Fischschwarm im Meer

Ausgehend vom altbekannten Klassiker „Swimmy“ von Leo Lionni hat unsere ganze Klasse dieses Kunstwerk geschaffen:

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Nachdem wir ja schon in der ersten Schulwoche das Motto „Gemeinsam statt einsam“ eingeführt hatten (s. hier), passte die Geschichte vom kleinen scharzen Fisch Swimmy, der seinem neuen Schwarm die Angst vorm großen weiten Meer nimmt, hervorragend ins Thema.
Zuerst druckten wir mit Schulmalfarbe (also quasi der teureren Variante von Abtönfarbe) mit unseren Händen die Fische auf den Zeichenblock. Die wurden später nach dem Trocknen mit Gesichtern geschmückt und ausgeschnitten.
Dann bewaffneten sich alle 20 Monster und ich mit einem möglichst breiten Borstenpinsel und wir hockten uns auf beiden Seiten um eine lange Papierbahn herum. Auf mehreren Paptellern hatte ich mehrere Blautöne und weiß im Angebot und alle schwangen nun kräftig ihren Pinsel von links nach rechts nach links, um eine einheitliche Richtung der Struktur zu erreichen. Bis auf zwei haben das echt alle eingehalten. Zwischendurch mussten wir die Farbteller mal tauschen, damit die verschiedenen Teile des Meeres nicht zu einfarbig wurden.
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Auf einer langen Tischreihe im Nebenraum trocknete das Meer dann ein paar Tage vor sich hin, bis dann mit Flüssigkleber die Fische und ein paar zusätzliche Meeresbewohner aufgeklebt wurden. Nun ziert das Gesamtwerk unseren Flur vor der Klasse.

Beste Grüße,
Katha

von 6 bis 9

Das ist momentan die Altersspanne in meiner Klasse und bleibt sie auch noch bis Februar. Wohlgemerkt eine Regelklasse, nichts jahrgangsübergreifendes. Inklusive Inklusion im Förderbereich Lernen. Inklusive einer Wiederholerquote von ca 30%.

Und ich glaube nicht, dass ich mit dieser krassen Mischung alleine bin – ähnliche Strukturen kenne ich aus mehreren Klassen.

Und das kennt ihr bestimmt auch alle: an den schriftlichen und mündlichen Beiträgen der Kinder kann man bei mir absolut nicht auf das Alter meiner Schüler zurückschließen. Zum Glück aber erfreulicherweise auch nicht unbedingt (immer) das Förderkind daran erkennen…

Nun, so kämpfen wir uns durch die Tage zwischen den Erstottern von Silben und dem Vortragen unbekannter Texte, zwischen lautierendem Schreiben beim Einen und viertklässlerreifen Verschriftungen beim Anderen. Ich bin wirklich sehr gespannt, ob sich die vielen wiederholenden Kinder vielleicht ein bisschen als Zugpferde erweisen können und einige der Träumer mitziehen können. Oder ob die erstgenannten sich zu lange ausruhen auf dem „das kenne ich doch schon“?
Insgesamt erfreue ich mich zum Glück an einer recht leistungsstarken Klasse, die sich ebenfalls zum Glück von Anfang an auf meine Arbeitsweisen eingelassen hat. Auch „die Neuen“ haben sich fix in den Wochenplan eingefunden und sind ganz begeistert, dass sie nun manchmal die Wahl zwischen Aufgaben und Schwierigkeitsstufen haben.

Beste Grüße, einen schönen Feierabend (?) und den Niedersachsen morgen einen schönen Ferienstart!
Katha

Wandertag – Stauntag

Am Freitag vor dem langen Wochenende konnten wir mit der ganzen Schule einen gemeinsamen Ausflug zur örtlichen Greifvogelwarte (Adlerwarte Berlebeck) machen. Damit nicht alle gleichzeitig „einfallen“, wurde der Hinweg als Kombination von Busfahrt und Wanderung gestaltet. Ich durfte mit meiner Kollegin und der Parallelklasse reisen, was mich sehr freute. So konnte unser frisch von 29 auf 40 Kinder angewachsene Jahrgang mal wieder etwas gemeinsam unternehmen, wie schon im Frühsommer im Umweltzentrum. Irgendwie gehören doch Jahrgangsaktionen genauso dazu wie Klassenaktionen, stelle ich immer wieder fest.

