SeminarBlog: Künstliche Intelligenz

Künstliche Intelligenz (KI) ist momentan in aller Munde. Vom potentiellen Heilsbringer der Bildung zum Todesstoß derselben ist in den Medien eine große Vielfalt in der Berichterstattung zu finden. Vor allem für die weiterführenden Schulen stellt sich durch textgenerierende KI wie ChatGPT sicher die Frage, ob traditionelle Aufgabenformate zur Textproduktion noch zeitgemäß sind, wenn die KI zum Beispiel jetzt schon Abiturprüfungen bestehen würde. Für die Grundschule spielt KI eher eine kleine Rolle, sofern man dem medialen Hype Glauben schenkt.

Im Rahmen meiner Tätigkeit als Seminarausbilderin habe ich bislang den Eindruck bekommen, dass KI für die LAA irgendwo zwischen „coolem Tool“ und „Schreckgespenst“ liegt. Vor allem herrscht meines Erachtens bei ihnen viel Unsicherheit, ob und wie KI im Unterricht und der Vorbereitung eingesetzt werden darf. Wir haben als ZfsL vor einigen Wochen bereits eine Handreichung mit Grundsätzen zur Nutzung von KI herausgegeben. Nun ging es mir darum, das Thema KI noch einmal ganz praktisch aufzugreifen und habe einen Kurs in unserem LogineoLMS (Moodle) erstellt, in dem die LAA am Kooperationstag einen ganzen Vormittag lang gearbeitet haben.

Eine grundsätzliche Idee hinter meinen Materialien ist der „Pingpong-Gedanke“ von Jöran Muuß-Merholz. Er beschreibt, dass die KI mich als Lehrkraft nicht ersetzen kann und soll, sondern dass sie mir ein guter Partner beim Entwickeln von Texten und Materialien sein kann, indem meine Prompts und ihre Reaktionen gemeinsam zu einem guten Ziel führen.

Zum Einsatz kamen bei uns die anmeldepflichten, aber kostenlosen Tools Ideogram für Bilder und ChatGPT für Texte. Für die LAA; die sich lieber (noch) nicht bei einem dieser Dienste anmelden mochten, habe ich einen Klassenraum bei den Tools von fobizz angelegt, was momentan im Rahmen des Adventskalenders kostenfrei möglich, sonst aber kostenpflichtig ist.
Die erste halbe Stunde war geprägt von einer technischen Einführung am Beispiel eines Bildes und eines Textes, damit die grundsätzliche Funktionsweise und Idee des Promptens klar wurden für diejenigen, die noch keine KI-Erfahrung hatten (das waren die meisten). Danach arbeiteten alle an den Angeboten meines Lernpfades, die typische Situationen vorgaben, in denen man als Grundschullehrkraft KI nutzen kann: 1) ein Bild generieren, 2) einen Text für die Schüler:innen generieren und 3) eine Stundenplanung entwerfen lassen.

Wer selbst LogineoLMS oder ein anderes Moodle-System nutzt, darf sich hier gern meine Kurssicherung herunterladen, anpassen und nutzen. [Achtung dabei: die Aufgaben in der Lernlandkarte müssen auf jeden Fall neu verlinkt werden, da die Links darin in mein System führen.]

Die Links, die die LAA bekommen haben, sollen euch nicht vorenthalten werden (Bildungsauftrag und so):
💡 Eine Anleitung zum Prompten (was ja irgendwie eine Wissenschaft für sich bzw. ein eigener neuer Beruf zu sein scheint) hat Jan Hartwig verfasst und im #twlz, nein im #bluelz (dem Lehrerer:innenzimmer bei Bluesky) geteilt.
💡 Simone Dietsche hat eine Sammlung von verschiedensten KI-Tools zur Verfügung gestellt.
💡 Erste Gehversuche mit einer KI in der Grundschule im Rahmen einer Einheit zu Personenbeschreibungen hat Maria Kruse beschrieben – danke, Maria!
💡 Verschiedene Ideen zum Einsatz von KI-Tools in der Grundschule (Beispiel: „Der malende Roboter“) bietet auch fobizz an, dessen anmeldefreie Tools ich ja oben schon verlinkt habe. Lasst euch einfach mal inspirieren und nutzt die fertigen Entwürfe!
💡 Stefan Malter hat Ideen gesammelt, wie KI Lehrkräften bei der Unterrichtsvorbereitung helfen kann.
💡 Wie es eigentlich mit den Rechten an KI-Bildern und -Texten steht, könnt ihr hier bei irights.info nachlesen.

Gruß,
Katha

Digitale Doppelstunde: „Buch-Werbung“

Mit einer Kollegin aus Klasse 4 geht es in die nächste Digitale Doppelstunde. Da die Kinder diese Woche ihre Lektürearbeit am selbst gewählten Buch abschließen, habe ich mir überlegt, dass wir eine kurze digitale Buchvorstellung im Werbestil herstellen und eine Sammlung davon der ganzen Klasse zugänglich machen.

Mein Beispielvideo zu „Michel aus Lönneberga“

Das Ziel:
Als Erweiterung des bisher rein analogen und recht textlastigen Arbeitsprozesses der „Leserolle“ nutzen wir ein auditives Medium in Form der Sprachaufnahme. Die Nutzung der App Chatterpix Kids kombiniert hierbei ein Bild des Buchtitels mit der Sprachaufnahme so, dass das Buch „selbst spricht“.
Neben der Förderung fachlicher Kompetenzen wie „zusammenfassen“ oder „angemessen sprechen“ werden in diesem Vorhaben Medienkompetenzen aus den Bereichen Bedienen und Anwenden sowie Produzieren und Präsentieren erweitert.
Nach hinten raus ergibt sich hoffentlich eine erhöhte Lesemotivation durch die Buchvorstellungen bzw. -empfehlungen der anderen Kinder.

