorsitzende, aber habe kein weiteres Amt in den Schulen der Kinder übernommen. Und ich vertiefe jetzt einmal wöchentlich abends an der VHS meine Spanischkenntnisse aus der Oberstufe. Muy bien!
Beruflich galt es mit allen meinen LAA mitzufiebern und sie teilweise in den Prüfungen zu begleiten (in NRW dürfen LAA eine Fachleitung benennen, die an der Prüfung teilnimmt – für das jeweils andere Fach kommt eine FL aus einem anderen Seminar). Alle haben bestanden, was mich natürlich sehr freut. In den letzten beiden Wochen fanden nun meine jeweils letzten Seminartage statt. Traditionell ist das immer ein Anlass, sich gegenseitig zum Abschluss/Abschied zu beschenken und so steht jetzt ein tolles neues Bilderbuch in meinem Regal und ein Harry-Potter-Breakout wartet auf mich. Meine LAA haben von mir alle ein Notizbuch mit ihrem Namen drauf bekommen. Viele nette Worte wurden gesagt und geschrieben. 🙂
Meine neue Schule habe ich Ende der Sommerferien in der Konferenz kennengelernt und bin direkt mal mit in die AG Medien aufgenommen worden. Ganz ohne kann ich halt auch bei Null Stunden nicht… 😁
Insgesamt also ein guter Abschnitt mit viel Zeit, am Schreibtisch Dinge weg- und aufzuarbeiten. Nach den Ferien geht es dann mit dem Abschied des Ausbildungsjahrgangs 05/24 und dem Start des Jahrgangs 11/25 los. Damit erhöht sich die Termindichte dann auch wieder schlagartig. Zusammen mit meinen Kolleginnen im Fach- und im Kernseminar bereiten wir gerade viel für die Neuen vor, überprüfen unsere Planungen und erarbeiten neue Wege wie z. B. ein Reflexionsinstrument, das die Ausbildung begleiten soll.
Wie immer – egal ob in Schule oder ZfsL – wird es nicht langweilig, Flexibilität und Kreativität bleiben gefordert. Euch allen wünsche ich erholsame Ferien, Zeit zum Durchatmen und Ruhe, die eure Funken wieder entzündet.
Titel: „Hoch hinaus mit Leni“ Verlag: Hogrefe (hier klicken) Autor:innen: Sara Aeschlimann, Adrian Wullschleger Illustrationen: Sara Aeschlimann ISBN: 978-3-456-86380-1
Zum Inhalt: Dieses Buch ist kein reines Bilderbuch, sondern besteht aus drei Teilen: Der erste Teil (also das Bilderbuch) erzählt die Geschichte von Leni, einem Pinguin mit viel zu großen Flügeln. Leni kann deshalb nicht so gut laufen und schwimmen wie die anderen Pinguine, fühlt sich unbegrenzt und traurig. Dann aber trifft sie den Albatros, der ebenfalls sehr große Flügel hat und Leni dazu ermutigt, diese zum Fliegen zu nutzen. Also übt Leni fleißig und schafft das Besondere.
Der zweite und dritte Teil des Buches sind für Eltern und Pädagog:innen gedacht und beinhalten Übungen für Kinder rund um das Thema Diversität sowie Hintergründe für begleitende Erwachsene. Der Kinderteil erklärt schrittweise am Beispiel von Lenis Pinguinkolonie, was Diversität ist und lädt dazu ein, sich selbst und die eigene Umgebung zu reflektieren. Der Erwachsenenteil sammelt Impulse, wie man bewusster und reflektierter mit Diversität umgehen und diverse Kindergruppen begleiten kann.
Meine Meinung: Lenis Geschichte ist anrührend und durch die symbolische Ebene der Tierwelt für Kinder gut greifbar – nicht umsonst wird das Motiv des Tieres, das anders ist, immer wieder aufgegriffen (am prominentesten sicher in „Findet Nemo“). Mir persönlich ist der fliegende Pinguin bzw. sind die später dargestellten Pinguine mit Rollstuhl, Blindenstock oder großen Ohren dann doch etwas zu plakativ – ich bin ja aber auch kein Kind mehr. Die Haltung hinter der Geschichte ist auf jeden Fall positiv und die Message des Buches wichtig. Die Begleitmaterialien sind professionell aufbereitet und geben eine sinnvolle Schrittigkeit vor. Vom Konkreten zum Abstrakten, von mir zu den Menschen um mich herum, das sind für Kinder nachvollziehbare Denkwege. Um das Buch mehrmals nutzen zu können ist es aus meiner Pädagoginnensicht sehr schön, dass die Materialien für die Kinder separat zum Download angeboten werden (über einen Code im Buch).
