Rein und raus – „Verteilsystematik“

Im Tagesablauf steht bei mir zu Beginn der ersten Stunde in meiner Klasse immer das Organisatorische. Die Kinder, die den Tagesplan aufhängen, hängen deshalb auch schon automatisch immer zuerst das passende Schild „Organisatorisches“ auf, wenn das übliche X für Klassenlehrerunterricht auf dem Stundenplan steht.

Lange Vorrede, kurzer Kern: In diesem Schuljahr habe ich mal wieder etwas Neues implementiert (sacht man doch so im Fachjargon, oder?). Auf meinen Pult stehen diese beiden Ablagen:

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DSCN1275In die linke legen die Kinder alles (außer Geld), das sie abgeben müssen, sollen oder wollen. Elternbriefabschnitte, Nachrichten, Lesehäuser, Bildgeschenke, Förderkarten, unterschriebene Tests. Es hat ein paar Wochen gedauert, aber inzwischen haben die allermeisten Kids den Dreh raus, dass sie nicht jeder einzeln mit ihren Zetteln vor mir stehen sondern sie automatisch in die Ablage legen.

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In die rechte Kiste lege nur ich Material. Alles, was sich so ansammelt wie korrigierte Hefte, Urkunden, Mahnungen von der Bücherei, Elternbriefe etc. stapele ich direkt hinein, wenn sie auftauchen. Manchmal gehe ich mittags nochmal hoch und lege die Sachen bereit, manchmal sammle ich auf meinem Platz im Lehrerzimmer und trage zum Stunden-beginn alles hoch, um es direkt in die Ablage zu packen.

Auch hier hat es ein bisschen gedauert, bis ich mich daran gewöhnt hatte, aber inzwischen ist auch diese Ablage ein Selbstläufer. Früher blieben immer wieder mal Elternbriefe oder Anderes auf dem Pult liegen, weil sie einfach untergegangen sind und ich sie vergaß. Durch den zentralen Lagerplatz bin ich viel konsequenter im Verteilen geworden. Nicht zuletzt gibt es immer mal wieder einen kleinen Aufpasser, der mich auf verbliebene Dinge in der Verteilkiste aufmerksam macht 😉

Für alle, die die Mompitze genauso gern haben wie ich, stelle ich die Datei mit den beiden Schildern hier zur Verfügung: Schilder Abgabekiste & Verteilkiste

Beste Grüße,
Katha

Warum man Reh mit h schreibt

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Das muss ich noch erzählen:

Im Urlaub war ja mit unserem Erstklässler Lesen und Schreiben immer wieder Thema und so entspann sich folgende Unterhaltung am Pizzeriatisch:

Möppel: Reh ist ja einfach zu schreiben. Nur ein R und ein E.
Mama: Ja, das stimmt. Nur die beiden hört man. Aber gemeinerweise schreibt man am Ende noch ein h, das man gar nicht hört. Manchmal ist das so, weißt du ja schon.
Möppel (überlegt kurz): Ist ja auch klar. Weil, wenn man rennt, macht man ja so h-h-h. Und ein Reh rennt ja so viel.

Ohne Worte, oder?

Beste Grüße,
Katha

Wochenplanarbeit a la PrimarBlog

Nachdem zuletzt mehrfach gefragt wurde, ob ich „mein“ WP-System mal genauer vorstellen könnte, habe ich letzte Woche mal ein paar Fotos gemacht, um euch ein paar Einblicke zu geben.

Im Normalfall läuft ein WP bei mir (2. Klasse) von montags bis freitags. Montags gibt es den neuen WP-Zettel und wir besprechen grundsätzlich die Aufgaben. Da ich fast nur selbsterklärende oder bekannte Aufgabenformate* in den WP gebe, geht das inzwischen recht flott. Wenn es einen thematischen, grammatikalischen … Schwerpunkt gibt, führe ich den ein. Diese Woche waren es Nomen und ihre Merkmale. Ähnlich wie Valessa von >Endlich Pause< begann ich mit der Wiederholung der Artikel und dem inhaltlichen Sortieren und hatte dies als ersten Schwerpunkt. In der folgenden Woche ist es dann Einzahl-Mehrzahl.