Die Vorbereitung:
Die App Chatterpix Kids (ehem. ChatterKid) muss auf den Schülergeräten installiert sein. Achtung: Bei erstmaliger Nutzung muss man den Kamera- und Mikrofonzugriff genehmigen; ggf. muss das über die Einstellungen des Geräts nachgeholt werden.
Auf fachlicher Ebene sollte das Buch, das vorgestellt werden soll, gelesen und verstanden sein. Es schadet nicht, wenn die Kinder im Rahmen eines Lesetagebuchs oder (wie bei uns) einer Leserolle auch schon einen Steckbrief oder eine Zusammenfassung geschrieben haben.
Es ist hilfreich, wenn die Kinder Kopfhörer haben, damit es insgesamt geräuschärmer während des Vorhabens ist.

Die Durchführung:
Mit dem Ziel, dass wir „eure Bücher heute sprechen lassen“, startete ich die Doppelstunde. Dazu zeigte ich mein Beispiel mit dem Michel-Buch (s.o.), was die Kinder sehr erheiterte und motivierte. Die Nutzung der App Chatterpix Kids habe ich an einem Beispiel demonstriert und dabei erstaunlich aufmerksame Zuhörer:innen genossen. Wenige Rückfragen kamen auf, so dass die Kinder bald in die Arbeitsphase starten konnten. Partnerarbeit war aus zwei Gründen das Mittel der Wahl: einerseits kamen wir so mit einerm Tabletkoffer aus und mussten keinen weiteren organisieren und andererseits konnten die Kinder sich so technisch und sprachlich/inhaltlich unterstützen.

Die Zweierteams verteilten sich also in umliegende Räume und Flure und begannen recht zügig mit dem Aufnehmen der Bilder und der Stimme. Viele nutzten die von mir gegebene Entlastung, dass der erste Versuch nicht optimal sein muss und nutzten mehrere Anläufe bis zur Zufriedenheit. Jedes Ergebnis wird am Ende des Vorgangs als Video auf dem Tablet gespeichert. Hinweis: ich hatte betont, dass Augen als Deko ok sind und auch ein passender Rahmen, dass aber keine Filter oder sonstige Sticker verwendet werden. Ich hätte da (nach den Erlebnissen mit meinen Kindern und dieser App) sonst Befürchtungen…

Der letzte Schritt war dann noch das Hochladen auf der vorbereiteten TaskCards-Pinwand, für die ich dieses Mal das Format Tafel genutzt hatte. Der QR-Code dorthin war über den Beamer zu sehen. Den zuerst fertigen Kindern habe ich dann das Hinzufügen einer Karte und Hochladen des Videos gezeigt – alle später dazukommenden Kinder ließen es sich dann von diesen zeigen. [Win-Win…] Nun konnte jede:r sich die Ergebnisse anhören und würdigen. Vielleicht ist dieses Ergebnis eine Anregung dazu, auch mal eines der anderen Bücher zu lesen.

Differenzierung:
a) quantitativ – hier nicht wirklich gegeben.
b) natürlich – absolut, da die Kinder ihre Aufnahme eben auf ihrem eigenen sprachlichen Niveau machten (Wortschatz, Satzbau, Komplexität).
c) Die Partnerarbeit wirkte sehr entlastend, da aufkommende Schwierigkeiten immer gemeinsame Schwierigkeiten waren und im ersten Schritt schonmal zwei Personen eine Lösung suchen konnten.
d) Schnelle Schüler:innen halfen in solchen Teams, wo es länger dauerte und unterstützten später beim Hochladen der Ergebnisse.

Fazit:
Sowohl meine Kollegin als auch die Klasse empfanden die Doppelstunde als sehr motivierend einerseits und dennoch fachlich als herausfordernd. Genau so sollte es meiner Meinung nach immer sein: das Digitale ergänzt das Bewährte und Analoge da, wo es sinnvoll und zielführend ist.

In diesem Sinne: Viel Spaß beim Nachmachen, Remixen und Teilen!
Katha

Digitale Doppelstunde: Rechengeschichten

Freitags darf ich immer mit Kolleg*innen in ihren Unterricht gehen und gemeinsam digitale Herangehensweise an aktuelle oder passende Inhalte ausprobieren – so passiert quasi nebenher ein wenig kollegiumsinterne Fortbildung. Heute stand Mathe Anfang Klasse 2 auf dem Plan und wir haben eine Doppelstunde lang Rechengeschichten erfunden, dargestellt und vertont.

Das Ziel:Im Rahmen der Wiederholung der Addition und Subtraktion im Zahlenraum bis 20 ging es inhaltlich um deren Festigung, auf der prozessbezogenen Ebene um das Darstellen und auf der Ebene der Medienkompetenz um die Bereiche Bedienen und Anwenden sowie Produzieren und Präsentieren.

Die Vorbereitung:
Da die Kinder noch keinen Kontakt mit der App BookCreator hatten, habe ich eine vierseitige Vorlage gestaltet. Dazu habe ich ein Comic im Querformat angelegt und die Seiten dann mit Rahmen gefüllt, die drei Bilder ermöglichen. Das Coole daran ist, dass die Rahmen dann Platzhalter sind und das direkte Aufnehmen von Fotos ermöglichen:

Die Vorlage habe ich wie schon bei meinen letzten Projekten vorab auf die Tablets der Kinder übertragen, da Airdrop für Ungeübte leider neuerdings etwas komplizierter geworden ist, was epub-Dateien angeht.