Leseempfehlung: Lenis Geschichte ist gut für Kinder im Kindergartenalter und in den ersten Schuljahren geeignet. Die Materialien in Teil 2 und 3 machen es Lehrkräften leicht, das komplexe Thema von Diversität und Inklusion anzugehen und verständliche Formulierungen zu verwenden. Das Buch kann ein sehr guter Ausgangspunkt dafür sein, ein Klassenprojekt durchzuführen, in dem alle Kinder ihre Stärken und Schwächen reflektieren und darüber ins Gespräch kommen. Dadurch kann das Lernklima unheimlich gestärkt werden, weil nochmal klar wird, dass niemand besser oder schlechter ist als andere.
Vielen Dank an den Verlag Hogrefe für das Rezensionsexemplar!
Titel: „Selma, du machst das falsch“ Verlag: NordSüd (hier klicken) Autorin: Tini Malina Illustrationen: Tini Malina ISBN: 978-3-314-10736-8
Zum Inhalt: Selma ist eine Spinne unter vielen, die auf der großen Wiese leben. Aber anders als die anderen Spinnen spinnt Selma ihre Netze nicht, um saftige Fliegen zu fangen. Selma möchte in ihren Netzen die Besonderheiten des Universums einfangen. Zu Selmas künstlerischen Netzen sagen die andern Spinnen immer nur „Du machst das falsch!“. Aber Selma lässt sich nicht beirren und geht ihren Weg weiter. Der führt sie sogar auf das hohe Haus, das man von der Wiese aus sehen kann. Hier will Selma ein ganz besonderes Netz spinnen. Ob das gelingt, verrate ich hier aber nicht. Die Illustrationen sind seitenfüllend und von klaren Farben und Formen geprägt (s.u.). Diese sind auf der Wiese sehr leuchtend, am Haus und später eher in Grautönen gehalten. Die Bilder bieten trotz ihrer Schlichtheit Raum für Entdeckungen und zum Beschreiben dessen, was vor sich geht.
Meine Meinung: Dieses Buch ist eines von denen, die mich schon beim ersten Blick auf das Cover packen. Als Bonus habe ich beim Auspacken feststellen dürfen, dass die Weben auf dem Cover auch noch dreidimensional sind (sog. Relieflack) – ich kann mich ja auch über Kleinigkeiten freuen. Die niedliche kleine Spinne Selma mit ihrer „Künstlermütze“ (sagt mein Sohn) und ihr Netz-Kunstwerk sprechen mich unheimlich an und weckten auch direkt die Neugier beim Junior. Tini Malina hat in meinen Augen ein Gesamtkunstwerk geschaffen, das mit einem einfachen Handlungsstrang auskommt. Inhaltlich gibt Selma uns die Lehre mit auf den Weg, dass wir an uns glauben sollen und uns nicht von den anderen reinreden lassen. Gegen den Strom zu schwimmen und dennoch auch mal einen wohlmeinenden Rat anzunehmen – auch das sind Erkenntnisse aus Selmas Geschichte. Meiner Meinung nach können gerade Kinder solch eine Message nicht oft genug hören (und vor allem dann nicht, wenn sie so sympathisch verpackt ist). Ein wenig erinnert Selma mich an „Frederick“ von Leo Lionni: beide sehen mehr in der Welt und dem Leben als Nahrung zu finden. Beide lassen sich von Widerstand nicht aufhalten und beide verzaubern ihre Artgenossen schlussendlich. Außerdem hatten Junior und ich beim Lesen deutliche Flashbacks zu Eric Carles „Die kleine Spinne spinnt und schweigt“ – eben auch eine Spinne und auch diese dreidimensionalen Netze zum Fühlen 😊.
Leseempfehlung: Für Kinder ab vier empfiehlt der Verlag das Buch – da gehe ich absolut mit. Vor allem durch die Klarheit der Illustrationen können so junge Kinder bereits gut damit umgehen. Weder Bilder noch Texte sind „zu niedlich“, so dass ich dieses Bilderbuch auch für ältere Kindergarten- und Schulkinder empfehle.
Für die Grundschule gedacht kommen mir viele Ideen, die man von diesem zauberhaften Bilderbuch ausgehend umsetzen könnte: Zuerst Kunst, wo man mit Flüssigkleber und Wasserfarben Spinnennetze zeichnen kann, die einen ebenso dreidimensionalen Effekt haben wie die auf dem Cover. In Deutsch können z. B. Paralleltexte geschrieben werden, wo Selma was für ein Netz spannt und wen sie dabei trifft (Hochhaus – alte Spinne – Mond und Sterne). Oder die Kinder spielen Dialoge zwischen Selma und einer anderen Spinne nach. Oder sie lesen und analysieren Sachtexte über Spinnen. Oder man richtet eine thematische Leseecke zu Spinnen ein, die mit Selma und der kleinen Spinne von Carle über weitere Bilderbücher oder Comics wie Spiderman bis zu Sachbüchern reicht. Oder … naja, ihr seid ja noch viel kreativer als ich! Zuletzt: KI – Die Kinder können für Selma ein thematisches Netz erfinden und es einer bildgenerierenden KI so genau beschreiben, dass ein gewünschtes Bild entsteht.
