Wegbeschreibung – eine Übung zum genauen Beschreiben und Zuhören für Zwischendurch

Heute mal ganz „off-topic“ diese gerade wieder gefundene Übung:
Unbenannt
(Grafiken alle aus Windows Cliparts!)

Es ist eine Partnerübung, bei der jedes Kind einmal Wegweiser und einmal Wegfinder sein darf.

Zuerst zeichnet wie oben zu sehen ein kind seinen gewünschten Weg auf seinem Blatt ein. Dann erklärt und beschreibt es ihn seinem Partner. Dafür müssen grundlegende Begriffe wie rechts/links/hoch/runter bekannt sein, aber auch Begriffe wie Kreuzung, Gabelung, steil/spitz und die Namen der Tiere. Am Ende werden die beiden Wege verglichen und mit zwei neuen Blättern die Rollen getauscht. Wer Papier sparen will oder soll, kann ja auch (farbig) drucken, laminieren und die Folienstifte einsetzen…

Bei meinen Kids ist das bislang als schöne Kleinigkeit für Zwischendurch immer gut angekommen. Hier die Datei: Wegbeschreibung

Ka

Begeisterung für große Kleinigkeiten

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Ich bin ein Fan. Vom 3D-Drucken. Jawoll!

Am Freitagabend fand bei uns die Lange Nacht der Computer statt, bei der die Eltern des vierten Jahrgangs verschiedene Stationen rund um den PC anbieten. Dieses Jahr gab es eine Premiere: ein, nein gleich zwei 3D-Drucker konnten bestaunt und benutzt werden.

Während die Kinder das zwar spannend, aber doch irgendwie genauso normal wie z.B. lebensrealistische Animationsfilme fanden, waren wir Großen doch schon sehr beeindruckt von den live ausgedruckten Einkaufschips und anderen Kleinigkeiten. Fast unvorstellbar war es für mich, dass so ein Drucker mehrgliedrige, bewegliche Teile wie den Roboter oder Kettenglieder, ineinander bewegliche Kugeln etc. herstellen kann, die fix und fertig da heraus kommen. Unglaublich wohl für alle, die selbst 2D-(Farb(Laser))Drucker schon als Fortschritt empfanden… 🙂

Eine beeindruckte Ka, die sich vom geliehenen Roboter gar nicht mehr trennen mag!

Schaltjahr-Lesetext mit Fragen

Da ich gerade kein Diktat, keinen Grammtiktest und (noch) keinen Aufsatz vorbereiten muss, habe ich morgen wirklich mal wieder ein bisschen zeit, etwas zu lesen. Da die LB-Texte gerade nicht gut passen, nehme ich mal den guten alten Lebensweltbezug mit ins Boot und habe mir einen interessanten Text über die Entstehung des Schltjahres gesucht. Im SWR-Kindernetz bin ich fündig geworden. Und da Viertklässler ja lesetechnisch auch etwas belastbar sind sein sollten, gibts dazu auf die Rückseite ein paar Fragen (Schalttag Fragen Lesetext) mit unterschiedlichen Anforderungsniveaus…

Hier habe ich dann auch noch eine sprachhistorische Erklärung für den Namen gefunden: http://sprachgestoeber.de/schaltjahr/.

Ka

Die mittelalterliche Burg – Prolog

Vorhin habe ich das Pferd etwas von hinten aufgezäumt: Die Beschreibung meiner Burgenbaubeginnstunde habe ich schon gebloggt, bevor ich die Hinführung beschreiben habe… Deshalb hier nun die 2 Stunden davor im Schnelldurchlauf:

1. Welche Teile / Gebäude / Einrichtungen hatte eine durchschnittliche Burg?
Die Kinder arbeiteten in den sieben Gruppen, die sich fürs Bauen schon gebildet hatten, an einem AB mit der Abbildung einer Burg, die beschriftet werden sollte. Findet ihr in jeder gängigen Ritter-Werkstatt oder im Netz (Bildersuche „burg“ hilft weiter). Dazu habe ich alle meine Ritterbücher mit Post-its auf den passenden Seiten versehen und den Gruppen verteilt. Der Klassiker „Schlag nach im Sachunterricht“ hat auch eine schöne Seite dazu und in manchem Deutsch-Lehrwerk finden sich auch passende Infos. Nun wurde in drei Phasen mit wechselnden Büchern gearbeitet, um möglichst viele Teile der Burg zu erkennen und zu benennen.


