Enspurt in Richtung Ferien

Hier in NRW stehen kommenden Freitag die Osterferien vor der Tür. Fühlt sich, wie so oft, nötig an… Ich vermute, dieses Gefühl teilen gerade viele von euch werten Lesern.
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Eine ordentliche Handvoll Arbeit steht aber noch an: der wegen Krankheit ausgefallene Elternabend der Monster muss nachgeholt werden, ein Diktat und ein paar nachzuschreibende Tests muss ich noch abnehmen. Die Kinder werden auf den Freitag hinfiebern, wenn sie zum ersten Mal beim Schultanztreff auftreten. Und am Montag kommt eine neue Schülerin in die Klasse – ein Flüchtlingskind mit sehr wenig Schul- und noch weniger Spracherfahrung. Somit leite ich dann eine Inklusions- und Integrationsklasse. Schauen wir mal, wie sich das alles so entwickelt. Ich weiß ja, dass viele von euch wesentlich schlechtere Unterrichtsbedingungen haben als ich (mehr Kinder, mehr Flüchtlinge, weniger Kollegen etc.). Dennoch mache ich mir ein bisschen Sorgen, ob ich den Kindern wirklich immer gerecht werden kann…

Nunja, erstmal fangen wir jetzt an und überstehen die letzten fünf Tage, bevor dann die Ferien beginnen! Euch allen auch einen guten Endspurt!
Katha

Fachunterricht organisieren

Mit dem Start des zweiten Halbjahres hat sich mein Stundenplan ganz schön geändert, da sich diverse Kurs- und OGS-Stunden in Englischstunden verwandelt haben. Somit bin ich jetzt in sieben Klassen Englischlehrerin und muss mich gerade einmal komplett neu organisieren (das hatte ich nämlich in dem Umfang auch noch nicht…).

Dummerweise fing das Halbjahr extrem bescheiden an, was einen regulären Unterrichtsfluss angeht: zuerst Projektwoche, dann eine Woche krank, eine Woche mit Fortbildung und Ausflug, dann nochmal eine Woche krank – so dass ich erst diese Woche so richtig starten konnte. Pfui!

So habe ich mich mit meinen bisherigen Fachklassen eingerichtet: In jedem Klassenraum habe ich ein Fach stehen, das mit einem Englisch-Schild gekennzeichnet ist. Darin lagere ich die CD für den Jahrgang und fertige Kopien. Außerdem lege ich Kopien für kranke Kinder mit deren Namen drauf ebenfalls hier hinein, damit ich sie in den nächsten Stunden an den Mann bringen kann (oder an die Frau, bevor mich hier jemand „gendert“!). Drei neue Kisten muss ich mir morgen noch fix beschriften und in die ersten Klassen tragen, damit das System wieder funzt.
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Zum Beginn einer neuen Einheit kopiere ich die AB, die ich definitiv jedes Jahr verwende, für die Klasse vor und lege sie in die o.g. Kiste. Wenn ich zusätzlich noch was benötige, kopiere ich dann kurzfristig nach, aber grundsätzlich weiß ich so, dass ich auch bei Planänderungen immer Material parat habe (wenn es mal schneller geht oder der Film nicht läuft, den ich zeigen will). Im Vertretungsfall kann ich den Kollegen dann auch Material anbieten, das sie einsetzen können.

Wenn ich dann in den Fachunterricht gehe, muss ich „nur“ darauf achten, dass ich ggf. zusätzlich nötiges Material dabei habe. Dafür habe ich eine Tragetasche, in der Folgendes immer mitkommt: Reservekopien der Deckblätter für unsere Hefte und Mappen, meine KV für alle Jahrgänge zum aktuellen Thema (s. Beitrag über meine Mappenwirtschaft), mein aktuelles Handpüppchen, wenn ich eines nutze und zur Zeit z.B. die Farbe- und Zahlenkarten für die Erstis. Nicht zu vergessen sind Magnete, da doch ab und an mal was ohne Magnetklebeband aufzuhängen ist und nicht in jeder Klasse ausreichend viele Magnete vorhanden / zu finden sind. Dann kommt eine Pappschachtel dazu, in der ich alle meine swap-Karten aufbewahre und eine Sammlung von Visualisierungskarten für die Unterrichtsphasen und sowas, wenn ich Stundentransparenz benötige.

