[Foto vom Flyer der Initiative s.u.]
Ich weiß gar nicht so genau, ob ich das lustig oder erschreckend finden soll, was mir da vor Kurzem in die Hände fiel: ein Flyer der Initiative „Familien-Schutz“, in dem es darum geht, die „Gender-Sexualkunde an Schulen [zu] stoppen [und] Elternrecht [zu] schützen“.
Mehrere Beispiele aus angeblichem Unterricht oder Dienstanweisungen werden aufgezählt, die nahe legen, dass wir in der Schule die Kinder dazu bringen wollen, die klassiche Vater-Mutter-Kind(er)-Familie zu diskreditieren, den Kindern ihre Geschlechtswahl freizustellen und sie schon frühkindlich zu sexualisieren und so weiter und so fort. Ich habe mich mal ein bisschen durch die Homepage gelesen, die ich hier nicht verlinke, weil ich keine technischen Zusammanhänge zwischen diesem seltsamen Gedankengut und meinem persönlichen Gedankengut herstellen möchte, aber ihr könnt ja mal draufschauen.
Interessant ist auch der maßgeblich Verantwortliche der Initiative (VisdP): Sven von Storch. Bei dem Nachnamen klingelten bei mir ein paar Alarmglocken und Wikipedia bestätitgte schnell, dass er der Gatte der AfD-Dame Beatrix von Storch ist. Da bekommt das ganze Gender-Problem ja gleich noch eine weitere pikante Note für mich.
Wenn ich solche Flyer sehe, geht mein Kopfkino los: diejenigen, die vor allem Fremden Angst haben und deshalb möglichst alles Fremde oder alles außerhalb der Norm verbieten lassen möchten, stürzen sich doch auf solche „fake news“ und Pseudofakten, die hier in den Raum geworfen werden. Was wird uns Lehrern da wieder unterstellt werden? Dass wir Kinder homosexuell machen oder dafür verantwortlich sind, wenn Jugendliche sich für Sexualität interessieren? Dass wir es nicht verteufeln, dass heute eben nicht mehr jedes Kind mit Mutti und Vati und Geschwistern aufwächst??
Ich weiß nicht, wie groß der Einfluss ist, den die von Storchs und Konsorten so haben, aber die aktuelle Berichterstattung der freien Medien (alias Lügenpresse) zeigt mir, dass es wieder sehr in Mode ist, andere Menschen wegen irgendwelcher Eigenschaften auszugrenzen, niederzumachen oder sogar anzugreifen. Ich sehe momentan extreme Parallelen zu den 1930er Jahren, als auch „das Alles“ ganz klein anfing…
Unser Arbeitsfeld in dieser Hinsicht ist so aktuell wie lange nicht und wir müssen wirklich die Augen offen halten, welche Meinungen unsere Schüler so mitbringen und die Eltern verbreiten…
Beste Grüße mit Gänsehaut,
Katha


Raggety Taggle hört morgens die Geräusche der Bauernhoftiere und gerät ins Grübeln. Um nicht als einziges Tier „sprachlos“ zu sein, macht er ganz hasenuntypisch laute Geräusche und lockt damit prompt die Katze an (die erste Reihe muss beim Vorlesen immer einmal dran glauben und zuckt immer so süß zusammen, wenn die Katze springt). Eine wilde Verfolgungsjagd quer über den farmyard beginnt und endet – zum Glück – glücklich für unser Häschen.
Habt alle viel Energie und Freude, viel Kraft und Ruhe für die wuselige Zeit, die jetzt ansteht: viele kurze Wochen, die die Kinder ja nicht unbedingt konzentrierter machen, Zeugnisse, Noten, Beurteilungen und der ganze Bürokratiekram…
Da wir ja alle sooo viele Wochen im Jahr frei haben, können wir diese Zeit ja mal nutzen… Ich nutze sie gerade zum Bewerten eines Lehrwerks, da wir im Kollegium nach grundlegenden Veränderungen an der Schule unser Deutschlehrwerk mal auf den Prüfstand stellen. Eine kleine Arbeitsgruppe hat deshalb Kriterien gesammelt und sortiert und will damit drei neue und das bisherige Lehrwerk mal möglichst neutral „begutachten“. Mein Beitrag ist – oh Wunder – das Lehrwerk Jo-Jo von Cornelsen, das ich als Mitautorin und Referentin ziemlich gut kenne. Die aktuellen „Bausteine“ müssen sich außerdem noch mit „Zebra“ und „Flex und Flora“ messen.