Da viel Material nötig ist, haben wir die Kinder gebeten, kleine Spielzeuge wie Autos, Schleichtiere, Legomännchen etc. mitzubringen. Als Backup hatte ich auch noch ein bisschen was aus unseren Schränken zusammen gesucht. Man benötigt eher kleine Gegenstände, damit sie gut auf die Fotos passen, umd tendenziell viele davon. Außerdem sollten sie nicht wegrollen 🙈.

Die Durchführung:
Wir trafen uns im Kinokreis und ich entwickelte mit den Kindern eine beispielhafte Additions- und eine Subtraktionsgeschichte mit den passenden Rechenaufgaben dazu. Dann zeigte ich, wie man diese Geschichte im BC festhalten kann – also BC öffnen, Rechengeschichte in 3 Szenen legen/darstellen, davon Fotos machen, zuletzt Audio aufnehmen.
In der sich anschließenden Arbeitsphase in PA waren die Kinder technisch erfreulich handlungssicher. Sie benötigten teils Impulse, wie man das Hinzukommen oder Weggehen von Dingen darstellen kann und ab und an etwas Hilfe beim Fotografieren oder Löschen einer missglückten Aufnahmen.

Alle 11 PA-Teams konnten am Ende nach dem Aufräumen ihre liebste Rechengeschichte vorstellen. Somit haben sie AirPlay auch noch kennengelernt 🙂 Das Öffnen des Kontrollzentrums und Auswählen des Teilen-Dialogs haben wir gemeinsam durchgeführt, dann durfte immer ein Team das passende AppleTV anwählen und seine Seite vorstellen. Was waren die Zweitklässler stolz darauf, ihre Ergebnisse in groß an der Wand zu sehen und ihre Stimmen „von ganz oben“ zu hören!
Zuletzt haben wir noch geübt, wie die Tablets wieder an den richtigen Platz im Koffer kommen.

Differenzierung:
a) quantitativ – eine Geschichte oder vier – jedes Team konnte beliebig viele Geschichten erfinden
b) natürlich – die Darstellungskompetenz, der gewählte Zahlenraum (bis 6, bis 20…) und die sprachliche Ausführung variierten im Sinne einer guten Mathematikaufgabe sehr
c) die PA ermöglichte es den Kindern, die Anteile, die sie sich nicht selbst zutrauten, mit Hilfe zu schaffen oder an das andere Kind abzugeben (Audios wollten nicht alle Kinder aufnehmen, das Fotografieren fiel Wenigen schwer)

Fazit:
Zu Beginn der zwei Stunden hatte ich angekündigt, dass wir heute Mathe üben, Geschichten erzählen, mit dem Tablet arbeiten und Spaß haben würden. Am Ende waren sich alle einig, dass ich nicht zu viel versprochen hatte und wir das alles tatsächlich geschafft hätten. Ein Kind meinte erst, Mathe hätten wir doch gar nicht geübt, aber schon währenddessen fiel ihm auf, dass das ja doch Mathe gewesen sei. Süß war das.

In diesem Sinne: Viel Spaß beim Nachmachen, Remixen und Teilen!
Katha

SeminarBlog: Sprachsensibler Unterricht

Aktuell steht im Fachseminar das Thema „Sprachsensibler (Mathematik)Unterricht“ auf dem Plan. Ich versuche hier mal ein Fazit der Schwerpunkte zu teilen.

Theorien:
Meine Kolleginnen und ich stellen nach der Unterscheidung von Alltags-, Bildungs- und Fachsprache das WEGE-Konzept und die Idee des Scaffolding in den Mittelpunkt.

Josef Leisen widmet sich auf der Seite sprachsensiblerfachunterricht.de intensiv dem Thema und beschreibt hier, wie sich Alltagssprache und Bildungssprache unterscheiden und welche Abstufung die Fachsprache hierbei noch zeigt. Wo die Kinder sich in ihren alltäglichen Unterhaltungen auch ohne korrekten Wortschatz oder Grammatik verstehen, bedeutet die Teilnahme am Unterricht einen höheren sprachlichen Anspruch – es werden bestimmte Begriffe zum Verständnis benötigt wie z. B. markieren, Strategien etc. Außerdem orientiert sich Bildungssprache deutlich mehr an der Schriftsprache als an der Mündlichkeit. Fachsprache wiederum erfordert eine noch genauere Kenntnis von Fachbegriffen wie addieren oder Verb.

Das WEGE-Konzept wurde von Lilo Verboom begründet und wird hier bei Pikas gut beschrieben. WEGE steht für Wortspeicher – Einschleifübungen – Ganzheitliche Übungen – Eigenproduktionen und betont, dass ein verbindlicher gemeinsamer Wortschatz für ein Unterrichtsvorhaben festgelegt wird, der visualisiert und immer wieder geübt und genutzt wird. Wichtig ist uns hierbei, dass die LAA erleben und begreifen, warum ein Wortspeicher für viele Unterrichtsvorhaben wirklich wichtig ist und dass er keine „Modeerscheinung“ ist oder etwas, das „man eben für einen UB haben muss“!
Am Beispiel von Wahrscheinlichkeiten an einem Glücksrad haben wir gemeinsam festgestellt, dass sich die Suche nach Schlüsselvokabular lohnt und man dabei nicht nur Nomen haben sollte. Das Visualisieren von Verben und Adjektiven ist zwar etwas aufwändiger, erweitert aber den bildungs- und fachsprachlichen Wortschatz der Schüler:innen ungemein.