Vielen Dank an den Nordsüd-Verlag für das zauberhafte Rezensionsexemplar mit dem tollen Poster dazu! Das wird einen Ehrenplatz in meinem Büro bekommen (nach der anstehenden Renovierung).
Zum Inhalt: Cornelia Funke als Autorin beschreibt bekanntere und weniger bekannte Fabelwesen aus aller Welt, die von Ruby Warnecke illustriert wurden. Mit dabei sind natürlich Einhorn, Drache oder Phönix, aber auch uns Europäern unvertrautere Wesen wie das Qilin oder der Barong. Freund:innen der magischen Welt von Harry Potter oder den Fantastischen Tierwesen kennen sicher ein paar mehr der Porträtierten als Muggel das tun… Jedem Wesen ist eine Doppelseite gewidmet, auf der es in klaren, farbenfrohen Darstellungen gezeigt wird und auf der es einen kurzen, direkt an die Lesenden gerichteten Infotext gibt. Die Illustrationen erinnern an die Scherenschnittechnik und jede Seite hat einen einzigartigen, farblich passenden Rahmen.
Meine Meinung: Man erkennt in jeder Seite die Freude am Projekt, die die beiden Schöpferinnen auf den Schlusseiten auch beschreiben. Die Wesen werden sehr wertschätzend mit ihren zugeschriebenen Eigenschaften beschrieben und niemals in gut und böse kategorisert. Mir gefällt es auch, dass die verschiedenen Glaubenseinflüsse und religiösen Bezüge von Cornelia Funke absolut wertfrei und kindgerecht beschrieben werden. Dass sich die Texte direkt an die Lesenden richten, erzeugt ein Gefühl von Verbundenheit und lässt mich gedanklich auf eine fantastische Weltreise gehen. Die Illustrationen fand ich beim ersten Blättern ungewohnt, fast befremdlich. Je öfter ich das Buch aber jetzt in der Hand hatte, desto mehr mag ich diesen Stil und glaube, dass er durch seine Klarheit für viele Kinder sehr gut wahrnehmbar und verständlich ist.
Leseempfehlung: Für Kinder und Interessierte ab fünf Jahren empfiehlt der Verlag das Buch. Da gehe ich absolut mit underweitere noch um Weltenbummler:innen jeden Alters (also z. B. Großeltern), die beim Lesen und Vorlesen sicher spannende Erlebnisse und Hintergrundgeschichten zu den Wesen erzählen könnten. Da ich immer auch für die Schule mitdenke, kann ich mir dieses Buch spannend als Ausgangspunkt für eine Fabelwesen-Einheit im Fach Kunst vorstellen, bei der in Scherenschnitten und Collagen ganz eigene Fabelwesen entstehen könnten (z. B. mit Bezug zum Klassiker „Rhinozerus“).
Vielen Dank an den NordSüd-Verlag für das druckfrische Rezensionsexemplar!
Vor einer Weile habe ich euch die beiden Bücher „Drei Wasserschweine brennen durch“ und „Drei Wasserschweine wollen‘s wissen“ von Mathäus Bär empfohlen, die beim heutigen Hervorholen direkt wieder Begeisterung beim Junior ausgelöst haben. Heute ergänze ich dazu eine Idee für ein digitales fächerübergreifendes Unterrichtsvorhaben Deutsch/Sachunterricht. Habt ihr Lust? Dann los!
Wie man das Buch oder auch die Bücher an die Kinder bringen kann, hängt von den eigenen Vorlieben und finanziellen Bestellmöglichkeiten ab: Klassenlektüre für alle, Vorlesebuch oder auch Vorlesen mit Erzählanteilen, um etwas zu beschleunigen. Prinzipiell kann ich mir zwei Herangehensweisen vorstellen: Entweder zuerst das Buch kennenlernen und dann die Tiere erarbeiten oder die Tiere erarbeiten lassen und dann an den passenden Stellen der Geschichte stellt jede Gruppe ihr Tier vor. Optimal wäre es auf jeden Fall, wenn die Kinder sich im imaginären Zoo unserer drei Capybaras ein wenig auskennen, was mit Hilfe der Zookarte jeweils hinten im Buch einfach ist. Die verschiedenen Tiere, die die drei Freunde treffen, summieren sich auf sieben Arten im ersten Buch (plus einige, die aber nur kurz erwähnt werden) sowie weitere sechs im zweiten Band. Eine Auswahl kann man also beliebig treffen.