Tja, und dann kann es los gehen… Bislang lief es so für mich ganz gut – mal sehen, wie es mit den Parallelklassen und dem Wechsel des Materials läuft. Die jeweils aktuelle Themenkiste für die ersten Klassen werde ich wohl im direkt neben den Klassen gelegenen Differenzierungsraum lagern, damit ich ohne Stockwerkswechsel an mein Material komme. Bei meinen parallelen dritten Klassen steht die Kiste immer in einer  der beiden (sie liegen zum Glück direkt gegenüber) und ich hole sie ggf. zu Stundenbeginn zu mir.

Da letzte, was ich für die Fachklassen mit mir herumtrage, steckt in meinem Rucksack: die Mappe mit den Klassenlisten, in die ich meine Beobachtungen und Noten (bei den Großen) eintragen kann (s. alter Beitrag).

So, das war dann doch mehr als gedacht heute Abend. Vielleicht mögt ihr ja eure Tipps und Tricks noch ergänzen?

Beste Grüße,
Katha

Rezension: Monsterhotel

Titel: „Monsterhotel“2018-03-01 10.04.30
Verlag: Thienemann-Esslinger (hier klicken)
Autor: Thomas Montasser
Illustrationen: Stefanie Reich
ISBN: 978-3-522-18476-2

Zum Inhalt:
Familie Glockenspiel möchte eigentlich nach Griechenland, sitzt aber irgendwie im Flieger nach Island. Dort angekommen, gestaltet sich die Suche nach einem Hotel schwierig – bis ihnen ein ganz spezielles Hotel empfohlen wird.
Dort geht man minutenlang treppab, um im Turmzimmer zu landen, geht durch unsichtbare Türen und zahlt mit Popeln. Portier und Diener haben Fell und blinzelnde Knöpfe und fragen sich, ob die Glockenspiels denn überhaupt wirklich Monster seien oder doch nur ziemlich gruselige Gestalten…
Valentina und ihre Familie erleben den Urlaub ihres Lebens!

Meine Meinung:
Mit dem Monster als Klassenmaskottchen war dieses Buch für meine 2. Klasse und mich ein Muss. Die Kinder fieberten ihm schon entgegen, als es noch „geschlossen“ an meinem Pult stand und wir noch gar nicht hinein geschaut hatten.
Uns hat das Buch von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen! Die Figuren sind liebevoll gezeichnet inklusive einiger Details, die dem erwachsenen Vorleser Freude bereiten, selbst wenn die Kinder sie kaum mitbekommen (z. B. Valentinas Hase Stinkebär, der mal in die Gulschsuppe gefallen war und von dem Valentina seltsamerweise plötzlich in Island Hunger auf Gulsch bekommt). Wundervolle Illustrationen in jedem Kapitel runden die Geschichte ab und erwecken die Hotelangestellten und -gäste zum Leben. Keine der Gestalten wirkt irgendwie aufgesetzt oder albern und Klein wie Groß macht die Geschichte mit ihren Wendungen einfach Freude.
Mehrere Kunststunden lang beschäftigten wir uns mit dem Nachzeichnen von Monsieur Matin, den Portier (s. Foto rechts – eine tolle Übung zum vollfarbigen Gestalten eines Blattes) und dem Erfinden eigener Zimmer im Monsterhotel. Im Deutschunterricht übten wir, die Monster genau zu beschreiben und die bislang gehörte Geschichte immer wieder zusammenzufassen.
Bei Antolin gibt es auch schon ein Quiz zum Buch!

Leseempfehlung: Zum Vorlesen ist das Monsterhotel für alle humorvollen Menschen ab etwa dem Vorschulalter zu empfehlen. Zum Selberlesen wegen der Länge sicher kaum vor der dritten Klasse.

Vielen Dank an den Thienemann-Esslinger-Verlag für das Rezensionsexemplar! Es bekommt bei uns einen Ehrenplatz!

Beste Grüße,
Katha

Ich würd‘ ja gern, aber…

… irgendwie kommt mir immer was dazwischen!

2018-02-28 20.06.36

Heute Schreibtischstart um 19:40 – Möppel und Möppelchen im Bett, Mutti frisch geduscht und voller Tatendrang.

Hauptziel: Notizen zum anstehenden Elternabend machen, um morgen in der Teamsitzung mit der immer 150%ig vorbereiteten Kollegin auch mal halbwegs gut vorbereitet zu sein.
„Kurz-mal-eben-noch-vorweg“-Ziel: die im Satz stehenden KV und Test-KV ausdrucken, die ich noch Korrektur lesen bzw. überprüfen muss, bevor sie endgültig eingereicht werden.