Die Waldwanderung war erfrischend und fast alle Kinder genossen sie. Ich war die Nachhut und musste deshalb die Trödler einfangen – wanderungewohnte, eher unmotivierte Kinder. Schade, dass doch einige bereits nach unter 10 Minuten nach dem Ende des Weges fragten…

Insgesamt war es aber toll und wir so schnell, dass wir eine ausführliche „wir-klettern-mal-die-Wegesränder-hoch“-Pause einlegen konnten. Auch seeeeehr aufschlussreich im Bezug auf das alltägliche Bewegungsverhalten der Kinder!

Vor und nach der Flugvorführung der Greifvögel hatten wir dann noch ein wenig Zeit, die Tiere in den Volieren anzuschauen – was nur ca. 50% der Kids interessierte. Bei der Flugshow waren sie im Großen und Ganzen gut dabei, aber das Zuhören fiel unendlich schwer, wo doch diese riesigen Vögel direkt über unsere Köpfe hinweg flogen. Das allein könnte ich ja verstehen – aber wie viele Kinder aus allen Jahrgängen während der Show quatschten, sich minutenlang ausgiebig über das gerade Erlebte unterhielten, die frei laufenden Geier immer wieder anzufassen versuchten oder sich ihren Kumpels gegenüber profilieren mussten, fand ich erschrecken und ein wenig unangenehm den anderen Gästen gegenüber.

Ich bin mal gespannt, was den Kindern vier Tage später noch so im Kopf geblieben ist und werde morgen mal intensiv nachhorchen…

Hier noch ein paar Bilder für euch:

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Beste Grüße,,
Katha

Zwischenstand: Normalität

cropped-img_1322Nach etwa vier Wochen Schule ist der Alltag wieder eingekehrt. Die personellen Veränderungen bei Klein und Groß sind „verdaut“ und man hat sich aneinander gewöhnt. Noch nicht immer kann man erahnen, wie das Gegenüber „so tickt“, aber das Gespür für den richtigen Umgang wächst.

Erfreulich ist, dass mit dem Einkehren des Alltags seit etwa letzter Woche auch diejenigen wieder halbwegs störungsfrei am Unterricht teilnehmen, die die schulabstinente Zeit nicht so gut vertragen und wir wirklich wieder ein bisschen was schaffen. Besonders schön ist es, dass gemeinsame Besprechungen und Erarbeitungszeiten stattfinden können. Auch vorlesen kann ich den Monstern und suche jetzt schon nach passender, verständlich-lustiger Literatur, wie sie im 1. Schuljahr so gut ankam.

In Deutsch kämfen wir uns jetzt durch unser neues AH und versuchen uns an dessen Tücken zu gewöhnen. Wir üben weiterhin das ABC und suchen Selbstlaute in Wörtern. Demnächst klopfen die Wortarten an die Tür…
In SU habe ich mit meiner Kollegin den groben Plan für das Schuljahr gesteckt und wir dürften es schaffen, alle fünf Felder abzudecken, die der Lehrplan uns anrät.

Das Haar in der Supe sind momentan noch eine Handvoll Kinder, die zwar meine Grenzen recht gut einhalten, aber bei allen neuen oder ihnen nicht so vertrauten Lehrkräften oder Erziehern teils arg über die Stränge schlagen. Das führt dann zu den als Klassenleitung so unbeliebten Pauseninfos wie „XY hat schon wieder …!“. Ich mag es nicht mehr hören und wünsche mir einfach nur, dass die gefühlt zweitausend Gespräche freundlicher und unfreundlicher Natur endlich mal etwas Wirkung zeigen. Also, bei den Kindern natürlich!

So, mit diesem insgesamt eher positiven Eintrag verabschiede ich mich in den Feierabend,
Katha

lesen lernen

Heute mal wieder ein Beitrag der Kategorie „Muttitratsch“…

Der Möppel lernt lesen! Er „mu“t und „mi“t nun schon ein paar Tage vor sich hin und liest mir stolz seine Silbenteppiche vor. Einen Blick auf die nächste Fibelseite hat er auch schon geworfen und das Mo entdeckt, das ja nun prima zu unserem Familiennamen passt.

Gaaaanz stolz und begeistert war die Mutti am Freitag, als (wie immer in den beklopptesten Momenten) das Kind seine neuesten Fähigkeiten bewies: Wir waren zuerst in der Apotheke, ein Rundum-Wochenendpaket an Erkältungsmitteln fürs Möppelchen kaufen, und standen nun in der örtlichen Bankfiliale. Während ich am Schalter versuchte, ein Klassenkonto für Möppels Klasse zu eröffnen, blätterte er durch seine neue Medizine und „las“ den Comic. Immer noch die gleichen komischen Viecher drin wie früher, am Rande bemerkt. Als ich dann gehen wollte, musste er mir dann aber dringend noch was zeigen:
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Guck mal, der sagt „soso“!