Durch den sehr unterschiedlichen Bekanntheitsgrad der Tierarten hat man direkt ein Mittel zur Differenzierung an der Hand: über Elefanten und Flamingos lassen sich deutlich leichter und mehr kindgerechte Informationen finden als über Waldrappe und den Urson. Natürlich kann ich als Lehrkraft auch über die Quellen differenzieren. Vielleicht gibt es Kinder/Gruppen, für die ich tatsächlich vereinfachte Texte vorbereite (KI kann auch Texte vereinfachen 😉) oder sogar zum Anhören anbiete.
Was recherchieren? Bestenfalls entwickelt man mit der Klasse ein paar Zwischenüberschriften wie Aussehen, Ernährung, Lebensraum, Gefährdung o.ä. Diese können in der Pinnwand für die Kinder auch vorgegeben werden, indem ich den SuS direkt Kacheln anbiete. Geklärt werden muss je nach Rechereche-Erfahrung der Klasse, dass man nicht die Quelltexte abschreibt, sondern die dort gefundenen Informationen auswählt und in eigene Stichworte oder Sätze umformuliert. Hier geht es also schwerpunktmäßig um schriftliche Kompetenzen (Deutsch, Texte verfassen).
Wo recherchieren? Die meisten Tiere lassen sich auf klexikon.de recherchieren – das ist quasi Wikipedia für Kinder. Der Vorteil ist, dass dort nur von ausgewählten Personen speziell für Kinder verfasste Texte veröffentlicht werden, was gleichzeitig der Nachteil in Form kleiner Bandbreite ist. Nach dem Aus der Blinden Kuh bleibt aber fragfinn.de als gute Kindersuchmaschine erhalten, wo die Kinder zumindest auf kuratierte Webseiten geleitet werden. In unserem Fall sind das teils Zooseiten, teils Kinderinfoseiten wie das SWR Kindernetz. Diese Suchseiten können den Kindern als Adresse oder QR-Code zugänglich gemacht werden. Somit geht es hier um sachunterrichtliche Kompetenzen.
Wie kommen wir an Bilder? Medienkompetenz bedeutet in diesem Fall vor allem auch, nicht einfach Screenshots aus der Google-Bildersuche zu machen (bei meinen SuS bislang der beliebteste Vorschlag), sondern den Kindern legale Wege zu zeigen, wie sie an Bilder für Pärsentationen kommen. In diesem Beitrag habe ich die Suche und das Speichern mit Pixabay schon einmal erklärt – genauso kann man hier auch vorgehen. Einmal gemeinsam durchgeführt, danach als Schritt-für Schritt-Anleitung oder Screencast in der Klasse als Hilfsmittel verfügbar – so reicht es meiner Erfahrung nach aus.
Wo sammeln? Für mich ist dieses Thema mal wieder ein klarer Fall für TaskCards. Ich als Lehrkraft lege ein Pinnwand an, auf der alle Tierarten vertreten sind und je eine Spalte bekommen. So könnte eine Pinnwand aussehen (in diesem Fall mit Links zu Informationen):
Während des gesamten Arbeitsprozesses, der sich über mehrere Stunden zieht, kann ich den Fortschritt aller Gruppen einsehen und sie ggf. unterstützen.
Dann definiere ich verschiedene Zugriffsrechte, so dass jede Gruppe nur ihre eigene Spalte sieht und darin auch schreiben kann. Erst ganz am Ende des Arbeitsprozesses bekommen alle Kinder Leserechte für die gesamte Pinnwand und können sich so über alle Tiere informieren. (Auch das Anlegen dieser Berechtigungen habe ich im o.g. Blogbeitrag erklärt.) Auf dem Foto seht ihr, wie ich die Karten für die Gruppen gestalte, mit denen jede Gruppe unabhängig vom zuletzt genutzten Gerät wieder zu ihrer Pinnwand kommt.
Wer lieber anders arbeiten mag, kann natürlich auch eine Präsentationssoftware wie BookCreator oder Keynote bzw. Powerpoint nutzen. Da müsste ich dann als Lehrkraft am Ende die Ergebnisse der Gruppen zusammenfügen für ein gemeinsames Produkt. So oder so werden Kompetenzen im Bereich Produzieren und Präsentieren gefördert.
Auch wenn man solch ein Projekt auch allein im Sachunterricht durchführen kann, so sehe ich doch in der Verknüpfung mit den Capybara-Büchern einen echten Mehrwert: die Recherche zu den Tieren ergibt Sinn und vertieft das Verständnis der Geschichte. Und die Abenteuer der drei Wasserschweine sind auch einfach lustig, was das Lernen in meinen Augen immer besser macht. Ich hoffe, ihr könnt mit dieser Idee etwas anfangen, sie nutzen, übertragen, remixen, … schreibt gern mal hier einen Kommentar oder eine Mail, wenn ihr eigene Erfahrungen gemacht habt.