Was ich eigentlich tue: während der Drucker druckt, muss ich Papier nachlegen. Typisch. Beim Lochen der Blätter zum Abheften verhakt sich ein Lochstanzer und ich muss ruckeln, um weiter lochen zu können. Das jedoch ist eigentlich nur das Vorspiel, denn beim Wegräumen des Lochers (ja, das bemühe ich mich immer flott zu tun nach Gebrauch) fällt die untere Klappe ab und ich habe Konfetti auf dem Schreibtisch, auf dem Notebook, auf meinen Notizen und auf dem Schoß. Also erstmal vorsichtig Buch, Papiere und Notebook über der Papiermüllkiste ausschütteln, dabei möglichst keine falschen Tastenkombinationen drücken (ihr wisst ja) und alles aufklauben, was dann doch daneben gefallen ist.

Zurück zur Arbeit: Notizen zu Top 1 und 2 gemacht, da steht Möppel in der Tür: „Möppelchen war in meinem Zimmer! Und jetzt geht er nichts mehr in sein Bett!“

Was ich also tue: hochgehen, Möppel nochmal drücken und ins Bett befehligen, Möppelchen anmeiern (wollen) und ihn nicht im Zimmer finden. Stattdessen liegt er mit seinem Teddy in meinem Bett und stinkt. Also wickeln, mit freundlichen Worten erklären, dass zum Schlafen für Kinder die Kinderbetten da sind, CD anstellen, Decken sortieren und gute Nacht wünschen.

Dritter Anlauf: Notizen zu Terminen und Verschiedenem gemacht, hoffentlich halbwegs vorbereitet. Aber die Kollegin hat garantiert wieder noch drei Dinge auf dem Schirm, die ich nicht im Blick habe…

Ach ja, Unterricht für morgen planen wäre ja auch mal wieder ganz gut! Ups. Hatte ich mir schon fast abgewöhnt… Vorletzten Freitag (am Ende der Projektwoche) war ich ganz stolz, hatte die ganze neue Woche fertig geplant, den WP für die Monster sogar schon fertig kopiert. Aber dann kamen die Bazillen und streckten mich für die ganze Woche nieder. Pfui. Also Restart erst an diesem Montag – Tausend Zettelchen, Notizen und Krankmeldungen aufarbeiten und feststellen, dass die Monster in Abwesenheit von erster und zweiter Klassenleitung auch nur zu rund 50% anwesend waren. OK, dann einfach den WP von letzter Woche für diese nutzen. Läuft. Dienstag dann direkt Ganztagsfortbildung auswärts und Mittwoche mit der Klasse unterwegs (Kulturstrolche-Projekt).
Ist es nachvollziehbar, dass ich grade gar nicht mehr auf „normalen“ Unterricht eingestellt bin?

Naja, hilft nix. Fix auf Henri Matisse vorbereitet, was schon länger im Hinterkopf schlummerte. Mal sehen, wie die kleinen Monstermatisses sich morgen schlagen. Ach, und Freitag lerne ich dann endlich zum ersten Mal die erste meiner drei neuen Englischklassen kennen. Auch krass, dass das so lange dauert!

So, sorry für den langen Beitrag heute und/oder Glückwunsch zum Durchhalten!

Euch allen einen schönen Abend und eine gute Restwoche,
Katha

Halbwertszeit eines Lehrerblogs?

2017-11-02 11.25.47

Meinen kleinen Prima(r)Blog führe ich nun schon ein kleines Weilchen. Leider stelle ich selbst fest, dass ich nur noch phasenweise aktiv bin und nur selten zum Schreiben komme.
Vor allem im Bereich Material sah es zuletzt bei mir dünne aus – für Deutsch schreibe ich zur Zeit nur wenig selbst, weil ich noch soviel Lehrwerk für so wenig Schuljahr übrig habe. Über das, was ich in Englisch mache, habe ich gefühlt schon fast alles geschrieben. Da das aber eher nur ein Gefühl ist, möchte ich demnächst auch wieder mal mehr zum Bereich Englisch schreiben. Mit drei ersten Klassen parallel kann ich gerade meinen Unterricht sowas von reflektieren, evaluieren und weiterentwickeln 😉