Vor allem aus dem Sprachunterricht ist vielen von euch sicher auch das Scaffolding bekannt. Hier geht es darum, dass man „die kommunikative Handlungsfähigkeit von Lernenden mithilfe von zeitlich begrenzten sprachlichen Hilfen erweitern soll.“ (Quelle: Mercator Institut) Solche Gerüste können Satzanfänge und andere chunks sein, also Satzfragmente, mit denen man eigenständig Sätze bilden kann. Diese Hilfen werden wie ein Gerüst aufgebaut (= angeboten) und nach und nach auch wieder abgebaut (= weggelassen, wenn die SuS sie nicht mehr benötigen).

Praxis:
Diese Theorien sind eine wichtige Grundlage für den Hinterkopf und finden in einem sehr praktischen Werkzeug ihren Niederschlag: ein sog. Sprachplanungsrahmen hilft mir als Lehrkraft, bei der Planung eines Unterrichtsvorhabens die Sprache besonders in den Blick zu nehmen. Er hilft, sich zu vergegenwärtigen, welche bildungs- und fachsprachlichen Begriffe eine zentrale Rolle spielen und somit besonders im Blick behalten werden müssen. Nach der Sammlung von Wortschatz (Wortebene) und Sprachstrukturen (Satzebene) kann man dann an den Abgleich mit den Lernvoraussetzungen der Schüler:innen gehen gehen und die methodische und didaktische Planung anpassen.
Wer mag, kann unseren Planungsrahmen gern verwenden, der sich an der Vorlage von Thomas Quehl und Ulrike Trapp orientiert:

Vielleicht nimmst du ja heute die Anregung mit, dem Thema Sprache im Unterricht wieder mal ein Augenmerk zu widmen – dann hätte ich ja schon etwas erreicht… 🙂

Katha

Digitale Doppelstunde: „Let’s go shopping“ – Sätze sprechen üben – digital arbeiten

Da ich zur Zeit ja nur wenige Stunden in der Schule bin, bekommt ihr hier in letzter Zeit eher kleine digitale Projekte zu lesen. EInerseits ist das etwas schade, andererseits vielleicht auch eine Chance, sich erstmal an Kleinigkeiten heranzuwagen statt direkt eine ganze UE mit digitalem Background zu planen…

Diese Woche hat mich eine Kollegin mit in ihre vierte Klasse genommen, die gerade das Thema „shopping“ angefangen hat. Da die Motivation, selbst zu sprechen, bei den Kindern nicht so hoch ist, habe ich eine Doppelstunde geplant, die genau das fördert: das neu erlernte Vokabular (shops) wurde in Sätzen mit bekanntem Wortschatz (pets, clothes, food, …) verknüpft.

Das Ziel:
Am Ende sollte ein Video stehen, in dem die Kinder zu einigen Läden Sätze nach dem Muster „You can buy ___ at the _____“ sprechen und dabei das passende Bild und der Satz zu sehen sind.

Die Vorbereitung:
Ich habe Bilder von Läden bei Canva herausgesucht, damit ich das Material auch mit euch teilen kann. Ihr könnt natürlich für den internen Gebrauch auch eure vorhandenen Bildkarten fotografieren und nutzen. Die Bilder habe ich dann in eine Bookcreator-Datei eingefügt und dort auf jede Seite einen Lückensatz ergänzt. Zuletzt habe ich die Buchvorlage im epub-Format per AirDrop an die Kindertablets verteilt.*

Die Durchführung:
Obwohl ich den Englischunterricht bevorzugt in English halte, mussten wir heute viel deutsch sprechen, um die Technik gut zu beherrschen. Also sind wir heute etwas zwischen den Sprachen gehüpft.
1. Kurzes Warmup und Wiederholung der gelernten Geschäfte.
2. Vorstellen des Ziels: Wir werden heute Erklärvideos zu den Geschäften aufnehmen.
3. Vorstellen der BookCreator-Vorlage via Beamer und gemeinsames Erarbeiten von Ausfüllen der Sätze und Aufzeichnen der Sprache. Hier war es schön, dass ein paar Kinder in der Förderung schon Erfahrungen mit dem BC hatten und so gut helfen konnten.
Für das korrekte Schreiben konnten die Kinder sich auf ihr treasure book beziehen, das sie seit der ersten Klasse führen und in dem fast alle nötigen Begriffe zu finden sind. Im Einzelfall habe ich buchstabierend geholfen. Der Einsatz von z. B. deepl.com hätte hier den Rahmen gesprengt, da noch keine Erfahrungen damit vorhanden waren.
4. Gemeinsames Sprechen von 2-3 Beispielsätzen im Echoverfahren. Ein paar mutige Kinder haben sich auch schon getraut, allein Sätze zu sagen.
5. Los geht’s! Wir haben Zweierteams gebildet, die dann mit Tablet, Pencil und einer Plastikkiste im Klassenraum, in Nebenräumen und auf den Fluren verteilt wurden, um die Akustik etwas zu entzerren. Wenn man das Tablet dann noch in die auf die Seite gelegte Box stellt, schirmt das zusätzlich ganz gut ab.
Hier ein paar Eindrücke:

6. Vom Buch zum Video
Damit das Ziel (Erklärvideo) erreicht wird, mussten wir aus den Büchern im BookCreator nun noch Videos machen und diese sichern. Das geht in der Bücher-Übersicht im BC sehr einfach, wie ihr hier sehen könnt: Exportieren als Video – Video sichern (Das Video ist englisch und zur alten Version von BC, zeigt aber die grundlegenden Schritte). Diese Schritte haben wir gemeinsam gemacht nach dem Motto „Ich mache vor, ihr macht nach“. Danach durften alle Partner*innengruppen ihre Ergebnisse nochmal ansehen und stolz auf sich sein.
Was ich leider nicht mehr geschafft habe, aber gern getan hätte, ist das Löschen der nicht bearbeiteten Seiten vor dem Export des Videos.