Im Rahmen meiner Arbeit als Ausbilderin vertiefe ich mich ja immer wieder neu in bestimmte didaktische Felder. Zuletzt waren u.a. Klassenregeln dabei, die wir sowohl im Kernseminar als auch (reduziert) im Praxissemester in Bildungwissenschaften thematisieren. Deshalb gibt es heute dazu eine kleine Sammlung an Gedanken, Erfahrungen, Theorie und Beispielen.
Symbolbild „Ohne und mit Regeln“, generiert mit ChatGPT
Disclaimer: Mir ist bewusst, dass es an euren Schulen ganz unterschiedliche Schulregeln oder sonstige Verbindlichkeiten gibt. Wenn eure Schule ein übergreifendes Regelwerk bereitstellt, habt ihr vielleicht wenig Spielraum einerseits, dafür andererseits aber mehr Verbindlichkeit gegenüber den Schüler:innen. Wie Regeln allgemein zustande kommen (egal ob für die Schule oder die Klasse) und wie sie sein sollten, das ist vielleicht dennoch interessant…
Gerade zu Beginn des Schuljahres geht es darum, die in der Klasse geltenden Regeln zu überprüfen und ggf. anzupassen bzw. im ersten Schuljahr überhaupt erstmal Regeln zu erarbeiten. Und da geht es direkt los: Regeln, die ich als Lehrkraft meiner Klasse überstülpe, sind zwar inhaltlich oft korrekt und wichtig, aber leiden von Beginn an oft an mangelnder Toleranz. Soll heißen: Die Schüler:innen sollen an den Klassenregeln mitwirken. Das bedeutet nicht, dass die Kinder allein die Regeln entwickeln und ich als Lehrkraft keinen Einfluss habe. Natürlich kann und muss ich ggf. Regeln einbringen und kann sie auch ohne Mehrheit durchsetzen – es geht hier vor allem um den Prozess des Überprüfens einer Regel auf Wichtigkeit, Realitätsnähe und Konsequenzen. Gert Lohmann stellt in seinem Buch „Mit Schülern klarkommen“ drei mögliche Wege zum Erarbeiten von Regeln vor – einen offenen, einen halboffenen und einen lehrerzentrierten*. Aus eigener Erfahrung bei der Entwicklung von Schulregeln kann ich eine Vorgehensweise beschreiben, die tendenziell dem offenen Weg entspricht und die ich genau so auch immer wieder für meine Klassenregeln genutzt habe: Vor Jahren ging es darum, dass es für alle geltende Schulregeln an meiner Schule geben sollte, die auch im Forum visualisiert und als Vertrag an die Kinder und Eltern ausgegeben werden sollten. Dazu haben wir dann in allen Klassen mit den Kindern gesprochen und die Vorschläge der Kinder gesammelt. Einige Lehrkräfte schrieben zentral mit, andere erhoben die Ideen der Kinder mit Zetteln. Aus allen sich doppelnden und ergönzenden Vorschlägen extrahierten wir damals etwa 20 Regeln, die nummeriert und jeweils auf einem A4-Zettel an einem Fenstergang entlang aufgehängt wurden. Nach einer Woche „Einwirkzeit“, in der jede Klassenleitung einmal mit ihren Kindern alle Regeln gelesen und ggf. geklärt hatte, bekamen alle Kinder drei Klebepunkte und sollten diese auf die für sie wichtigsten Regelzettel kleben. Um die Beeinflussung durch Freund:innen oder schon geklebte Punkte zuminimieren, sollte vorab jedes Kind seine drei Regeln (Nummern) auf einen kleinen Zettel schreiben. So ergab sich ein gutes Stimmungsbild, das noch zwei Tage hängen blieb, bevor wir dann unsere Schulregeln zusammenstellten. Es waren letztendlich genau zehn Regeln, die deutlich am häufigsten bepunktet worden waren. So ging das Ganze dann seitdem an alle Eltern und Kinder (in den Kreis, den Schülerinnen gezeichnet hatten, konnte jedes Kind sich selbst als Teil der Schul- und Regelgemeinschaft einzeichnen):
Die Kinder, die diese Regeln mit enwtickelt hatten, hatten ein gutes Gespür für deren Bedeutung. Man merkte aber auch, dass nach zwei, drei Jahren eigentlich der Prozess ernaut hätte laufen müssen, um dieses Gefühl wiederherzustellen, denn für alle neu hinzukommenden Jahrgänge waren die Schulregeln „auferlegt“…
Einige der Aspekte der folgenden Übersicht zum Entwickeln von (Klassen)Regeln findet ihr in meinem obigen Text schon: Regeln erarbeiten, Regeln visualisieren, Regeln hinterfragen. Dass Regeln positiv, verständlich und klar formuliert werden müssen, dürfte jedem ebenfalls klar sein.