Was mir auf grundschulblogs.de auffällt, ist ebenfalls eine teils ähnliche Entwicklung. Einige Blogs, die bei meinem Start noch „Zugpferde“ waren, sind ganz verschwunden oder nur noch außerhalb der Sammelseite zu lesen. Immer mehr Materialien werden nur noch kostenpflichtig angeboten oder gar nicht mehr. Neue Blogs sind aufgetaucht, viele fühlen sich für mich jedoch eher wie eine Vermarktungsplattform für die eigenen Dateien in den Bezahlbörsen an.
Hoffentlich kann ich mich und können sich auch andere wieder mehr dazu motivieren, über Unterricht zu schreiben und den vor einigen Monaten noch lebhafteren Austausch wieder etwas anzukurbeln. Denn wenn ich Material kaufen möchte, dann gehe ich auf die entsprechenden Seiten und suche gezielt dort.

Naja, mal sehen…
Einen schönen Abend euch allen noch,
Katha

Rezension: Fritzi war dabei

Titel: „Fritzi war dabei“2018-02-24 09.46.02
Autorin: Hanna Schott
Illustratorin: Gerda Raidt
Verlag: Klett Kinderbuch (hier klicken)
ISBN: 978-3-95470-015-8

Zum Inhalt:
Fritzi kommt gerade in die vierte Klasse und ist stolze Thälmann-Pionierin, als in ihrem Land, der DDR, seltsame Dinge geschehen. Überall um sie herum und selbst in ihrer Familie erlebt Fritzi, was es bedeutet, wenn Menschen aufbegehren und die Welt verändern wollen. Und dann fällt die Mauer und Fritzi darf zum ersten Mal ihre Oma besuchen fahren…

Meine Meinung:
Die Umbrüche des Herbstes 1989 aus der Sicht eines Kindes darzustellen, finde ich eine grandiose Idee, um heutigen Kindern das komplexe Thema Trennung und Wiedervereinigung nahbar zu machen. Ganz konkret geht es um plötzlich nach Ungarn verschwundene Mitschüler und Arbeitskollegen, die Montagsdemos, das Besuchsverbot für Verwandte aus dem Westen und die Stasi-Spionage. Diese Themen erlebt Fritzi in ihrem direkten Umfeld und auch, wie unterschiedlich die Erwachsenen damit umgehen.

Fritzis Gedankenwelt deckt sich mit der der möglichen Leser und die Dinge, die sie selbst nicht versteht, werden kindgemäß und ohne Pathos erklärt. Die Illustrationen unterstützen dieses Erklären wunderbar und kommen immer dort zum Einsatz, wo das Vorstellungsvermögen begrenzt sein könnte (z.B. bei den Pionierhalstüchern oder der alltäglichen Spionage):

Besonders gelungen finde ich das letzte Kapitel, in dem die Autorin erklärt, wie die Figuren im Buch entstanden sind und wo sich Fiktion und Realität abgrenzen. So werden die jungen Leser ernst genommen und quasi auf die Meta-Ebene mitgenommen.
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Leseempfehlung: Die Zielgruppe zum Selberlesen dürften m.E. kompetente Leser ab der dritten Klasse sein. Als Mutter käme das Vorlesen auch schon für jüngere Schulkinder in Betracht, wenn sie schon mal was vom Thema „zwei Deutschlands“ geört haben. Mein Sohn war an den Berliner Mauerfragmenten sehr fasziniert und bekommt dieses Buch sicher bald vorgelesen.
Als Lehrerin warte ich nun schon darauf, dass wir in Sachunterricht das Thema „Deutschland“ behandeln, was wohl in der vierten Klasse anstehen wird. Dazu darf dieses Buch als Vorlesegeschichte oder vielleicht sogar als Lektüre nicht fehlen.

Kleiner Hinweis: Bei Antolin gibt es auch ein Quiz zu diesem Buch!

Vielen Dank an den Klett-Kinderbuch-Verlag für das Rezensionsexemplar!

Beste Grüße,
Katha

Afrika-Projektwoche „Trommelzauber“

Bereits zum zweiten Mal befinden wir uns mitten in einer zauberhaften, musikalischen, spannenden Woche rund ums Trommeln und rund um Afrika.
Nach den extrem positiven Erfahrungen vor vier Jahren stand für unser Kollegium fest, dass wir gerne jedem Kind an unserer Schule die Erfahrung des Trommelzaubers zugänglich machen wollen und deshalb im Vierjahresrhythmus „unseren“ Soukou buchen wollen – das hat auch prima geklappt.