Differenzierung:
Die Aufgabe ist in sich differenziert, da sie in beliebiger Ausführlichkeit bearbeitet werden kann – es gab keine vorgegebene Mindestanzahl an Sätzen. Auch die Wahl, zu welchen shops man etwas sagt, war frei. Dazu hatte ich anfangs auch die Navigation über „Seiten“ gezeigt.
Mir war es außerdem wichtig, dass im Sinne der Differenzierung die Kinder entweder die Lücken handschriftlich mit einem Pencil ausfüllen (Plus – Stift) oder Wörter eintippen (Plus – Text) oder Emojis nutzen können (Plus – Stift). Gerade letztere Variante war für die Kinder mit einer Lernbehinderung sehr erleichternd, da sich sich aufs Sprechen konzentrieren konnten. Ihr seht ein Beispiel auf den Fotos.

Fazit:
Die Kinder waren begeistert und haben hochmotiviert nicht weniger als zehn der möglichen 15 Seiten gefüllt. Ich hatte auf sechs gehofft… Sie haben viel gesprochen und auch Aufnahmen gelöscht und verbessert, außerdem partnerschaftlich Gegenstände überlegt, geschrieben, dargstellt und nachgeschaut, die sie in die Lücken füllen konnten.
Die Kollegin war ebenfalls begeistert davon, mit wie wenig Aufwand man die Sprachmotivation erhöhen kann und vor allem, wie einfach der Videoexport war.

In diesem Sinne: Viel Spaß beim Nachmachen, Remixen und Teilen!
Katha

* Prinzipiell ist es auch sinnvoll, das Aktivieren von AirDrop und das Annehmen von Dateien mit den Kindern zu üben. Für meine beschränkte Zeit wäre das aber problematisch gewesen – das üben wir dann ein andermal…

Die Dorfreporter-AG 🌳 – Planungsphase

Für den Rest dieses Schuljahres darf ich an der Schule meines Sohnes eine AG anbieten – es wurden interessierte Eltern gesucht und da bin ich gern dabei!
So sind zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: die Schule hat eine AG mehr und somit kleinere Gruppen und ich kann ein bisschen „üben“ und Ideen ausprobieren, die ich momentan mit meinen wenigen Unterrichtsstunden nur schwer umsetzen kann. Nun also kann ich mit 8 Dritt- und Viertklässlern wöchentlich 2 Stunden lang das Dorf unsicher machen.

Meine Vorstellungen:
💚 Wir besuchen verschiedene Orte im Dorf rund um die Schule: Feuerwehr, Festplatz, Kirche, Sportplatz etc.
💚 Wir machen dort Fotos, drehen Videos, finden bestenfalls Interviewpartner.
💚 Die Kinder lernen verschiedene Präsentationsformen kennen und wie man Videos zusammenstellt & schneidet.
💚 Wir präsentieren AG-intern unsere medialen Produkte in einer Weltkarte-TaskCards-Pinwand.

Vorbereitung:
Neben der groben inhaltlichen Planung (s.o.) mussten natürlich organisatorische Absprachen mit der verantwortlichen Person in der Schule getroffen werden – Dauer, Daten, Raum, Unterstützungsbedarf. Ich darf das Schulgelände z.B. nur mit einem zweiten Erwachsenen verlassen, was ich bedenken muss.
Dann habe ich mich an die technische Planung gemacht und zwei TaskCards-Pinwände vorbereitet: eine in Spaltenform, auf der wir Ideen sammeln und Material speichern können. Hierauf haben nur die Kinder Zugriff, wenn wir in der Schule arbeiten. Die zweite ist eine Weltkarte, auf der wir überall dort Pins setzen, wo wir waren und darin die Ergebnisse hochladen. Hierauf haben die Kinder Schreib-Zugriff und die AG-Eltern bekommen Lesezugriff. Da wir beim Aufnehmen von Videos nicht immer nah am Tablet sein werden, habe ich außerdem ein kleines Mikrofonset angeschafft und bin erstaunt, was die zwei kleinen Dinger für unter 20€ so leisten.

Um das Einverständnis für die Verarbeitung der Daten (Stimme, Bild, Name) zu erhalten, habe ich einen Elternbrief vorbereitet. Die Vorlage, die ich mir situationsbedingt anpasse, stammt von datenschutz-schule.info. Da ich ja in diesem Fall als Mutter und nicht als Lehrerin tätig bin, ist es mir nochmal wichtiger, abgesichert zu sein. Die Seiten mit den Unterschriften kann ich mir für die Dauer des Projekts zur Seite legen.
Außerdem finde ich es wichtig, dass die Eltern wissen, was in der AG passiert und über den QR-Code auch sehen können, was ihre Kinder erarbeiten.
Wie ich eben so bin, habe ich mich dafür entschieden, ein „Branding“ für die AG zu kreieren und mit einem Logo zu arbeiten. Mit Hilfe der künstlichen Intelligenz von ideogram.ai habe ich mir verschiedene Logos generieren lassen und dabei ein wenig mit dem Prompten herumexperimentiert. Dies waren meine favorisierten Ergebnisse, aus denen ich die Kinder wählen lassen werde:

Zuletzt habe ich günstige Lanyards mit Namensschildanhängern gekauft, damit ich die Kinder unterwegs auch beim Namen nennen kann. Zugleich sind diese unsere „Reporterausweise„, wenn wir es wirklich schaffen, Menschen für Interviews zu gewinnen.