Bild 1: Unser „Ablageregal“, auf dem immer die losen Materialien und AB zu finden sind – die Fächer und Zahlen** sind dort fest verankert.

DSCN1277.JPGHier nochmal in größer:

 

Bild 2: Die Wochenplanmappe: Hier werden alle AB eingeheftet, die im Laufe des WP bearbeitet werden.
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Die WP bleiben immer drin, die anderen Blätter heften wir zwischendurch mal aus in die Fachmappen. So habe ich z.B. für den Elternsprechtag die Mappe vorliegen und kann gebündelt demonstieren, wie gut oder schlecht das Kind mit der Arbeit zurecht kommt und ob ordentlich die Elternkontrolle erfolgt und durch Unterschrift belegt ist… Früher hatte ich den WP immer in der Deutschmappe und habe ihn montags eingesammelt. Da musste ich aber immer hinter einigen Kindern hinterherlaufen und vor allem war es ziemlich viel Verschiedenes zwischen den Wochenplanzetteln in der Mappe. Nun habe ich den WP komplett ausgegliedert, inspiriert von der Logbucharbeit an der Schule meines Sohnes. Ich glaube jetzt schon, dass mir das besser gefällt…
Die Grafik ist unverkennbar von mompitz.de und passt so prima zu unserer Monsterklasse.

Bild 3: Der eigentliche Wochenplan

Hier mal 4 Beispiele für ein schwaches Kind, ein Förderkind Lernen, ein sehr starkes Kind und einen Wiederholer. Zur Zeit schaffe ich es immer noch, für alle die freiwilligen Aufgaben separat zu markieren und bestimmten Kindern die Menge zu verringern, einzelne Aufgaben auszutauschen etc. Zuletzt habe ich den beiden Erstgenannten als Symbol die Lehrerin vorn hinein gepackt, wenn sie sich ein AB bei mir abholen sollen statt eines aus den nummerierten Fächern zu nehmen.
Die Kuh in der vorletzten Reihe hat übrigens was mit unseren Partnerfindungskarten zu tun. Vorsichtshalber stelle ich das Bild in größer (A5) auch immer mit zu dem Fach dazu, damit es noch etwas eindeutiger ist…

Bild 4: Die Liste
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Damit ich den Überblick habe, wer sich wie schlägt, habe ich in meinem Listenheft natürlich auch eine Liste, in der ich eintrage, wie der WP lief (3-Smile-System) und abhake, ob er unterschrieben wurde. Wie man sieht, haben dieses WE viele Eltern nicht daran gedacht, den WP gegenzuzeichnen. Und ich hab doch Freitag extra so schon meine Rückmeldungen eingetragen – erfreulich viele Smileys waren sogar dabei.

Bild 5…: Beispiele aus dem WP

Neben Arbeitsblättern und Seiten/Aufgaben im AH der Kinder bemühe ich mich, inspiriert von meiner letztjährigen Sonderpädagogenkollegin, auch immer wieder mal kleinere Portionen anzubieten (wie hier mit den Lesekarten) und auch Handlungsmaterial bzw. Spiele einzusetzen. So richtige Spiele, nicht die laminierten… Zum Glück liefert der heimische Spieleschrank da einiges an Material und ein paar Puzzles sind zur Zeit dauerhaft in der Schule stationiert. Dieses Mal passte das Farbkarussell hervorragend, da dort ja auch Bilder nach Themen sortiert gesammelt werden müssen. Also prinzipiell die gleiche Aufgabe wie das Sortieren nach Menschen, Tieren, Dingen… auf den AB. Auch LÜK-Kästen, Logicos u.ä. finden ab und an den Weg in unseren WP. Manch ein Kind wird durch die Aussicht, am Ende des WP noch ein Spiel spielen zu können, zum Beenden der Pflichtaufgaben animiert. Und für meinen Förderschüler sind sie oft Pflichtaufgabe, da er im privaten Umfeld nur wenig mit Regelspielen in Kontakt kommt und sie ihm nicht nur Spaß machen sondern auch merkbar gut tun.