Nun von vorn und sortiert: diese ganze Projektwoche lang beschäftigt sich jede Klasse mit verschiedenen Aufgaben und Themenfeldern rund um Afrika. Parallel und sinnstiftend dazu haben wir Thomas Soukou vom Team Trommelzauber bei uns zu Gast, der mit allen Kindern gemeinsam und in den Jahrgängen bzw. Klassen trommelt, singt, Tänze einstudiert. Für jede Jahrgangsstufe gibt es im Anspruch passende Stücke, die eingebt und am Freitag zum Abschluss in einem großen Gesamtstück aufgeführt werden.

Es ist auch beim zweiten Mal wieder faszinierend, wie sich die Kinder (und auch wir Erwachsene) verändern, wenn zentral in der Turnhalle jemand das Sagen hat, der mit seiner großen Djembe und ein paar Trommelschlägen den Ton angibt, ohne viel zu sagen. Erstaunlich, wie nonverbal man etwas einüben kann und (das sah man heute am zweiten Tag) wie die Kinder nach nur einer Übungsphase große Teile ihres Tanzes schon beherrschen. Gut, uns fehlt der afrikanische Hüftschwung, aber vielleicht kriegen wir den bis Freitag noch hin…

Herrlich war es gestern auf dem Elternabend, zu dem ich eigentlich nur wiederwillig gegangen war. Man sah in den Gesichtern der anwesenden Eltern das gleiche Glühen, die gleiche Anstrengung und den gleichen Ehrgeiz wie bei ihren Kindern. Die Coolness wird vergessen und die Hemmungen sinken…

Was die Kinder lernen: afrikanische Lebenfreude und Musik, gemeinsam etwas lernen und aufführen (absolut inklusiv!!!), Rhythmusgefühl, die Einsicht, dass schwarze Menschen keine „Nigger“ sind u.v.m.
Was wir Lehrer lernen: afrikanische Lebenfreude und Musik, gemeinsam etwas lernen und aufführen (absolut inklusiv!!!), Rhythmusgefühl, die Einsicht, dass es auch ohne groß festgezurrte Pläne geht…

Ich freue mich nun auf drei weitere Trommeltage und hoffe, dass meine Muscheln (in die sich die 19 Monster gerade verwandeln) morgen auch mal etwas muschelhafter verhalten und weniger wie Elefanten auf meinen Nerven tanzen, wenn wir uns außerhalb von Soukous Reichweite im Klassenraum befinden.

Sawubona!
Katha

Versuchsmöppelchen

Heute hat’s geschneit – jippie!

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Möppel und Möppelchen waren natürlich – wie bei jedem Schneefall – hellauf begeistert und waren draußen unterwegs. Schlitten kann man ja auch über eine dünne Schneedecke ziehen/schieben und Schneebobbycar fahren ist sowieso am allerbesten.

Irgendwo in einem stehen gebliebenen Eimerchen fand das Möppelchen dann ein Stück gefrorenes Wasser, das sofort ausführlich untersucht und begutachtet wurde. Weil die Mutti ja nunmal SU-Lehrerin ist, starteten wir dann direkt mal ein kleines „Experiment“: Wir nahmen das Eisstück mit rein, legten es in ein Glas und stellten es auf die Heizung. Und stellt euch vor: es ist geschmolzen! Unglaublich!

Schönste Erkenntnis des Tages: „Woher kommt denn jetzt das Wasser in dem Glas?“ – „Das kommt aus dem Eis raus.“

Beste Grüße,
Katha

P.S. Wenn ihr genau hinseht, findet ihr mitten im Foto einen wunderschönen Eiskristall!