Nun steht dem AG-Start hoffentlich nichts mehr im Wege. Ich freue mich schon sehr auf dieses Projekt und bin gespannt, was wir in nächster Zeit gemeinsam schaffen – euch halte ich immer mal wieder auf dem Laufenden.

Katha

„Wenn Tiere sprechen könnten…“ – ein digitaler Schreib- und Sprechanlass

Für den zweiten Besuch einiger meiner LAA haben wir uns gemeinsam eine Stunde überlegt, die a) digitale Medien beinhalten, b) auch ohne WLAN und c) ebenso gut analog durchzuführen sein soll. Entstanden ist somit eine digitale Fingerübung, die einen kreativen Schreib- und Sprechanlass nutzt. Hier möchte ich sie kurz vorstellen und den 4 mitplanenden LAA für ihre Ideen danken.

Fachliche Bezüge:
Medienkompetenzen fördere ich immer an (wenn auch nicht grundlegend bedeutsamen) fachlichen Inhalten. In diesem Fall geht es um diese im Lehrplan (Grundschule Deutsch, NRW) benannten Kompetenzen: die Schüler:innen „sprechen funktionsangemessen, verwenden sprachliche und sprecherische Mittel gezielt; [sie] versetzen sich in eine Rolle und gestalten sie sprecherisch“.

Vorarbeit:
Da es darum gehen sollte, Dialoge zwischen zwei Tieren zu erfinden, habe ich zuerst bei der Bildersuchseite pixabay.com nach passenden Fotos gesucht und mir einige gespeichert. Um den Bezug der Kinder noch zu erhöhen, habe ich vorrangig Tierkinder gewählt, die in Interaktion mit einem Elternteil stehen.
Diese Bilder habe ich auf meinem Tablet in einem BookCreator-Buch gesammelt. In eine Kopie davon habe ich beispielhaft Sprech- und Denkblasen eingefügt und mit Texten versehen. Die Version nur mit den Fotos verteilte ich vor Stundenbeginn per Airdrop an die Schultablets, mit denen die Kinder arbeiten sollen. Im Alltag würde ich das Aktivieren des Airdrops und das Annehmen der Dateien mit den Kindern üben – für unsere begrenzte Zeit kürze ich somit ab.

Einstieg & Arbeitsphase:

Der Einstieg in die Stunde war eine kleine Aufwärmübung zum Verstellen der Stimme und betonten Sprechen (s. Bild). Mehrere Kinder durften probieren, wie sich ein Faultier faul anhört oder ein Tiger „tigerig“.
Im Anschluss habe ich das eigentliche Vorhaben „Dialoge“ vorgestellt, was ein paar inhaltliche und technische Erklärungen mit sich brachte. Wichtig war es, dass die Kinder wirklich einen Dialog verfassen und keine einzelnen Sätze, weshalb ich ein vorbereitetes Beispiel mit dem Pinguinbild zeigte*.
Nun mussten die Kinder also wissen, wie man das Buch öffnet, Sprechblasen einfügt und füllt sowie den Ablauf einer Audioaufnahme kennen. Letzteres geht erfahrungsgemäß sehr schnell, aber auch die anderen Funktionen sind leicht zu finden – gerade das macht ja den BC so vielseitig nutzbar… Meine Einführung war kurz und knackig, aber die Kinder waren dennoch beeindruckend handlungssicher. Einzig das Entfernen ungewollter Aufnahmen musste noch gezeigt und etwas bei feinmotorischen Problemen geholfen werden.

In der Arbeitsphase überlegten die Kinder in PA dann, welches Bild sie nutzen wollen und was die Tiere sagen könnten. Sie fügten Sprechblasen ein und tippten ihre Texte, wobei alle sechs anwesenden Lehrkräfte halfen, wo es nötig war. Im Anschluss nahmen sie ihre Sätze auf. Wer schnell war, durfte sich noch ein weiteres Bild aussuchen.

Abschlussreflexion / Präsentation:
Mehrere Partnergruppen durften am Ende ihre Dialoge vorspielen und bekamen dafür Feedback zur Leitfrage „Konntet ihr euch gut in den Dialog hinein versetzen?“.

Wer die Vorlage (inkl. Beispielen, die man ggf. löschen sollte) gern nutzen möchte, kann sie hier herunterladen. Beim Öffnen der Datei auf einem iPad sollte dann die Frage kommen, wo sie geöffnet werden soll. Dann wählt man BookCreator. Neuere Geräte öffnen teils zuerst in der Bücher-App – dann bitte über die Export-Funktion im BC öffnen.