Bei jedem Klingeln meines Klangstabs wurden die Bücher getauscht. Da sie alle auf sehr unterschiedlichen Niveaus liegen und zum Teil abweichende Begrifflichkeiten verwenden, haben wir also Differenzierung und Wortschatzarbeit gleich mit erledigt…

2. Wofür gibt es all dieses?
Nach dem vergleichenden Beschriften der Burgabbildung via OHP-Folie (so richtig ganz klassisch mit Folienstift und so!) haben wir dann mal sortiert, welchen ganz konkreten Zwecken die Gebäude etc. dienen. Auf drei Plakaten habe ich die Erklärungen der Kinder sortiert und am Ende suchten wir gemeinsam Überschriften für die Themen: „Schutz & Sicherheit“, „Versorgung“ und „Vorteile / Privilegien“ kamen dabei heraus.
Hier hat sich nochmal bewiesen, dass es für die Kinder gut war, am Anfang der Einheit den Film über das Leben der Bauern im Mittelalter gesehen zu haben – so konnten sie vor allem die Privilegiertheit der höheren Stände gut herausarbeiten und den Luxus bzw. die Sicherheit fester Mauern erkennen. Auch das regelmäßige und bessere Essen war für sie eher zu verstehen.

So, Pferd umgedreht. Jetzt kam die erste Burgenbaustunde, in der zuerst die Urkunden eingereicht und dann die Genehmigungen erteilt wurden. Sobald der Schreiber der Gräfin von seiner Pfeilverletzung genesen ist, wird er die Genehmigungsurkunden auch schriftlich ausstellen und durch die Gräfin übergeben lassen 🙂

Ka,
… deren frühere Fachleiterin SU diese Stunde irgendwie schonmal gesehen hat, nur mit anderen Kindern…

Materialtipp: Freiarbeit

Immer wieder stehen wir ja alle mal vor dem Problem, was die schneller arbeitenden Kinder tun können oder womit man Freiarbeitszeiten füllt und vielleicht sogar die Kinder dazu bringt, sich privat mal nicht vor einen Bildschirm zu klemmen…

Ich nutze seit Jahren gerne dieses Rätselbuch:

Da drin stecken 8 Rätselgeschichten oder Krimis, die jeweils ca. 10 Doppelseiten lang sind. Verschiedenste Rätsel müssen gelöst werden, damit am Ende der Hundedieb, der Dieb des Fußballpokals, der Einbrecher oder andere Schurken gefasst werden können.

Leseförderung ist übrigens inklusive – ohne „Textarbeit“ verpasst man ja die wichtigsten Tipps und Hinweise.

Wie in den Vorjahren lieben die Viertklässler diese Geschichten und nehmen sie teils wirklich mit nach Hause. Oft genug werde ich um neue Krimis angebettelt…

Ka

Die mittelalterliche Burg

Die Gräfin von und zu… hat inzwischen allen sieben Gruppen den Bau ihrer beantragten Burg genehmigt. Zur Bedingung hatte sie gemacht, dass die Gruppen eine Urkunde vorlegen, die ihren adligen Familiennamen und ihr Wappen enthält. Dieser Aufforderung konnten letztendlich alle bei der zweiten Audienz der Gräfin [die wieder allen viel Spaß gemacht hat] nachkommen:

Die Familien „vom Wald“, „vom Königsstein“, „von und zu Lippe“, „von und zu Bavaria“ und die anderen haben inzwischen begonnen, aus ihren daheim gesammelten Baumaterialien ihre Burgen zu errichten. Kartonverpackungen und Tesafilm lassen in Union schon erste Grundzüge erkennen. Wieder einmal bezeichnend ist es, wie geplant und vorbereitet manche Gruppen an solch ein Projekt herangehen: sie überlegen gleich beim Sammeln schon, welche Kartons sie brauchen können und bringen zum Beispiel Schaschlikspieße für ein Fallgitter mit. Andere stehen nach einer Woche Ankündigung mit einem Cornflakes-Karton vor mir und wundern sich, was sie daraus machen sollen. Wieder andere schmeißen jegliche Planung über Bord und arbeiten sich in einen Rausch. Auch interessant, dass für einzelne Kinder ein Team wirklich nur „toll, ein anderer macht’s“ bedeutet…
Hier mal erste Eindrücke:

Ich bin mal gespannt, wie’s weiter geht. Die nächste Audienz der Gräfin wird nächste Woche wohl wieder anreisen und den Baufortschritt begutachten.

Ritterliche Grüße,
Ka

Kurzer Anflug von Stolz

Heute habe ich vom zuständigen Redakteur die Datei mit den Korrekturfahnen meiner Kopiervorlagen bekommen. Da werden demnächst nun wirklich KV erscheinen (so richtig zum Kaufen und Kopieren und so…), auf denen unten mein Name als Autorin steht. Ich bin begeistert!

Auf der didacta habe ich ja schon einen ersten kleinen Eindruck vom frisch gedruckten Lehrwerk bekommen, in dem (zwar auf der vorletzten Seite, aber immerhin!) meine Wenigkeit unter „Mitarbeit von…“ zu lesen ist. Musste ich gleich meiner mitgereisten Freundin zeigen…

*stollzgeschwellte Brust* Ka

Wenn es weniger Lehrer als Klassen gibt…

… dann hilft alles Planen und Vorbereiten nicht mehr viel! Jedes Kind, das die 1-zu-1-Zuordnung durchschaut hat, müsste verstehen, dass normales Unterrichten mit Planung und Vorbereitung und so in solch einem Fall gar nicht mehr möglich ist.
Wir schauen in den nächsten Tagen einfach mal, wie wir alle Kinder möglichst lange, möglichst kompetent und möglichst irgendwie fachlich passend versorgen können, dass Einladungen verteilt und Zettel eingesammelt werden, dass alle kurfristig anstehenden Projekte auf die Beine gestellt werden und alle verbliebenen Erwachsenen nicht auch noch Opfer der Bazillen werden. Daumen drücken!

Positiver Nebeneffekt: Lange haben wir nicht mehr so viel Zeit mit unseren Patenkindern aus dem ersten Schuljahr verbacht – die besuchen uns bald wieder, um das 2-Klassen-1-Lehrer-System nicht nur auf die armen Sportkollegen abzuwälzen, die gerade alles kurz und klein turnen mit meistens mindestens zwei Klassen in der Halle. Puuuhh…

Ich hoffe, bei euch und in euren Kollegien sieht es noch etwas besser aus! Falls nicht: Gute Besserung!

Ka

Vorwissen sammeln

Wie ich schon vorgestern schrieb, steige ich in neue Einheiten immer mit einer Sammlung des Vorwissens an. Manchmal tue ich das gemeinsam im Plenum und schreibe dann Mindmaps an die Tafel oder auf Folie. Manchmal organisiere ich es wie ein „stummes Schreibgespräch“, habe also verschiedene Fragestellungen auf Plakaten und die Kinder dürfen ohne zu sprechen herumgehen und schreiben. Am liebsten aber mache ich es wie jetzt bei den Rittern & Burgen: EA-PA-EA-PA-EA-Clustern.

