Leise rieselt die Empfehlung …

… so ohrwurmt es mir schon den ganzen Vormittag durch den Kopf. Früher sangen wir doch zum Halbjahr auch gerne den Klassiker „Leise rieselt die Vier / Auf das Zeugnispapier / Fünfen und Sechsen dazu / Freue dich, sitzen bleibst du.“


Auf meinem Bildschirm rieseln die mühsam erdachten und aneinander gereihten Wörter auf das weiße „Papier“ von Word, draußen rieseln sogar wirklich seit ich hier sitze die Schneeflocken auf Bäume, Dächer und Autos. Nur der Boden, der verweigert sich noch. Der erwartet vielleicht noch von Seehofer die Order für eine Schneeflockenobergrenze und nimmt bis dahin lieber gar nix auf…

Vieren und Fünfen rieselt es zum Glück heute nur wenige. Sechsen kann ich mir genüsslich verkneifen – etwas Leistung(sbereitschaft) ist ja bei allen zu erkennen. Aber als ich eben für die Sachunterrichtsnoten noch schnell die Deutschland-Mappen durchgeschaut habe, wurde mir aber schon etwas bang. Wie oberflächlich Viele die Fragen und Aufgaben gelesen und total falsch oder unvollständig bearbeitet haben! Und wie sie die Bundesländer schreiben! Erschreckend. Vor allem, wenn man bedenkt, dass ab dem Sommer ja das friedliche „komm, ich helf dir mal“ der Grundschule vorbei ist und sie dann echt allein ran müssen…

Nun ja, nach gut einem Viertel der Texte mach ich jetzt ne halbe Stunde Tee- und Blog-Pause und geh dann wieder zur wunderbaren Herausforderung des Verfassens von Schulformempfehlungsschreiben zurück.

Leise rieselt der Schnee / Still und starr ruht der PC / Bald ist die Pause vorbei / Fertig die Arbeit bald sei!

Ka

Seid ihr auch so? So verrückt?

Heute musste (!) ich nach 10 abwesenden Unterrichtstagen in die Schule. Am letzten Sonntag war ich zuletzt dort, um Material abzuholen, Elternzettel zu checken und Kram hinzubringen. Heute dann das „große Reinemachen“.

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Ich bedanke mich hochachtungsvoll bei allen Kollegen, die in der vergangenen Woche wie immer wie selbstverständlich meine Stunden übernommen und so viel wie möglich von meinen Vorschlägen umgesetzt haben! Viele ordentlich abgehakte Listen und gesammelte Zettel lagen auf meinem Pult und meinem Lehrerzimmertisch, Krankmeldungen waren im Kalender eingetragen und die Klasse war erfreulich adventlich dekoriert mit Sternen, Krippenfiguren und Lichterkette. DANKE!

Trotzdem juckte es gleich wieder in den Fingern. Erstmal die Tafel putzen und den Tagesplan aufhängen, Lappen und Lineal spülen, Magnete einpacken und das Pult wieder in seinen gewohnten Zustand versetzen. Man sieht halt doch, dass hier zuletzt mehrere Chefs zuständig waren, die alle eine andere Art von Ordnung und Organisation haben. Lustig fand ich, dass sich wohl niemand an die Tür in meinem Pult gewagt hat, hinter der sich neben vielem Kleinkram auch der Kreidenachschub verbirgt – frische Kreide fand ich im Stiftefach 😀

Nun ja, jetzt ist auf beiden Tischen wieder „Ordnung“ eingekehrt – wenn man die Kunststapel neben dem Mappenstapel neben dem Ablagefach neben dem Stiftebecher an meinem Doppelplatz so nennen kann… In der Klasse hängen die Adventskalenderpäckchen zwischen den Sternen an der Lichterkette und ein Tischlein ist mit einem Adventsteller und Sternen geschmückt. So kann zumindest eine elftägige Adventszeit am Montag beginnen. Bei 22 Kindern passt das dann ja auch eigentlich gut.

Aber mal ehrlich: Seid ihr auch so? Muss es genau so sein, wie ihr es macht? Oder seid ihr toleranter 😉 als ich Pedantin?

Ka

Danke für 25.000 Klicks!

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Damit hätte ich nun wirklich nicht gerechnet – dass ich so schnell so viele Klicks sammeln würde! Sicher hat das viel mit der Aufnahme des Blogs bei Grundschulblogs.de zu tun, deshalb vielen Dank an dich, Fabian, für die nette Begrüßung!

Ein lustiger Nebeneffekt lag gestern in meinem Briefkasten: Ein irgendwie vom Klett-Verlag mit herausgegebenes Wissensheftchen bekam ich als Lektüre gesendet, mit einem Lob meines Blogs und dem Vorschlag, es doch bei Gefallen dort zu rezensieren… Na ja.

Also, danke allen, die bei mir vorbeischauen. Schreibt mir ruhig mal was, das freut das Bloggerherz immer sehr!