Schwieriger wird es da schon mit der „Pflege“ und Anwendung der eingeführten Regeln. Wie oft erinnere ich mich und die Kinder an Regeln? Wie penibel bin ich bei deren Einhaltung? Wie ist es mit einer Ausnahme für das ADHS- oder Förderkind? Grundsätzlich wichtig ist Konsequenz! Wenn ich Regelbrüche wahrnehme, muss ich sie ansprechen und ggf. vereinbarte Konsequenzen ziehen. Unerlässlich ist es dazu, dass das gesamte Klassenteam Bescheid weiß und nicht plötzlich bei anderen Lehrkräften andere Regeln gelten. Wenn es Ausnahmen gibt, müssen die wohlüberlegt und gut begründet sein. Gespräche im Klassenrat können hier hilfreich sein. Auch ein Ritual wie die Regel der Woche / des Monats mit einer Reflexion am Ende des Tages oder der Woche dienen dazu, immer wieder an die Regeln zu erinnern. Deutlich konkreter als die Regel der Woche sind Konzepte wie das KlasseKinderSpiel oder das Sozialziele-Center. Beide Methoden fokussieren eine Regel, setzen sie jedoch in konkret beobachtbare Verhaltensweisen und/oder Aussagen um, deren Einhalten deutlich einfacher überprüft werden kann als die eigentliche Regel. Ich lege euch beides sehr ans Herz!
Nochmal kurz zurück zur Theorie. Gert Lohmann nennt acht „Regeln für Regeln„: Sie sollen wenige, vernünftig, verständlich, positiv, verbindlich, beobachtbar, kompatibel und durchsetzbar sein. Mit diesen Merkmalen lassen wir die Praxissemesterstudierenden immer die aus ihren Klassen mitgebrachten Regeln überprüfen. Sie sind immer etwas erstaunt und die Bandbreite der Qualität der Regeln ist jedes Mal wieder enorm. Ihr könnt es ja mit euren Regeln auch mal probieren. Und vor allem auch jegliche Eduki-99-in-1-Super-Sonderangebote zu Klassenregeln. Nur, weil sie hübsch aussehen, sind diese Regelpakete noch lange nicht zweckmäßig oder gar sinnvoll…
Zum Schluss habe ich noch zwei Gedanken zur ersten Klasse, die ich teilen möchte. Gerade zu Beginn, wenn die Kinder mit verschiedenen Regelsystemen aus ihren Kitas und Familien zusammenkommen, sind wenige einfache Regeln sinnvoll, die klar in Handlungen zu übersetzen sind. Nicht umsonst werden dazu gern Fotos von Kindern gemacht und ausgehängt, um das Melden, die Freundlichkeit etc. zu visualisieren. Gute Erfahrungen habe ich außerdem mit kleinen Merksprüchen oder Versen gemacht, wie ich es hier schon einmal ausführlicher beschrieben habe. Unter anderem das „Gib mir fünf“ hat sich anfangs in meiner Klasse sehr bewährt. Die fünf Schritte waren klar visualisiert, leicht anzuwenden und haben sehr geholfen, zur Ruhe zu kommen.
So, nun ist es heute doch mal wieder etwas länger geworden. Ich hoffe, dass meine Mischung aus Praxis und Theorie dir dennoch weiterhilft und wünsche einen guten Start ins neue Schuljahr!
Katha
* Ich habe die 14. Auflage von 2022, darin sind die Wege auf S. 127ff. beschrieben. Insgesamt ist das Buch echt ein Lesetipp, obwohl Sekundarstufe drauf steht!
Scheinbar immer noch eines der Highlights in diesem Blog ist das Ich-Buch, zu dem mich jeden Sommer mehrere Anfragen erreichen. Da ich bislang immer nur die bildfreie Version weitergeben konnte (siehe hier), habe ich mich nun endlich mal daran gemacht, dies zu ändern. Jetzt bekommt ihr das komplette Ich-Buch mit selbstgezeichneten Grafiken!