Doppelrezension: „Schülerduden“

Titel: „Schülerduden Fremdwörter“ und „Schülerduden Grammatik“
Verlag: Duden (hier klicken)2018-01-29 21.10.38
ISBN: 978-3-411-05147-2 und 978-3-411-05638-5

Zum Inhalt:
Nun ja, was soll ich zum Inhalt eines Schülerdudens groß sagen? Das Fremdwörterbuch sieht aus wie ein klassisches Fremdwörterbuch aussehen muss: zwei Spalten, kleiner Druck, geringer Zeilenabstand. Aber durch die Aktualisierung der Neuauflage in 2017 ist eben der Inhalt sicher deutlich zeitgemäßer als in den Duden, an die ich mich erinnere. Das Buch wird auf dem Cover mit „topaktuellen Neueinträgen wie Boyfriendjeans, Graphic Novel, pixelig oder Polittalk“ – und somit ist für mich klar, dass es nicht nur den Jugendlichen helfen kann, Wörter erklärt zu bekommen, sondern sicher auch unbedingt ihren Lehrern!!!
Seit das Buch auf meinem Schreibtisch steht, habe ich schon deutlich öfter darin „gegoogelt“ und bin i.d.R. zufrieden mit den Ergebnissen gewesen. Für ältere Schulkinder halte ich es für unerlässlich, das Nachschlagen eben auch analog zu üben…

Etwas eher beurteilenswert ist sicher die Grammatik: Im Vergleich zur Schülergrammatik, mit der ich früher arbeiten musste und bis ins Studium hinein immer wieder arbeitete (sie steht noch im Regal!) kommt der Inhalt des Schülerdudens weniger trocken rüber. Neben den wichtigen Thementafeln zu allen grammatischen Bereichen gibt es viele viele konkrete Beispiele und vor allem auch Übungen. Fast könnte man das Buch richtig lesen und sich somit durch die Grundlagen der deutschen Sprache arbeiten.
Manches kommt mir aus der Grundschule sehr vertraut vor (s. Bild 1 und 2), grundsätzlich ist natürlich aber die Sekundarstufe die Zielgruppe des Buches (s. Bild 3):

Weitere Übungen gibt es (passend zur Zielgruppe) online unter https://www.duden.de/schuelerduden-grammatik. Zu vielen Übungen im Buch (die immer mit einem hellblauen Kästchen markiert und nummeriert sind) gibt es mit der passenden Zahl eine erweiterte Übung in der 170-seitigen pdf-Datei.

Meine Meinung:
Mir hätte eine Grammatik wie diese sicher in der Schulzeit und spätestens im Studium geholfen, mich tiefer in die Materie „Sprache“ einzuarbeiten. ich erinnere mich noch daran, dass ich in einem Englischseminar dachte „Ich werde niemals so viel über die deutsche Sprache wissen, wie diese Dozentin über die englische!“. Bei mir am Gymnasium wurde aber eben bis zuletzt an die Wissbegierde der Schüler, an die Anschaffungsfreude der Eltern oder eben an die Grundgrammatik geglaubt, so dass ich nie mit einer ausführlichen Grammatik wie dieser in Berührung gekommen bin. Die Empfehlung „Für Schüler, Studierende und Referendare“ kann ich nur absuolut unterstreichen und für die Schule oder Eltern von Sekundarstüflern eine Anschaffung des Schülerdudens Grammatik nur empfehlen. Was da drin steht, das findet man so kompakt und überischtlich nicht ohne stundenlanges Recherchieren im Netz – und dort oft nur zwischen Werbung und seltsamen Kommentaren…

Leseempfehlung: „Für Schüler, Studierende und Referendare“ und alle anderen, die sich gerne mal wieder ein bisschen was in Erinnerung bringen wollen / sollten / müssen.

Vielen Dank an den Duden-Verlag für die Rezensionsexemplare, die ihren festen Standplatz auf meinem Schreibtisch gefunden haben!

Beste Grüße,
Katha

Einsicht

Und gleich noch eine Anekdote hinterher, diesmal aus dem Textverarbeitungskurs im dritten Schuljahr.
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In der dritten Textstunde dürfen die Kinder einen zuvor abgetippten Text nach ihren Wünschen formatieren und bekommen dazu vorab von mir eine kurze Einweisung in die Basics des Formatierens (Schriftart und -größe, fett/kursiv/unterstrichen). Ich formatiere am Beispieltext, die Kinder folgen recht gebannt meinen Tun via Beamer.

Plötzlich bricht es aus einem der Drittklässler heraus: „Aaah! Jetzt weiß ich, wie Lehrer Arbeitsblätter machen!“

Auch mal ne wichtige Einsicht, oder???

Beste Grüße,
Katha

* Entschuldigt das bescheidene Foto – dieses Whiteboard spiegelt IMMER!!! Und nein, das ist nicht die Beameransicht – die Leinwand hängt links daneben. 🙂