Hier kommen heute nochmal die Datei, mit der man die Anleitung dazu visualisieren kann und ein paar Eindrücke von meinen Viertklässlern. Man sieht deutlich, dass sie diese Vorgehensweise noch nicht kennen und das Clustern für sie neu ist [da ich diese Klasse ja bekanntermaßen erst im Sommer übernehmen durfte…], aber ich finde es toll zu sehen, was sie wirklich schon wissen oder zu wissen glauben.
Hier die Datei: Was weißt du schon über Ritter und Burgen

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Wie startet ihr in neue Einheiten? Immer gleich? Oder doch lieber mal so, mal so? Was hat sich bei euch bewährt?
Ich bin gespannt auf eure Ideen und Erfahrungen!

Die „Gräfin“ Ka

Ritter & Burgen & eine seltsame Gräfin

Endlich darf ich mich im SU mal wieder so richtig historisch austoben – nach dem Radeln und Geografie steht nun „Ritter & Burgen“ auf dem Programm.

Zu Beginn der Woche gab es das Startsignal und der Einstieg in ein neues Thema geht bei mir immer über eine Sammlung des Vorwissens. Diesmal habe ich mich fürs Clustern entschieden:
– Zuerst schrieben die Kinder das Thema in die Mitte eines Blattes und sollten alles dazu schreiben, was ihnen einfiel. Vorgabe war dafür der Füller/Tintenroller.
– Auf jedem Blatt stand eine Zahl. Nach der EA musste nun jeder seinen Partner finden und sich (ohne Stift, nur mit Zettel!) mit ihm austauschen.
– Darauf folgte die 2. Schreibzeit: mit einem grünen Stift alles aufschreiben, was man eben neu gehört hat.
– Dann durfte sich jeder einen Partner auswählen und wie vorher ohne Stift sich gegenseitig das Gesammelte vorstellen.
– Natürlich wurde alles Neue dann wieder am Platz mit einem roten Stift ergänzt.
– Zuletzt kam der Name auf den Zettel und der Zettel aufs Pult.
Zum einen bekomme ich so einen spannenden Einblick in den Stand der Kenntnisse der Kinder, zum Anderen macht es am Ende der Einheit Spaß, alles Gelernte nochmal zu ergänzen und einen großen Wissenzuwachs mal greifbar zu machen…

Burg Kopie(Grafik von Frau Locke – vielen Dank!)

Damit die Kinder von vornherein die oft romatische und verklärte Vorstellung vom Ritter in der glänzenden Rüstung ablegen, hab ich dieses Mal mit einem Film über das bäuerliche Leben gestartet, den der SWR gedreht hat. Zu finden ist er bei Planet Schule. Dazu bekamen die Kids vorab ein AB mit Stichworten, auf die sie achten sollten beim Schauen. Es bietet sich je nach Lerngruppe an, das Blatt während des Films bearbeiten zu lassen oder nachher allein oder sogar gemeinsam. Der Aha-Effekt war doch schon groß, als ihnen klar wurde, dass 90% der Menschen NICHT auf einer Burg lebten…

Heute wurde es dann besonders lustig: Die Gräfin von und zu… (die mir irgendwie sehr ähnlich sah) hat meinen Kunstunterricht übernommen und die Kinder davon unterrichtet, dass es freie Burgenbaulizenzen gäbe. Sie müssten sich dazu nur als Familie zusammenfinden und eine Burg beantragen. Sehr schönes Rollenspiel, auf das sich viele gut eingelassen haben. Dazu gehörte dann, dass die Gruppen sich einen Familiennamen für ihr Adelgeschlecht ausdachten, ein Wappen entwarfen und begründeten, warum sie eine Burg bauen wollen. Diesen Punkt werde ich im SU Montag nochmal aufgreifen, wenn es darum geht, wofür die Burgen wichtig waren…
Eine Gruppe schaffte es innerhalb kürzester Zeit sogar, einen schriftlich verfassten, sprachlich angepassten, gesiegelten und gerollten Antrag bei mir „buckelnd“ abzugeben. Das war wirklich ein kleines Schauspiel…
Ich freu mich schon auf den nächsten Besuch der Gräfin!

Katha