Tierische Grüße
Katha

* In meinem Beispiel war dem kleinen Pinguin kalt. Es war sehr interessant zu beobachten, dass viele Kinder sich erstmal an dem Muster orientierten und ihre Tierkinder alle irgendwelche Bedürfnisse äußerten. Es wäre spannend zu sehen, inwiefern die Kinder sich in einer weiteren Stunde davon auch emanzipieren können…

Rezension: „Ach, wie gut, dass niemand weiß …“

IMG_9080Titel: „Ach, wie gut, dass niemand weiß… – Sprichwörtliche Redensarten aus dem Märchenreich“
Verlag: Duden (hier klicken)
Autor: Rolf-Bernhard Essig
Illustrationen: Natasa Kaiser
ISBN: 978-3-411-77090-8

Zum Inhalt:
„Ach, wie gut, dass niemand weiß…“ – so beginnen, wenn man Kinder fragt, alle Märchen. Eigentlich sind es aber nur etwa ein Viertel oder ein Drittel der Grimmschen Kinder- und Hausmärchen, die so oder so ähnlich anfangen, das habe ich von Rolf-Bernhard Essig gelernt🙂. Kapitelweise erklärt er die Hintergründe z. B. zu Reimen, Rollenklischees oder Tierischem in Märchen, die nicht nur die von den Grimms gesammelten beinhalten. Auf eine kurze Einleitung folgen jeweils konkrete Beispiele von Sprüchen und Sprichworten, deren Bedeutung, Herkunft und Entwicklung beschrieben werden.
In diesem Kapitel (s. Foto) werden wir neben der Feststellung, dass in Märchen häufig alte Stereotype lebendig bleiben, darüber informiert, dass es z. B. auch viele starke weibliche Rollen in Märchen gibt (Gretel, die Geißenmutter, …).

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Meine Meinung:
In guter Tradition des Namens „Duden“ fühlt sich dieses Buch wie ein solides Nachschlagewerk zu Märchensprüchen an. Am Ende des Buches gibt es deswegen auch ein hilfreiches Register, um auch gezielt zu Sprichworten zu gelangen. Sehr schön ist es, beim Lesen automatisch immer wieder in die vielen bekannten Texte abzuschweifen, aus denen die Begrifflichkeiten stammen.
Der angenehme, fast beiläufige Schreibstil ist alles andere als belehrend und erfreut das Leser:innenherz.

Leseempfehlung:
Alle Kolleg:innen, die eine Märchen-Einheit im Deutschunterricht planen, sei diese Fundgrube ans Herz gelegt. Sie dürfte helfen, auf mögliche Kinderfragen solide Antworten parat zu haben. Außerdem hat man direkt ein paar gute Formulierungsideen, die die Kinder beim Verfassen eigener Texte nutzen können.
Das vom selben Autor vorliegende Werk zu Sprichwörtern aus dem handwerklichen Bereich empfehle ich direkt mal mit.

Vielen Dank an den Duden-Verlag für das Rezensionsexemplar!

Katha

Produktlink: https://shop.duden.de/Ach-wie-gut-dass-niemand-weiss-…/9783411770908

Rezension: „Zwischen den Welten: Filterblasenkinder verstehen und unterstützen“

IMG_9078Titel: „Zwischen den Welten: Filterblasenkinder verstehen und unterstützen“
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht (hier klicken)
Autorinnen: Sarah Pohl, Mirijam Wiedemann
ISBN: 978-3-525-45923-2

Zum Inhalt:
Die Autorinnen beleuchten die Unterschiedlichkeit des Aufwachsens von Kindern in (häufig religiös geprägten) Filterblasen. Sie grenzen Filterblasen von Sekten ab und führen viele Studien und Veröffentlichungen ins Feld, um eine möglichst hohe Begriffsklarheit zu erreichen. Ganz praktisch wird an viele anonymisierte Beispiele aus ihrem Beratungsalltag und Umfeld angeknüpft, um Vorteile (Geborgenheit, Zugehörigkeit, Wertekanon) und Nachteile (Abgrenzung, Misshandlung, Indoktrination) vom Aufwachsen in sehr engen Gruppen aufzuzeigen.

IMG_9079Verschiedene Checklisten und Merkmalsammlungen geben Lesenden konkrete Erkennens- und Handlungsmöglichkeiten an die Hand. Diese hier nicht vollständig abgebildete Checkliste kann sicherlich vielen Menschen bei einer ersten Reflexion helfen, ob beobachtete Etwicklungen bei einem (eigenen oder in der Schule betreuten) Kind/Jugendlichen bedenklich sind.

 

 

Meine Meinung:
Das Buch war für mich schnell gelesen, weil es an viele meiner individuellen Überzeugungen anknüpft und diese teilweise gut zusammenfasst. Die Fallbeispiele fand ich sehr wichtig, weil sie es schaffen, soziale/religiöse Gruppen nicht pauschal zu verdammen und auch positive Aspekte zu zeigen. Gut gefiel mir die Betonung, dass eigentlich die Kernfamilie der entscheidende Faktor ist, was ein gesundes Aufwachsen von Kindern angeht – und dass Beziehungsarbeit für Lehrkräfte gerade mit solchen Kindern unendlich bedeutsam ist.
Insgesamt gab es jedoch durchaus Redundanzen zwischen den Kapiteln und Bereichen des Buches, die etwas gestraffter sein könnten.

Leseempfehlung:
Wer seinen auf alltäglichen Beobachtungen und eigenen Einschätzungen basierenden Umgang mit Kindern aus Filterblasenfamilien professionalisieren möchte, findet hier eine solide Grundlage. Da wohl so ziemlich jede Lehrkraft, je nach dem Einzugsgebiet der Schule, mehr oder weniger häufig damit konfrontiert sieht, schadet die Lektüre vermutlich keinem von euch 😉
Individuelle rechtliche Vorgaben müssen ggf. im eigenen Bundesland nachgelesen werden, da das Buch sich exemplarisch auf die baden-württembergischen Vorgaben bezieht.