Und das, wo er doch erst mu und mi gelernt hat. Cool, oder???

 

 

Beste Grüße,
Katha

Gymnasiallehrer an Grundschulen 

Passend zum aktuellen Lehrermangel-Debakel las ich heute diese Überschrift in der Tageszeitung. 

Erst wollte ich den Kopf schütteln, dann versuchte ich es (im Licht der gestrigen Fortbildung) mal positiv zu sehen: da können mal die Kollegen aus den höheren Gehaltsstufen am eigenen Leib erleben, dass Grundschule nur anders, aber nicht weniger anstrengend ist. Und davon mal der Welt erzählen…

😉 Katha

fort und gebildet

2017-09-20 14.26.07.jpgIn der Stadt mit dem besten Fußballverein und coolsten Stadion überhaupt durfte ich heute eine sonnige Mittagspause mit Besuch im Stadionfanshop genießen. Das allein tat schonmal gut.

Würde ich aber natürlich nicht drüber schreiben, wenn nicht drumherum auch ein bisschen Arbeit angestanden hätte. Auf einer Veranstaltung mit dem Schwerpunkt Gesundheit von Lehrkräften habe ich an drei Workshops teilgenommen und interessanterweise dabei Input mit immer dem gleichen Tenor bekommen:
Wir Lehrer (genauso wie alle anderen Arbeitnehmer, manchmal aber noch etwas mehr) müssen gut auf uns aufpassen. Wir sollten uns bewegen und entspannen und lernen, nicht alles auf uns zu beziehen und an die große Ärgerglocke zu hängen. Wir sollten manchmal über unsere Erwartungen und Asprüche nachdenken, auch mal nein sagen können und uns (platt gesagt) nicht von so vielen Kleinigkeiten ärgern lassen.

Irgendwie passt das zu den Büchern, die ich zuletzt gelesen habe und die ganz viel mit der Arbeit an den eigenen Einstellungen zu tun hatten. Man kann sich das Leben an vielen (nicht an allen!) Stellen wirklich erleichtern, wenn man seine Sichtweise auf andere Menschen und die eigene Interaktion mal kritisch hinterfragt, wenn man mal Perspektivwechsel wagt, wenn man ab und zu auch mal eigene Beiträge zu Konflikten erkennen kann und wenn man schafft, (eigentlich wertvolle) Verantwortungsgefühle auch mal zurückzustellen.

Für alle, die mal schnuppern wollen, gibt es deshalb heute zwei Empfehlungen:
1. Jimmy Little – den sollte man echt mal erlebt haben!
2. Mein zuletzt liebstes Fachbuch, das ein bisschen wirken muss: Stopp, die Regel gilt!

Vielleicht liegt es an meiner zunehmenden Weisheit durch das Altern (?), vielleicht an den eigenen Kindern oder einer wachsenden Offenheit des Geistes (????), aber ich merke, dass mir diese selbstreflexiven Zugänge zur Zeit echt helfen und mir neue Handlungsperspektiven eröffnen.

Wer ähnliche oder ganz andere Erfahrungen hat, darf sich ja gern mal in einem Kommentar austoben…

Fortgebildete Grüße,
Katha

Schüler beurteilen Schüler

Immer, wenn ich die höheren Klassen in Kunst unterrichten darf, freue ich mich einerseits und habe andererseits Bammel vor der in Kunst echt schwierigen objektien Bewertung der Schülerarbeiten. Mir fällt es in Kunst mehr noch als in den andern Fächern schwer, fair und gerecht zu beurteilen. Zwei Tricks helfen mir ein bisschen dabei:

Beim Aufschreiben von Noten möchte ich nicht wissen, wer ein Bild gemalt hat. Deshalb ist mein Mantra von Beginn der ersten Klasse an „Schreibe deinen Namen auf die Rückseite des Blattes!“. So geht es mit ein wenig mehr Neutralität. Außerdem bilde ich mir oft Häufchen nach den Noten(tendenzen) – also einen Stapel mit potenziellen Einsern, einen mit Vierern etc. Dann gehe ich abschließend nochmal die Stapel durch und vergleiche untereinander, ob die Bilder etwa „gleichwertig“ sind.