So, das war ein langer Eintrag. Bei weiteren Fragen gerne fragen und auch gerne anmerken, was ich vielleicht vergessen haben könnte. Dann ergänze ich es einfach noch.

Beste Grüße,
Katha

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* solche Aufgabenformate sind z.B.: Lesekarten (ABCund123.de), AB zum Sortieren nach dem ABC ins Heft, Lese-Mal-Blätter und generell alle AB, die man formell behalten und mit neuen Wörtern füllen kann…

** Die Zahlen habe ich aus dem Fahrscheinsystem, ebenfalls von Valessa aufbereitet. Meine liebe Mathekollegin hat sie letztes Jahr dankenswerterweise für mich ausgeschnitten mit dem Kommentar: „Ich habe extra jeden Huckel mit ausgeschnitten – ich kenn dich und deinen Anspruch ja…“. Sie kennt mich wirklich! 😉

Schule-Autobahn-Vortrag-Kabarett-Autobahn-Sofa

2017-11-09 17.23.56.jpgHeute durfte ich mit Blick auf das schönste Stadion der Welt referieren! Das hatte ich auch noch nicht… Ich hatte schon Vorträge mit Blick über die Ems, über die Düsseldorfer Skyline, auf den Berliner Fernsehturm oder in den Teutoburger Wald.

In Ermangelung einer tiefsinnigen Überschrift für diesen Beitrag ist mein Tagesablauf im Kurzformat herausgekommen. Zum Glück hatte ich mittags keinen Stau, so dass 13:05 Schulschluss und 14:30 Ankunft in den Dortmunder Westfalenhallen hervorragend geklappt hat. Danke, Ihr lieben Autofahrer da draußen! 😉

Zum krönenden Abschluss durfte ich dann noch den „kabarettistischen Ausklang“ des Deutschen Lehrertags genießen, in dessen Rahmen ich heute aktiv war. Han’s Klaffel, selbst Lehrer, brachte alle, die durchgehalten hatten, noch einmal mit seinen Anekdoten und extrem realistischen Auszügen aus dem Unterricht zum Schmunzeln. Als Primimaus musste ich an der Stelle, an der er die „wuseligen“ Unterstüfler am Gymansium in Szene setzte nur denken, dass das bei uns nicht nur die Unterstüfler sind sondern dass es mir meist den ganzen Tag lang genau so geht, dass ich zig unnötige Fragen beantworte und vom Hölzchen auf Stöckchen komme und es dann plötzlich schon klingelt, bevor man zum eigentlichen Kern gekommen ist. 🙂 Das war ein wirklich toller Abschluss für einen arbeits- aber auch extrem abwechslungsreichen Tag!

Da die Westfalenhallen ja praktischerweise wie schon erwähnt direkt neben dem #Westfalenstadion liegen, bin ich vor der Rückreise noch kurz im Fanshop gewesen und habe dem Möppelpapa und mir noch ein kleines Souvenir geshoppt.

Beim Abendessen an der Autobahnraststätte ging dann schon die erste Mail zum Vortrag ein – ich biete meist meine Mailadresse dort an, wenn man eine Vorlage aus dem Inhalt gern haben möchte – und ich musste ein wenig schmunzeln.

Nun nur noch morgen drei Stunden in meiner Klasse genießen und dann Wochenende!

Beste Grüße,
Katha

schreiben lernen

*Muttitratsch an*

Der Möppel hat zwar die letzte Schulwoche vor den Ferien krank verpasst, durfte/musste/wollte aber dann doch eine Menge schaffen. Die Aufgaben der Schule haben wir fast pflichtbewusst durchgeackert und morgen kann es gut gerüstet wieder losgehen.