Vielen Dank an die v&r-Verlage für das Rezensionsexemplar!

Katha

Gedichte, Grammatik und Gruppenarbeit mit Tablets (die Zweite)

Heute möchte ich, wie angekündigt, eine weitere Idee zum Generativen Schreiben mit euch teilen. Die Hintergründe könnt ihr, sofern noch nicht geschehen, hier nachlesen.
Besonders spannend für mich war es, dass mich vier meiner LAA als Hospitant*innen begleiteten. Falls Sie dies lesen: Toll, dass Sie dabei waren! Die Kinder waren am Folgetag ganz traurig, dass ich allein kam.

So vorbereitet, aber leer, war meine Pinwand zu Beginn. Weiter unten sieht man Ergebnisse der Kinder.

Anmerkung zur Zeit: Dieses kleine Vorhaben war für eine Stunde angedacht, hat aber zwei benötigt – also am besten gleich eine Doppelstunde ansetzen.

Einstieg
Zuerst wurde das Gedicht „Komm, wir kehren die Straße“ vorgestellt und inhaltlich geklärt. Begriffe wie kehren und Pfennig benötigten eine Übersetzung in modernes Deutsch. Dann stellte ich den Auftrag vor, dass wir heute selbst auf die Suche gehen wollen und quasi die Straße mit Hilfe von Fotos „kehren“ werden (was doch etwas abstrakt für die Drittklässler war). In Dreiergruppen sollten die Kinder auf dem Schulgelände auf Fotosafari gehen und mit der Tablet-Kamera Dinge ablichten, die auf dem Boden liegen. Außerdem sollen danach diese Dinge ins Gedicht eingebaut werden. Nach Klärung aller Fragen und Gruppenaufteilung ging es dann für zehn Minuten los nach draußen.

Arbeitsphase
Zurück im Klassenraum, bekamen die Kinder von mir einen Zettel mit einem QR-Code (s. 2. Foto) und gelangten so zu ihrer Spalte in der vorbereiteten TaskCards-Pinwand (s.o.). Die Pinwand hatte ich so vorbereitet, dass ich alle Gruppen nebeneinander sehen kann, die Kinder aber während der Arbeitszeit nur ihre eigene Spalte sehen. So ist die Übersichtlichkeit höher und jede Gruppe konnte wirklich ohne Ablenkung für sich arbeiten.

Nun galt es, die Fotos hochzuladen und das Gedicht als Gruppe zu vervollständigen. Diese beiden Teilaufgaben demonstrierte ich kurz von meinem Tablet aus via Beamer und unterstützte ggf. einzelne Gruppen, wenn etwas nicht klapptt. Zum Glück ist TaskCards aber so intuitiv nutzbar, dass es wenige Probleme gab. Die Reihenfolge beim Arbeiten war mir gleich – die Kinder haben größtenteils immer ein Foto hinzugefügt und dann die entsprechende Zeile im Gedicht geschrieben.

Abschluss
Für ein paar Minuten trafen wir uns am Ende nochmal im Plenum und schauten uns die vollständige Pinwand mit allen Gedichten und Fotos an*, auch wenn noch nicht alle ganz fertig waren. Ursprünglich hatte ich folgenden Plan: Wir überlegen, an welchen Stellen die Gedichte noch etwas verfeinert werden könnten, z. B. durch das Einfügen eines beschreibenden Adjektivs. Dazu sind wir nicht mehr so ganz gekommen und haben deshalb nur beispielhaft zwei Textzeilen besprochen und Vorschläge gesammelt („das grüne Blatt“ / „das zerknitterte Blatt“ / „das verwelkte Blatt„). Dies konnte ich dann aber am nächsten Tag nochmal aufgreifen und vor der Arbeitsphase kurz von den Kindern wiederholen lassen.
Erst am Ende dieser noch drangehängten zweiten Stunde konnten wir dann fast alle Gedichte fertig lesen. Zwei Gruppen stellten vor, bekamen ihren wohlverdienten Applaus und eine Würdigung ihrer gelungenen Umschreibungen. Das Highlight war „eine getarnte Spinne„, die so gut getarnt war, dass man sie auf dem Foto kaum sah 🙂

Fazit
Wenn ich Bedienkompetenzen an Medien schulen will, wähle ich dafür i. d. R. Inhalte aus, die zwar fachlich zu rechtfertigen sind (hier: Akkusativ), aber nicht so sehr im Mittelpunkt stehen. Dennoch haben wir begleitenden Lehrkräfte in allen Gruppen Gespräche über die Artikel geführt und die Kinder selbst erhören lassen, dass „Ich finde ein Ohrring“ so nicht stimmt. Auch über Großschreibung und Rechtschreibung überhaupt haben wir an vielen Stellen heute aktiv nachgedacht. Die Klassenlehrerin kann also guten Gewissens zwei Deutschstunden ins Klassenbuch schreiben und dennoch haben die Kinder bei den überfachlichen Kompetenzen wie Zusammenarbeit und im Bereich Medienkompetenz eine Menge gelernt. So soll es sein!

Gruß
Katha

* Ich habe mich entschieden, über mein Tablet & den Beamer die volle Ansicht mit den sechs Spalten zu zeigen, damit wir ein gemeinsames optisches Ziel haben. Ich hätte auch fix die Berechtigungen der Gruppen auf kompletten Lesezugriff stellen können – dann hätte jede Gruppe alles gesehen und nicht mehr schreiben können, aber eben auf verschiedenen Geräten.