Ka

Mein Begrüßungsritual

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Manchmal halten sich Rituale hartnäckig … Im Referendariat lernte ich bei meiner Mentorin und Schulleiterin dieses Begrüßungsritual kennen und seitdem benutze ich es in allen meinen Klassen. Erstaunlicherweise hat es sich ziemlich verselbstständigt!

Aber mal von vorn: Alle Kinder stehen hinter (!) ihrem Stuhl. Gezählt wird zweimal, beim ersten Mal klatschen wir bei jeder Zahl in die Hände, beim zweiten Mal auf die Oberschenkel. Die Begrüßung wird durch (der Silbenanzahl angepasste) Klopfer in die Luft unterstützt – so als ob da eine Tür wäre in etwa; der Abschied mit einem kraftvollen Faust-nach-vorne-strecken – bitte nichts politisches dahinein bauen! Natürlich kann jeder das frei variieren… Ich ende immer mit den Worten „Dankesehr, setzt euch bitte.“, um dann mit dem Vorstellen des Tagesplanes zu beginnen und den Unterricht so richtig einzuläuten. Daran, dass das leise klappt, arbeiten wir noch! 😉 Ich hab meiner 4 versprochen, dass sie hausaufgabenfrei bekommen, wenn sie das mal schaffen! 🙂

In „meinen“ Klasse beginne ich immer mit deutsch. Recht kurz danach kommt der Zettel für englisch dazu und ab dann darf abwechselnd jeden Tag ein anderes Kind die Begrüßung aussuchen (Klasseliste – Extraspalte!). Ich fordere die Kinder dann immer auf, eigene Sprachen „mitzubringen“ und so hat sich aus meinen anfangs 5 oder 6 Sprachen inzwischen eine beachtliche Sammlung von 17 (!) entwickelt. Viele Eltern haben ihre Muttersprachen oder Urlaubserinnerungen beigesteuert oder so wie ich mal gelernte Sprachen. Dialekte nehme ich natürlich auch gern. Dabei muss man beachten, dass sicher nicht alle zu 100% korrekt oder korrekt geschrieben sind, aber das finde ich nicht so wichtig wie den Hauch von internationalem Flair, der jeden Morgen unseren gemeinsamen Start markiert.

In meinen Fachklassen geht es übrigens auch gemeinsam los – im Fach Englisch natürlich englisch und in den Kunstklassen deutsch.

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Vorlesetag

Heute mal ein Werbe-Blogeintrag – Werbung fürs Vorlesen!

Schon bald findet wieder der bundesweite Vorlesetag der Stfitung Lesen statt und meine Schule ist (seit ich dort unterrichte – seltsamer Zufall) fast jedes Jahr dabei gewesen. Dieses Jahr werden unsere 5 ersten und zweiten Klassen eine Schulstunde lang in den Genuss kommen, von einem Erwachsenen einfach nur so, genüsslich und ohne Leistungsdruck etwas vorgelesen zu bekommen. Bislang haben wir dafür 11 Menschen im Boot: LehrerInnen, Eltern und Erzieherinnen sind wie auch in den Vorjahren dabei und bringen jeweils ein Buch mit. VIELEN DANK an dieser Stelle all denen, die sich für solch eine Aktion, nicht nur an unserer Schule, Zeit nehmen!

Ein paar Tage vor dem Vorlesetag hänge ich eine Kopie der Buchcover im Forum aus, darunter dann eine Liste mit begrenzter Platzzahl. Jedes Kind darf sich nun für ein Buch entscheiden und sich in eine der Listen eintragen (lassen). Bislang haben wir die COver immer bewusst anonym ausgehängt, damit die Kinder nach dem Buch und nicht nach dem Vorleser entscheiden. Freitag nach der großen Pause treffen sich dann alle Erst- und Zweitklässler im Forum und verteilen sich mit ihrem jeweiligen Vorleser auf die gewählten Räume. Vielleicht schaffe ich es dieses Mal, den guten Tipp aus einem anderen Blog umzusetzen (Klassenzauber) und den Kids eine Art „Ticket“ mitzugeben, auf dem ihr Buch abgebildet ist. Das könnte die Zuordnung beschleunigen. Mal sehen…

Für heute wünsche ich allen einen guten Schultag!

Ka

Fußball(bundesliga) im Unterricht?

Montags morgens werden in meiner Klasse erstmal die wichtigen Ergebnisse der Bundesligaspiele vom Wochenende durchgesprochen. Da die meisten meiner Schüler und Schülerinnen interessanterweise den gleichen Verein bevorzugen wie ich*, sind das nur wenige… [Und nein, ich hatte da keinen Einfluss – die Kids sind im Vierten und mir erst seit diesem Sommer angehörig!]