„Nachts in der Bibliothek“ Verlag: Loewe (hier klicken) Autor: Christopher Lincoln Illustrationen: Christopher Lincoln (mit Unterstützung von Bonaia Rosado) Übersetzung: Nadine Mannchen ISBN: 978-3-7320-2609-8
Zum Inhalt: Die zehnjährigen Zwillinge Page und Turner (ja, Wortspiel) dürfen das Haus allein nur verlassen, um die Bibliothek zu besuchen. Dementsprechend gut kennen sie sich dort aus. Was sie allerdings bislang nicht wussten, ist, dass es in der Bibliothek eine Nachtwache gibt – und das hat einen guten Grund. „In Büchern wächst Magie. […] je älter das Buch und je mehr Bücher am selben Fleck, desto mehr Magie staut sich an. […] Schließlich führen diese Kräfte zu exklusiven Ausbrüchen.“ So beginnt die Geschichte und so geschieht es, dass Figuren aus Büchern entkommen. Page und Turner stecken plötzlich mitten in einem aufregenden Abenteuer, in dem sie Alice (aus dem Wunderland), Mr. Robinson (von der Schatzinsel), Jack (mit der Bohnenranke) und andere kennenlernen und Seite an Seite mit ihnen die Bibliothek zu retten versuchen. Nicht zuletzt ist es für die Kinder (auch wenn Page nicht Kind genannt werden möchte) auch eine Reise zu sich selbst und ihren Stärken. Mit „Nachts in der Bibliothek“ hat der 71jährige Christopher Lincoln seine erste Graphic Novel geschaffen, weil er mit seinem geplanten dritten Roman einfach nicht weiter kam. In die comicartige Story sind zudem neben den klassischen Sprechblasen und Erzählfeldern immer wieder Cover der vorkommenden Bücher eingestreut und eineiige Zitate rund ums Lesen, die die Bibliothek zieren.
Meine Meinung: Mein Sohn (der sonst nur Minecraft lies) hat das Buch direkt mit in den Urlaub genommen. Auf meine Frage, ob er es gelesen habe, sagte er: „Ja. mehrmals.“ Ich glaube, die Bedeutung dieses Lobes dürfte klar sein… Mir als Erwchsene hat die Graphic Novel ebenso gut gefallen. Aspekt 1: die Farben. Das ganze Buch ist eher in gedeckteren, oft dunklen Farben gehalten, da es ja nachts in einer Bibliothek spielt. Je nach gerade vorherrschender Geschichte verändern sich jedoch die Farbtöne – das zieht mich als Lesende zusätzlich in den Bann. Aspekt 2: die Bücher. Fast alle Bücher, die eine Rolle spielen, habe ich selbst schon gelesen und finde somit exzellente Anknüpfungspunkte. Aber obwohl mein Junior die nicht alle kennt, konnte er dem Plot dennoch folgen. Aspekt 3: die Macht und Magie der Bücher. Bereits bei den ersten Seiten und dem oben zitierten Beginn hatte mich dieses Buch gepackt. Und nicht zuletzt macht es einfach Freude beim Lesen. Wir hoffen auf eine baldige Fortsetzung!
Leseempfehlung: Für alle Bücherfans ab etwa der späten zweiten Klasse* kann ich „Nachts in der Bibliothek“ von Herzen empfehlen – der Verlag meint „ab zehn“. Erwachsene sind in meiner Empfehlung dieses Mal ausdrücklich mit gemeint! Und weil eine Graphic Novel mehr Bilder als Worte hat, ist die Geschichte auch für Kinder geeignet, die sich an dicke Bücher sonst eher nicht herantrauen. Zum Vorlesen in der Klasse würde ich das Buch nicht einsetzen, weil man Comics und Graphic Novels halt einfach schlecht vorlesen kann, es ist aber eine tolle Erweiterung für die Klassenbibliothek. Wer sich dank Presenterkamera doch ans Vorlesen wagen sollte, könnte tolle Anschlussaktivitäten planen: eigene Lieblingsbücher bzw. -figuren in die Story einbauen (erzählen/schreiben) oder zum Beispiel Helden und Antihelden im Kunstunterricht zeichnerisch antreten lassen.
Vielen Dank an den Loewe-Verlag für das Rezensionsexemplar inklusive zauberhaftem Begleitbrief!
Katha
* Wegen des kleinen Texts könnte es Leseanfänger:innen schwer fallen.
Titel: „Nightmore – Das gruseligste Internat der Welt (Band 1) – Plötzlich Werwolf“ Verlag: Loewe (hier klicken) Autorin: Vanessa Walder Illustrationen: Philipp Ach ISBN: 978-3-7320-2652-4
Zum Inhalt: Finn besucht eine ganz besondere Schule, nämlich das Internat „Nightmore“ hoch in den schottischen Highlands. Finn besucht diese Schule seit Kurzem, weil er selbst besonders ist, nämlich ein (bisschen) Werwolf. Und Nightmore ist für Nocties, also Wesen der Nacht und der Dunkelheit. Finn ist allerdings nicht so ganz freiwillig dort und versucht deshalb zu fliehen. Dabei lernt er die Dämonin Sinista kennen, die ihm bei einem Rausschmiss helfen will. Weil aber eine Dämonin manches etwas anders sieht, wird es abenteuerlich… Wir lernen eine spannende Gegend kennen, interessante nichtmenschliche Lehrkräfte und gruselige Wesen. Wir nehmen als Lesende an einem Blutball-Spiel teil und fiebern mit Finn, ob er sein Ziel erreicht.