Was mich aber total fasziniert ist die ganz neue Neugier auf das Lesen und Schreiben, die selbst durch die strenge und einengende Silbenmethode nicht gebremst wird. Der Möppel liest. Schilder. Text auf der Butter. Autokennzeichen. Herrlich! Im Urlaub schaffte er schon alleine „Wir müssen“ auf einem Schild, das Kennzeichen NE-MO sowieso und viele Buchstaben erkennt er immer sicherer. Im Restaurant schrieb ich ihm einige Sätze auf: „Möppel isst Pommes. Mama isst Salat. Papa isst Pizza. Möppelchen isst nix.“ Und er hat sie gelesen. Nur beim x musste ich helfen. Schon gut, wenn man offiziell erst ma, me, mi, mo und mu lesen kann, oder? *stolze Mutti*

Schreiben tut er auch ständig. Ob er den BRaNT auf seinem Feuerwehrblock notiert und einen Herd als Brandort dazu malt oder mir kleine Leserätsel schreibt – Schreibblöcke in allen Formaten sind gerade hier der letzte Schrei.

Die Reihenfolge der Wörter kommt noch manchmal durcheinander, wenn eines am Ende nicht mehr passt. Aber das schaffe ich ja grad noch so…

Das Möppelchen ahmt übrigens alles nach:
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*Muttitratsch aus*

Beste Grüße,
Katha

Ferienende

So, da sind sie schon wieder rum die Herbstferien. Geht ja doch immer schnell…

Der Familienurlaub ging wieder nach Norderney, wo wir erstaunlich freundliches Wetter genießen durften.

Fundstück 1: Regenbogen am Strand, Fundstück 2: der Wirbelknochen (vermutlich) eines Schweinswals, Fundstück 3: Engelsflügelmuscheln (die werden echt so genannt).

Heute habe ich dann der Schule schon einen kurzen Besuch absgestattet, um mich der Nutzbarkeit der Räume zu vergewissern und alle Vorbereitungen für morgen zu treffen. Montags ist nämlich mein einzig richtig stressiger morgen – um 7.45 selbst anfangen und vorher noch den Möppel zur Schule begleiten und das Möppelchen in der Kita abliefern. Nachdem ich mich danach nun diverse Male gestresst an den Kopierer gestellt habe, um den WP startklar zu haben, bin ich endlich mal schlauer gewesen und war nun also heute schon da, habe kopiert, verteilt, die Tafel vorbereitet, laminiert und geschnippelt (ja, ab und zu noch…), Zettelchen geschrieben und mein Pult geputzt, damit man die Grundreinigung nicht mehr so bemerkt 😉
Das alles unter tatkräftiger Hilfe des Möppels, der Stapel aus dem Kopierer gezogen und gelocht hat, Bücher im Nebenraum umsortiert und unten liegende Stühle aufgehoben hat. Zwischendurch „musste“ er dann noch etwas im Blitzrechnen an der Mengenerkennung arbeiten damit die Mama auch wirklich noch was schaffte 🙂

Nun liegt also für die beiden Englischstunden morgen alles kopiert und bereit, der WP ist in der Klasse ebenfalls startklar und auch für DI ist prinzipiell nichts mehr zu tun. Sehr gutes Gefühl. Überhaupt habe ich mir vorgenommen, nicht nur in Deutsch wochenweise zu planen, sondern auch in den anderen Fächern längere Zeiträume in den Blick zu nehmen. So stehen in letzter Zeit manchmal schon Englischstunden für die nächste Woche im Lehrerplaner, was wirklich beruhigt. Außerdem kopiere ich für die aktuelle Einheit auch immer öfter schon die definitiv nötigen AB vor, damit sie dann griffbereit in meiner Englischtasche liegen und ich vor lauter Vorplanung nicht das Material vergesse.

Und wo ich grad so schön plane – auch den Blog will ich wieder gewissenhafter führen. Erschreckend wenig habe ich mich zuletzt dran gesetzt, obwohl er mich doch immer wieder so erfreut. Also, in den nächsten Tagen möchte ich euch mein noch recht neues, aber schon super angelaufenes Zwei-Fächer-auf-dem-Pult-System vorstellen und auf Wunsch einer Leserin nochmal einen ausführlicheren Artikel zum Wochenplan schreiben.

Allen, die morgen ebenfalls aus den Ferien kommen, wünsche ich einen guten Start in den zweiten Abschnitt des Schuljahres, allen anderen einfach einen guten Wochenstart!