Nicht nur in einer so fußballverrückten Klasse wie meiner, aber gerade doch auch dort, möchte ich diese Lebenswirklichkeit auch immer wieder in den Unterricht einbeziehen. Beim Thema Deutschland im SU steht bei mir immer auch auf dem Plan, in welchen Bundesländern welche großen Vereine spielen**. In Mathe kann man wunderbar Logikaufgaben mit Fußballergebnissen und -tabellen durchspielen lassen. Und beim Lesen gibt es natürlich in der Klassenbücherei eine Menge Lesestoff zum Thema Fußball.Wenn EM oder WM ist, biete ich gern (je nach Klassenstufe) eine Werkstatt zu Fußball und geografischen Themen an und auch im Englischunterricht haben wir 2014 ein Lapbook zur World Championship hergestellt. Die Kinder sind immer wieder erstaunt, wenn sie etwas für sich Wichtiges plötzlich im Unterricht bearbeiten dürfen.

Wer auch Erfahrungen mit dem Thema und somit neue Anregungen für mich und meine Fußballer hat, möge sich gern in einem Kommentar verewigen!

* Wahre Liebe halt…

** Lustiges Gespräch beim Orten der Feriendomizile auf der Deutschlandkarte (s. alter Post): Ich: „Ah, du warst also in Recklinghausen. Das ist ganz in der Nähe der verbotenen Stadt.“ – Schüler: „Häää?“ – anderer Schüler: „Na, Gelsenkirchen!“ – Schüler: „Häää?“ – Schülerin: „Na, Schalke!“

Woche des Lernens I

Nach einer schulinternen Ganztagskonferenz am Montag stand Dienstag endlich mal wieder der Besuch einer Fortbildung für Englisch in meinem Kalender. Da wir ja unseren Englischunterricht gänzlich ohne Lehrwerk bestreiten, finde ich Anregungen für die alltägliche Arbeit immer wieder sehr belebend.

Zur Abwechselung mal eine Dame, die sich als native speaker ankündigte – da waren meine Antennen schonmal auf besonders sensibel eingestellt. Erfreulicherweise ergab sich daraus, dass der Tag in einem wunderbar geläufigen Wechsel zwischen den Sprachen ablief. Nicola Hanstein bot mit dem vierten Modul ihrer Fortbildungsreihe einen gelungenen Einblick in ihre Art zu unterrichten und man merkte, dass wirklich alle Damen im Raum regelmäßig mit Kindern Sprachen lernen 🙂

Für meine momentan drei Englischklassen und überhaupt für unser gesamtes Konzept habe ich mitgenommen, dass unser Anspruchsdenken und der Verzicht auf ein Lehrwerk genau richtig sind. Von den Kindern viel zu verlangen und sich dann über das zu freuen, was erreicht wird ist sicher der bessere Weg zu arbeiten als von vornherein wenig anzubieten. Einige neue Spiele werden unser Repertoire sicher bereichern und manch irgendwo im Hinterkopf vergrabene Idee/Erinnerung wurde (re)aktiviert oder modifiziert. Spannend fand ich die Herangehensweise, deutlich mehr als die recht durchschnittlichen 12 Wörter (meist Nomen) pro Einheit zu lehren. Mal sehen, ob die liebe Kollegin und ich da nicht doch mal an unsere gut funktionierenden Wort- und Bildkarten für das treasure book herangehen und sie erweitern.

Ich könnte noch weiter und weiter schreiben, aber erstens sprengt das dann die gängige Blog-Länge und zweitens kann ich allen NRWlern nur wärmstens den Besuch bei Nicola ans Herz legen. Für mich sind die anderen drei Module jetzt erstmal Pflichtprogramm! Danke!!

Ka

Namensschilder

Seit den Sommerferien bin ich ja mal wieder Klassenlehrerin – und somit verantwortlich dafür, dass alles Organisatorische rund läuft, um uns nicht weiter vom Lernen abzuhalten. Egal, welche Klassenstufe man führen darf, gehört dazu für mich ein Satz Namensschilder. So können Vertretungslehrer oder sonstige Besucher schnell die Kinder beim Namen nennen und ich kann zum Beispiel eine neue Sitzordnung einführen, ohne mir den Mund fusselig reden zu müssen.

Namensschilder Tischaufsteller

Natürlich gibt es zweitausendunddrei Varianten von solchen Schildern, meine finde ich aber dennoch am praktischsten: sie haben in meiner letzten Klasse die ganzen vier Jahre überlebt und waren gut lesbar. Ihr findet in der Datei ein vierzeiliges Blatt, an dem zuerst entlang aller Linien gefaltet wird. Die beiden äußeren Zeilen werden nach hinten gefaltet und zusammen geklebt; so entsteht ein Dreieck, das wunderbar steht. Ein Klassensatz passt ganz prima in alle gängigen Pappkisten, Aufbewahrungsboxen oder Kopierpapierkisten.

Wer will, kann vor den Namen ein Bild des Klassentieres setzen oder Schreibschrift verwenden (je nach Stufe). Die Word-Datei versende ich gern per Mail, wenn ihr sie nicht selbst schreiben mögt.

Gutes Basteln wünscht

Ka