Meine Meinung: Bücher über magische oder anders besondere Schulen haben aktuell ja durchaus Konjunktur – da muss sich eine neue Reihe ja erstmal einen Platz rechtfertigen. Von der Story her bietet der erste Band von Nightmore für meinen Geschmack noch etwas Luft nach oben. Aber: die Reihe hat eben auch eine andere Zielgruppe als zum Beispiel die „School of Talents“-Bücher. Nightmore spricht auch weniger viel lesende Kinder an durch viele Bilder, eher große Schrift und einen geringeren Umfang. Die Illustrationen sind, passend zum gruseligen Thema, durchgehen in schwarz-weiß gehalten und oft ganzseitig im Texthintergrund. Die Kapitel sind auch für ungeübtere Lesende gut zu bewältigen und als zusätzliche Unterstützung gibt es Aussprachehilfen für englische Begriffe. Mein Sohn war begeistert vom Buch und freut sich bereits auf eine Fortsetzung!
Leseempfehlung:
Für Kinder ab sieben empfiehlt der Verlag das Buch. Ich glaube, dass die Zielgruppe gut in der dritten und vierten Klasse liegt, wenn es um Kinder mit weniger Lesekompetenz geht. In Schul- und Klassenbüchereien wird die beginnende Nightmore-Reihe sicher ihren Platz finden, da Werwölfe & Co. die Kinder alters- und geschlechtsunabhängig ansprechen.
Vielen Dank an den Loewe-Verlag für das Rezensionsexemplar und das so liebevoll gepackte Päckchen darumherum! Meine Kinder haben sich sehr über die Gimmicks gefreut!
Titel: „Agathe zählt die Sterne“ Verlag: dtv (hier klicken) Autorin: Catherine Rayner (Übersetzung: Tatjana Kröll) Illustrationen: Catherine Rayner ISBN: 978-3-423-76512-1
Zum Inhalt: Agathe ist eine Giraffe und Agathe zählt für ihr Leben gern Dinge. Dummerweise halten diese Dinge selten still oder werden einfach aufgefressen. Agathes Freunde, ein Zebra und ein Leopard, wollen ihr gern helfen, haben aber leider vom Zählen keine Ahnung. Zum Glück bricht dann aber die Nacht hinein und Agathe kann ganz in Ruhe die Sterne zählen – die laufen nicht einfach weg!
Meine Meinung: „Agathe zählt die Sterne“ ist ein angenehm ruhiges, unaufgeregtes Bilderbuch rund ums Zählen. Die Figuren sind liebenswert und bieten kleineren Kindern gute Identifikationsfläche, da ihnen eben nicht alles sofort gelingt – und das erleben Kinder ja nun häufig. Auf sozialer Ebene erleben wir in der Geschichte, dass Freunde sich unterstützen und Dinge miteinander machen, obwohl sie sie vielleicht nicht so gut können – und man kann dennoch Spaß daran haben. Noch eine schöne Message, finde ich. Und dann ist da ja noch das Zählen: der kindliche Drang, alles möglich zu zählen, wird durch Agathe ganz zauberhaft dargestellt. Hauptsächlich geht es um den Zahlenraum bis zehn, aber die Sterne sind natürlich noch viele, viele mehr. Ich denke, die Geschichte regt auf jeden Fall zum Zählen und somit mathematischen Entdecken der eigenen Umwelt an.
Leseempfehlung: Für alle Eltern von Kindergartenkindern und Pädagog:innen, die mit ihnen arbeiten, kann ich dieses Buch wärmstens empfehlen! Aber auch im Anfangsunterricht lässt es sich hervorragend einsetzen: Agathes List am Zählen kann man hervorragend in der ersten Klasse nutzen, um mit den Kindern ins Mathematisieren der eigenen Umwelt zu kommen: man kann alles möglich im Klassenraum, auf dem Schulgelände oder Zuhause zählen. Man kann Strategien entwickeln, wie das Zählen am besten gelingt. Es darf sich zum Beispiel nicht bewegen oder aufgegfressen werden 😉. Dazu bietet es sich an, zu Zählendes mit einem Tablet zu fotografieren und vielleicht sogar Bündelungen einzuzeichnen. Wer mag, kann auch eine digitale Klassenpinnwand (z. B. TaskCards) anlegen, die Fotos und Zählergebnisse darauf sammeln und so erste Schritte beim Produzieren/Präsentieren machen. Wie so oft, sind die Möglichkeiten hier vielfältig.
Vielen Dank an den dtv-Verlag für das Rezensionsexemplar!