Beste Grüße,
Katha

Fischschwarm im Meer

Ausgehend vom altbekannten Klassiker „Swimmy“ von Leo Lionni hat unsere ganze Klasse dieses Kunstwerk geschaffen:

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Nachdem wir ja schon in der ersten Schulwoche das Motto „Gemeinsam statt einsam“ eingeführt hatten (s. hier), passte die Geschichte vom kleinen scharzen Fisch Swimmy, der seinem neuen Schwarm die Angst vorm großen weiten Meer nimmt, hervorragend ins Thema.
Zuerst druckten wir mit Schulmalfarbe (also quasi der teureren Variante von Abtönfarbe) mit unseren Händen die Fische auf den Zeichenblock. Die wurden später nach dem Trocknen mit Gesichtern geschmückt und ausgeschnitten.
Dann bewaffneten sich alle 20 Monster und ich mit einem möglichst breiten Borstenpinsel und wir hockten uns auf beiden Seiten um eine lange Papierbahn herum. Auf mehreren Paptellern hatte ich mehrere Blautöne und weiß im Angebot und alle schwangen nun kräftig ihren Pinsel von links nach rechts nach links, um eine einheitliche Richtung der Struktur zu erreichen. Bis auf zwei haben das echt alle eingehalten. Zwischendurch mussten wir die Farbteller mal tauschen, damit die verschiedenen Teile des Meeres nicht zu einfarbig wurden.
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Auf einer langen Tischreihe im Nebenraum trocknete das Meer dann ein paar Tage vor sich hin, bis dann mit Flüssigkleber die Fische und ein paar zusätzliche Meeresbewohner aufgeklebt wurden. Nun ziert das Gesamtwerk unseren Flur vor der Klasse.

Beste Grüße,
Katha

von 6 bis 9

Das ist momentan die Altersspanne in meiner Klasse und bleibt sie auch noch bis Februar. Wohlgemerkt eine Regelklasse, nichts jahrgangsübergreifendes. Inklusive Inklusion im Förderbereich Lernen. Inklusive einer Wiederholerquote von ca 30%.

Und ich glaube nicht, dass ich mit dieser krassen Mischung alleine bin – ähnliche Strukturen kenne ich aus mehreren Klassen.

Und das kennt ihr bestimmt auch alle: an den schriftlichen und mündlichen Beiträgen der Kinder kann man bei mir absolut nicht auf das Alter meiner Schüler zurückschließen. Zum Glück aber erfreulicherweise auch nicht unbedingt (immer) das Förderkind daran erkennen…

Nun, so kämpfen wir uns durch die Tage zwischen den Erstottern von Silben und dem Vortragen unbekannter Texte, zwischen lautierendem Schreiben beim Einen und viertklässlerreifen Verschriftungen beim Anderen. Ich bin wirklich sehr gespannt, ob sich die vielen wiederholenden Kinder vielleicht ein bisschen als Zugpferde erweisen können und einige der Träumer mitziehen können. Oder ob die erstgenannten sich zu lange ausruhen auf dem „das kenne ich doch schon“?
Insgesamt erfreue ich mich zum Glück an einer recht leistungsstarken Klasse, die sich ebenfalls zum Glück von Anfang an auf meine Arbeitsweisen eingelassen hat. Auch „die Neuen“ haben sich fix in den Wochenplan eingefunden und sind ganz begeistert, dass sie nun manchmal die Wahl zwischen Aufgaben und Schwierigkeitsstufen haben.

Beste Grüße, einen schönen Feierabend (?) und den Niedersachsen morgen einen schönen Ferienstart!
Katha

Wandertag – Stauntag

Am Freitag vor dem langen Wochenende konnten wir mit der ganzen Schule einen gemeinsamen Ausflug zur örtlichen Greifvogelwarte (Adlerwarte Berlebeck) machen. Damit nicht alle gleichzeitig „einfallen“, wurde der Hinweg als Kombination von Busfahrt und Wanderung gestaltet. Ich durfte mit meiner Kollegin und der Parallelklasse reisen, was mich sehr freute. So konnte unser frisch von 29 auf 40 Kinder angewachsene Jahrgang mal wieder etwas gemeinsam unternehmen, wie schon im Frühsommer im Umweltzentrum. Irgendwie gehören doch Jahrgangsaktionen genauso dazu wie Klassenaktionen, stelle ich immer wieder fest.