In Klasse 3 und 4 setze ich möglichst regelmäßig auch das Instrument des Rückmeldezettels ein, das ihr hier am Beispiel des Farbkreises seht. VOR der Arbeit sage ich den Kindern nochmal ausdrücklich die Kriterien, nach denen am Ende bewertet wird. NACH der Arbeit lege ich alle Arbeiten anonym aus (Name hinten…) und dazu einen Zettel. Nun gehen die Kinder in einem Museumsgang durch die Reihen und dürfen ihre Meinung in Form von Punkten bzw. Strichen hinterlassen:
0 heißt: Kriterium nicht erfüllt,
1 heißt: so lala,
2 heißt: gefällt mir gut,
3 heißt: Kriterium sehr gut erfüllt.
Am Ende bekommt jeder seinen Zettel und darf die Punkte auszählen. Im Vergleich untereinander wird meist schnell klar, wer wofür viele Punkte bekommen hat:

Besonders hilfreich fand ich dieses Vorgehen in Klassen, die mir als Lehrkraft Bevorzugung bestimmter Kinder vorwerfen und auch zum Nachvollziehen meiner Bewertungen auf den Kinderbildern. Auch für Eltern können solche Kriterien durchaus greifbarer sein als eine rein mündliche Argumentation.

Bei den ersten Anläufen muss man damit rechnen, dass einzelne Kinder die Neutralität vergessen und doch den Kumpels viele Punkte geben. Bei Sitznachbarn weiß man eben doch oft, welches ihr Bild war. Aber je mehr Routine in diesen Vorgang kommt, desto souveränder gehen die Kinder mit der Situation um und desto mehr achten sie auch darauf, dass es fair bleibt. Ich kann nur empfehlen, das mal auszuprobieren.

Beste Grüße,
Katha

Back to the Wochenplan

… geht es in der kommenden Woche für uns. Nachdem ich nun die 25% neuen Kinder in der Klasse besser kennengelernt habe und hoffentlich ihre Kompetenzen halbwegs richtig einschätze, wird es ab morgen wieder einen WP für alle geben. Anders habe ich zur Zeit nicht das Gefühl, dass ich den weiterhin so flotten Selbstläufern gerecht werden kann, dem Förderkind Lernen und den beiden Quasi-Nichtlesern ohne Förderstatus.

Also gibt es morgen eine bunte Mischung aus AH-Aufgaben, Arbeitsblättern zum Schreiben und solchen zum Lesen. Partnerarbeiten können gewählt werden (endlich werde wir ja auch unsere Partnerkarten ausfüllen, wenn nicht wieder irgendwer krank ist) und WP-Arbeit soll ja auch kommunikative Züge haben dürfen:
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Die Sitzordnung ist jetzt endlich an einem Punkt, der etwas mehr Ruhe in die Klasse bringt – oder es war Zufall, dass es mit ihrem Inkrafttreten zivilisierter im Klassenraum wurde. Es stehen jetzt 4 „Klippertsche Winkel“, drei Einzeltische mit Frontalausrichtung an der Fensterbank entlang und ein Zweiertisch an der anderen Wand. Mehr geht dank Smartboard nicht…

Nun hoffe ich, dass sich die positiven Tendenzen aus der letzten Woche nicht übers WE vollständig verflüchtigt haben und starte erstmal optimistisch…

Beste Grüße,
Katha

ABC üben

… ist zur Zeit unser Arbeitsschwerpunkt Anfang der zweiten Klasse. Da ich irgendwie (anders als die vom Verlag) finde, dass eine Doppelseite im AH dafür nicht genug ist, habe ich mir schon ein paar zusätzliche Materialien herausgesucht.
Wie immer beherrschen manche Kinder das Alphabet schon sicher, andere kriegen es einigermaßen zusammen und schauen oft auf meinen Aushang an der Deutsch-Pinwand. Um den schwächeren Lernern das Nachsehen etwas zu verkürzen, habe ich mir noch fix Buchstabenlineale, oder wie auch immer man sie nennen will, gebastelt:

Buchstabenlineal

Davon sind vier auf einer Seite, die ich drucke und laminiere und dann den Kindern gebe, die noch etwas Hilfe benötigen. Ich werde auch versuchen, die auf den Tischen festzukleben, was aber meist nur ganz wenige Tage hält.

Vielen Dank an dieser Stelle nochmal an Frau Locke, die ihre tollen Bilder zur Verfügung stellt, mit denen ich viele meiner Materialien erst sinnvoll mache!
Hier gibt’s die Lineale: Buchstabenleiste Anlaute

Beste Grüße,
Katha