Die Waldwanderung war erfrischend und fast alle Kinder genossen sie. Ich war die Nachhut und musste deshalb die Trödler einfangen – wanderungewohnte, eher unmotivierte Kinder. Schade, dass doch einige bereits nach unter 10 Minuten nach dem Ende des Weges fragten…

Insgesamt war es aber toll und wir so schnell, dass wir eine ausführliche „wir-klettern-mal-die-Wegesränder-hoch“-Pause einlegen konnten. Auch seeeeehr aufschlussreich im Bezug auf das alltägliche Bewegungsverhalten der Kinder!

Vor und nach der Flugvorführung der Greifvögel hatten wir dann noch ein wenig Zeit, die Tiere in den Volieren anzuschauen – was nur ca. 50% der Kids interessierte. Bei der Flugshow waren sie im Großen und Ganzen gut dabei, aber das Zuhören fiel unendlich schwer, wo doch diese riesigen Vögel direkt über unsere Köpfe hinweg flogen. Das allein könnte ich ja verstehen – aber wie viele Kinder aus allen Jahrgängen während der Show quatschten, sich minutenlang ausgiebig über das gerade Erlebte unterhielten, die frei laufenden Geier immer wieder anzufassen versuchten oder sich ihren Kumpels gegenüber profilieren mussten, fand ich erschrecken und ein wenig unangenehm den anderen Gästen gegenüber.

Ich bin mal gespannt, was den Kindern vier Tage später noch so im Kopf geblieben ist und werde morgen mal intensiv nachhorchen…

Hier noch ein paar Bilder für euch:

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Beste Grüße,,
Katha

Zwischenstand: Normalität

cropped-img_1322Nach etwa vier Wochen Schule ist der Alltag wieder eingekehrt. Die personellen Veränderungen bei Klein und Groß sind „verdaut“ und man hat sich aneinander gewöhnt. Noch nicht immer kann man erahnen, wie das Gegenüber „so tickt“, aber das Gespür für den richtigen Umgang wächst.

Erfreulich ist, dass mit dem Einkehren des Alltags seit etwa letzter Woche auch diejenigen wieder halbwegs störungsfrei am Unterricht teilnehmen, die die schulabstinente Zeit nicht so gut vertragen und wir wirklich wieder ein bisschen was schaffen. Besonders schön ist es, dass gemeinsame Besprechungen und Erarbeitungszeiten stattfinden können. Auch vorlesen kann ich den Monstern und suche jetzt schon nach passender, verständlich-lustiger Literatur, wie sie im 1. Schuljahr so gut ankam.

In Deutsch kämfen wir uns jetzt durch unser neues AH und versuchen uns an dessen Tücken zu gewöhnen. Wir üben weiterhin das ABC und suchen Selbstlaute in Wörtern. Demnächst klopfen die Wortarten an die Tür…
In SU habe ich mit meiner Kollegin den groben Plan für das Schuljahr gesteckt und wir dürften es schaffen, alle fünf Felder abzudecken, die der Lehrplan uns anrät.

Das Haar in der Supe sind momentan noch eine Handvoll Kinder, die zwar meine Grenzen recht gut einhalten, aber bei allen neuen oder ihnen nicht so vertrauten Lehrkräften oder Erziehern teils arg über die Stränge schlagen. Das führt dann zu den als Klassenleitung so unbeliebten Pauseninfos wie „XY hat schon wieder …!“. Ich mag es nicht mehr hören und wünsche mir einfach nur, dass die gefühlt zweitausend Gespräche freundlicher und unfreundlicher Natur endlich mal etwas Wirkung zeigen. Also, bei den Kindern natürlich!

So, mit diesem insgesamt eher positiven Eintrag verabschiede ich mich in den Feierabend,
Katha